Der letzte Walsänger: Heilung durch Gesang

Der junge Buckelwal Vincent muss eine große Bedrohung für die Weltmeere abwenden, doch dazu muss er erst einmal seinen eigenen Gesang finden. Das turbulente Unter-Wasser-Animationabenteuer „Der letzte Walsänger“ ist eine internationale Koproduktion und bietet bunte Familienunterhaltung. Zu sehen im Verleih von Little Dream Pictures und ab dem 12. Februar 2026 im Kino.

Als Kind ist Buckelwal Vincent dabei wie sein Vater mit seinen magischen Gesang ein Korallenriff heilt. Das will Vincent auch können. Zumächst muss er dazu sein eigenes Lied suchen und finden, raten ihm die Eltern. Doch dann kommt alles anders und plötzlich ist Vincent ohne Eltern und nur noch von Nanny und Schiffshalterfisch Walter begleitet.

Es vergehen Jahre bis der junge Vincent zur Hilfe gerufen wird. Aus dem polaren Eis hat sich der Leviathan befreit. Die riesige bösartige Krake bedroht nun die Weltmeer und nur der Gesang eines Walsängers kann den Leviatan stoppen. Doch Vincent hat sein Lied noch immer nicht gefunden.

Unterwegs trifft er das abenteuerlustige Orca-Mädchen Darya. Die beschließt Vincent und Walter zu begleiten. Und das Trio macht allerlei überraschende Bekanntschaften, beispielsweise mit einem Seelöwen-König und einer Tiefsee-Yogagrupe.

Ein See-Abenteuer ohne Menschen

Buckelwale sind bekannt für ihren Walgesang und eine Doku über diese faszinierenden Bartenwale war auch eine Inspiration für diesen Film von Regisseur Reza Memari. Das internationale Filmprojekt mit Beteiligung aus Kanada, Tschechien und Deutschland hat auch den Anspruch ein besonderer Kinderfilm zu sein.Und zusätzlich wird mit dem Projekt auch der Walschutz unterstützt. Mit einer Spende für jedes verkaufte Ticket.

So gut gemeint „Der letzte Walsänger“ ist, so holprig ist die Ausführung. Die Filmdramaturgie ist ganz im Sinne eines Erwachsenwerdens auf Vincents Suche nach der eigenen Stimme zugeschnitten. Dabei geht es schon turbulent und unterhaltsam und auch bunt und schillernd animiert zur Sache. Nur erschließen sich auf dieser Reise nicht alles Stationen gleichermaßen.

Der Verlust von Vincents Eltern kommt schon abrupt und wird nicht weiter thematisiert. Später dann aber hört der junge Buckelwal davon, dass verschwundenen Meerestiere in der Tiefsee weiterleben. Hier kommt auf eher naive Weise eine missverstandene Jenseitsvorstellung in die Geschichte, die das Trio daraufhin in unbekannte Meeresschichten schickt.

Erstaunlicher Weise ist es hier unten schon recht farbenprächtig und auch ziemlich belebt. Die schräge Yoga-Truppe trägt immerhin zur humorigen Unterhaltung bei. So richtig will sie aber nicht in die Handlung und auch in die Tiefsee passen. Da hapert es dann auch mit der Sauerstoffversorgung der großen Meeressäuger ein wenig. Zumindest erhält die Abenteuer-Dramaturgie eindeutig Vorrang vor einem plausibleren Leben im Meer. Aber wer fragt schon nach Stimmigkeit, wenn die Action stimmt.

Abenteuerliche Suche nach der eigenen Stimme

In „Der letzte Walsänger“ ist immer was los und es gibt viel zu sehen und zu entdecken. Einiges ist schon mehr oder minder bekannte Wasserwelt wie sie aus Publikumserfolgen wie „Findet Nemo“ oder „Sammys Abenteuer“. Anderes ist durchaus gelungen anzuschauen.

Wie etwa das Königreich der Seelöwen das aus schwimmenden Plastikinseln besteht. In dieser Episode kommen mehrere Aspekte von Klimaschutz, Meeresverschmutzung und dem miteinander Leben im Meer zusammen, die zu einem überraschend und originell animierten Abenteuer zusammenkommen. Auch einige der selbstleuchtenden luminiszierenden Tiefseeaspekte sind wirklich schön anzusehen.

Und dennoch hätte mensch sich in der Initiative „Der besondere Kinderfilm“ auch etwas mehr Originalität und Substanz gewünscht. Nicht immer muss es der belehrende Tonfall sein, aber etwas mehr Realismus hätte nicht geschadet. Buckelwale tauchen bis zu 200 Meter tief und sie können 30 Minuten unter Wasser bleiben. Von dort bis in die tiefsten Tiefen der Tiefsee ist es ein weiter Weg.

Insgesamt erzählt „Der letzte Walsänger“ eine etwas abgenudelte Mutmachergeschichte für ein junges Publikum. Deren Humor verfängt nicht immer, aber das erzählerische Herz sitzt am rechten Fleck. Und einiges sieht wirklich toll aus.

Bewertung: 6 von 10.

Der letzte Walsänger
OT: The Last Whale Singer
Genre: Animation, Familienunterhaltung
Länge: 91 Minuten, D, CZ, CAN,
Regie: Reza Memari
FSK: ab 6 Jahren
Verleih. Little Dream Pictures
Kinostart: 12.02.2026

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