Bloggeschichte: Mai 2014

Weltuntergangs-Jünger und Schlagerfans gingen langen lange Zeiten davon aus das der Weltuntergang am 30. Mai stattfindet. Heute wäre also Tag 1 und ein wunderbarer Zeitpunkt weine neue Kolumne bei brutstatt.de einzuführen. Bei „Bloggeschichte“ betreibe ich „Nabelschau“, gucke was ich seinerzeit geschrieben habe und krame vielleicht raus, was sonst nochmal zu lesen wäre. Schließlich ist der Aktualitätswahn mit Aufmerksamkeitspanne eines Frettchens nicht der einzige Weg die Welt zu betrachten.

Die Idee kam mir jüngst bei der Vorstellung des aktuellen Daily Thompson Albums „Chuparosa“. Das Debut der Band hatte ich vor fast genau 10 Jahren vorgestellt. „Stilistisch liegen Daily Thompson irgendwo zwischen Monster Magnet zu „Spine of God“-Zeiten, ohne deren psychedelische Momente zu übernehmen, und alten Alice in Chains. Auch Reminiszenzen zum Garage Rock früher Mudhoney sind vorhanden. Man könnte sich gelegentlich auch The Obsessed  oder die Melvins erinnert fühlen, aber Daily Thompson haben ihren eigenen Sound gefunden.“

Kinder wie die Zeit vergeht. Und weil das so ist und ich ein regelmäßiger Leser und Abonnent von Punk-Fanzines bin, bei denen es auch um eine regelmäßige Szenerückschau geht, krame ich im Blogarchiv und gucke was ich vor 10 Jahren für interessant genug fand, um darüber zu berichten.

Seinerzeit habe ich noch für andere Veröffentlichungen geschrieben und versuchte auf brutstatt.de mit Kurzvorstellungen mehr Kino-Neustarts unterzubringen und die Schlagzahl zu erhöhen. Meine „Kino-Quickies“ kamen zwar sprachlich knackig auf den Punkt, aber die Leserschaft informierte sich dennoch anderswo. Wer mag findet mit Good Vibrations und Godzilla“ zwei launige Beispiele. Ein rundherum sehenswertes Drama war auf jeden falls Maria Schraders Vergiss mein ich“, ebenso wie der Mumblecore-Film „Computer Chess“ trashigen Charme versprühte.

Wie wollen wir leben?

Außerdem war ich mit dem Thema Ernährung und Veganismus beschäftigt und habe gleich drei Dokus vorgestellt: „“Gabel statt Skalpel“, Live and let Live –vegane Ernährung“ sowie das Geheimnis der Bäume“. Ich wollte ja mal Förster werden. Zu „Live and let live“ fiel mir folgendes ein: Regisseur Pierschel äußert selbst, dass die Filmidee eher zufällig entstand, als er zur Überarbeitung seines Buches in den USA weilte, und man merkt dem Film an, das er kein Infotainment  sein will, sondern sich intensiv und breitgefächert mit der Materie befassen will. Kritisch anzumerken wäre vielleicht, dass ausschließlich Befürworter des Veganismus zu Wort kommen, eine Diskussion also nicht stattfindet.“

Zu Lesen gabs auch Empfehlenswertes: Den Auftakt von Terry Moores geiler Comic Serie „Rachel Rising“: Kennt ihr nicht, müsst ihr ändern: „Eine junge Frau wacht eines Morgens halbwegs im Waldboden verbuddelt auf. Völlig verstört sucht sie den Weg nach Hause, nur um festzustellen, dass mit ihr etwas nicht stimmt. Erst als Rachel ihre Tante Johnny in der Gerichtsmedizin besucht und diese sie für eine nächtliche Halluzination hält, dämmert es Rachel langsam, dass mit ihr etwas absolut nicht in Ordnung ist. Rachel ist tot! Und während Rachel zusammen mit ihrer Freundin Jet und Tante Johnny herauszufinden versucht, was hier gerade passiert und wieso sich Rachel unter den Lebenden bewegen kann, kommt es in der Kleinstadt Manson noch zu anderen tödlichen Zwischenfällen. Irgendwie hängt das alles zusammen und die mysteriöse Frau, die scheinbar nur Rachel sehen kann, ist eine der Ursachen für die Todesfälle.“

Den Superhelden-Band „Wintersoldier“ von Star-Autor Ed Brubaker habe ich auch sehr gemocht und die Memoiren des Anarchisten Stuart Christie in der edition nautilus. Möglicherweise sollte ich „Meine Oma, General Franco und ich“ mal wieder aus dem Regal ziehen.

Soviel dazu.

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