Crime 101: Olympiade des Juwelendiebstahls

Die Ganovenehre steht offensichtlich nicht im Handbuch für Gauner. Weshalb Chris Hemsworth als smarter Juwelendieb auch von seinem Partner bespitzelt wird. Aber auch unter Versicherungsvertretern geht es zu wie bei Ganoven, Das bekommt Halle Berry als frustrierte Edelmaklerin deutlich zu spüren. Der Rahmen ist also gesetzt für ein klassisches, gestyltes Gaunerstück nach einer Vorlage von Don Winslow. Zu sehen ab dem 12. Februar 2026 im Kino.

Während die Stadt noch schläft sind die Juwelenboten in os Angeles schon längst bei der Arbeit. So ab er auch Davis (Chris Hemsworth) der als Gentleman-Gauner Edelsteine stibitzt. So auch an diesem Morgen. Währenddessen bereitet sich die Versicherungsmaklerin Sharon (Halle Berry) auf den Termin in der Villa eines Superreichen vor.

Der läuft dann nicht so klasse, weil die Mittfünfzigerin die junge Dame am Pool für die Tochter des Milliardärs hält. Es ist seine Verlobte. Später dann im Büro übernimmt eine junge attraktive Neue den Kunden, während Sharon die Partner der Versicherungsagentur noch einmal auf die versprochenen Partnerschaft anspricht.

Auch für den Polizisten Lou (Mark Ruffalo) läuft der Tag nicht besonders. Er ist davon überzeugt, dass der Juwelenraub in eine Serie passt. Nie gibt es Gewalt, es gibt keine Spuren und scheinbar haben die Täter Insiderwissen. Doch von solchen Theorien wollen Lous Partner und sein vorgesetzter nichts wissen.

Als Davis die Beute zu seinem Partner Money (Nick Nolte) bringt, sagt er den geplanten nächsten Coup ab. Davis hat ein schlechtes Bauchgefühl und will sich was neues Überlegen. Davis Planung ist allerdings idiotensicher und Money hofft auf schnelles Geld, wenn er dem jungen Ormon (Barry Keoghan) den Job machen lässt.

Mit Yoga durch den Tag

Die Welt steht Kopf, wenn finstere Ambient-Klänge den Tag in los Angeles dämmern lassen. In solider und stilsicherer Parallelmontage werden die Charaktere wie Schachfiguren in Position gebracht. Auch das ein Lehrstück des Thriller-Handwerks. So wie der Titel vermuten lässt, das es sich um das Einmaleins des Verbrechens handelt.

Freilich ist der Titel doppeldeutig und der mehr als zweistündige Thriller basiert auf einer Kurzgeschichte von Don Winslow. Winslow seines Zeichens gehört zu den beliebtesten und souveränsten zeitgenössischen Krimi- und Thrillerautoren der USA („Tage der Toten“). Er lieferte unter anderem auch die Vorlagen für die Filmer „Bobby Z.“ (2007) und für Oliver Stones „Savages“ (2012).

Der Regisseur Bart Layton ist bislang eher als Drfehbuchautor und Produzent in Erscheinung getreten. Seine letzte Regiearbeit ist „American Animals“ (2018). Layton sorgt in dem starbesetzten und spannenden Thriller „Crime 101“ auch für das Drehbuch. Was die Bildsprache, die Atmosphäre und auch die Komposition angeht, ist in „Crime 101“ vieles bei Michael Mann entlehnt. „Heat“ kommt einem gelegentlich in den Sinn, aber auch andere komplexere Heist-Movies.

Mit Davis durch die Stadt

Wenn Chris Hemsworth („Thor“) im Bild ist, bewegt er sich als wortkarger einsamer Wolf durch den Film wie seinerzeit als IT-Experte in Michael Manns „Blackhat“. Auch die übrige souveran gecastete Besetzung spielt souverän und unterhaltsam auf. Doch jede:n der Darsteller:innen hat das Publikum bereits in ähnlichen Rollen brillieren gesehen. Insofern erfüllt „Crime 101“ einen ganzen Haufen Erwartungen, von denen das Publikum gar nicht wusste, dass es sie hatte.

Ähnliches gilt auch für die Handlung und die Dramaturgie. Wer sich in seinem Leben schon mit Vergnügen durch diverse Krimis und Thriller geschaut und geschmökert hat, wird bald ahnen, wohin der Hase läuft. Das muss keinesfalls ein Kritikpunkt sein, schließlich ist gegen sehr solides Handwerk absolut nichts auszusetzen. Aber in 140 Minuten kann so schon mal stark bebilderter inhaltlicher Leerlauf entstehen.

Der US-Thriller „Crime 101“ erzählt souverän und bildstark von einem Juwelendieb mit Gewissen, der in Schwierigkeiten gerät, weil Menschen eben Menschen sind und irgendwann schlägt die Gier zu. Die sehenswerte Starbesetzung um Chris Hemsworth und Halle Berry führt das Publikum souverän durch die gestylten Settings und eine etwas absehbare Handlung.

Bewertung: 6 von 10.

Crime 101
OT: Crime 101
Genre: Thriller
Länge: 139 Minuten, USA, 2025
Regie: Bart Layton
Vorlage: Novelle von Don Winslow
Schauspiel: Chris Hemsworth, Mark Ruffalo, Halle Berry,
FSK: Ab 16 Jahen
Verleih: Sony
Kinostart: 12.02.2026

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