Lockout: Plissken lässt grüßen!

In dem Sci-Fi Actioner „Lockout“ geht’s richtig zur Sache. Die Französische Action-Ikone Luc Besson steuert die Originalidee bei und produziert das Spektakel, das Guy Pierce in seiner meistbeschäftigten Rolle seit „Memento“ inszeniert. Die Story schwächelt allerdings. Aus dem Archiv die Kino-Kritik von 2012.

Snow (Guy Pierce) ist der Mann für spezielle Fälle und die ganz heißen Aufträge. Dusseliger Weise ist er gerade in einen Hinterhalt getappt und wird nun verdächtigt seinen Chef getötet zu haben. Snow droht eine Verschickung in die im All installierte Strafkolonie MS One. Der künstliche Erd-Satellit gilt als das ausbruchsicherste Gefängnis der Welt und Emily Warnock (Maggie Grace), die Tochter des amerikanischen Präsidenten ist gerade auf dem Weg dorthin, um zu untersuchen, ob die Gefangenen von ihrem schockgefrorenen Tiefschlaf keine Schäden behalten.

Genau der richtige Zeitpunkt, um eine Gefangenenrevolte anzuzetteln und die Schwerverbrecher aufzuwecken. Die wollen nun schleunigst raus aus dem ausbruchssicheren Weltraumknast. Den Ordnungshütern auf der Erde sind allerdings die Hände gebunden, wenn man nicht rauskommt, wird es auch schwer, unbemerkt hineinzukommen. Folglich wird Snow mit Aussicht auf Begnadigung auf die Einmannmission geschickt, die Präsidententochter zu retten. Doch Snow verfolgt mit dem Himmelfahrtskommando allerdings auch eigene Ziele, denn der Freund, der ihn entlasten könnte, ist ebenfalls auf der MS One inhaftiert.

Die Klapperschlange im Weltall

„Lockout“ gibt von Anfang an richtig Gas und setzt auf hohes Tempo, massive Action und markige Sprüche eines wortkargen Helden, der sich in der Rolle des einsamen Wolfs durch die Reihen der Kriminellen sägt, wie eine Fräse. Das ist durchaus gefällig und sollte Action-Fans mehr als zufrieden stellen, vor allem, weil Guy Pierce („L.A. Confidential“, „The Hurt Locker“) den Heldenpart ausgesprochen gut ausfüllt.

Ansonsten hat das Langfilm-Regiedebut von James Mather und Stephen St. Leger, die auch im Wesentlichen für das Drehbuch nach einer Originalidee von Luc Besson zuständig sind allerdings einige Qualitätsmängel. Angefangen bei der nicht gerade originellen Story, die deutlich an John Carpenters „Klapperschlange“ erinnert und mit Elementen von „Con Air“ aufgepeppt wurde, über einige logische Aussetzer, die in dem Sci-Fi-Setting nicht ganz hinhauen bis zu den vielen überaus klischeehaften Charakteren: Da wären der kriminelle Mastermind, der durchgeknallte Psychopath, der zwielichtige Boss und vor allem die Tochter des Präsidenten. Schade für die Schauspielerin Maggie Grace („Lost“), dass ihre Rolle so dermaßen blond und naiv ist, dass damit beim besten Willen kein Blumentopf zu gewinnen ist.

„Lockout“ setzt voll auf Hochgeschwindigkeitsaction n einem futuristischen Umfeld und Guy Pierce mackert sich wacker durch seine Mission. Das ist durchaus gefällig inszeniert und kann mit Spannung punkten. Aber für die ausschweifende Verwendung von Filmklischees gibt es eindeutig Punktabzug. Genrefans wird’s kaum stören.

Film-Wertung: 6 out of 10 stars (6 / 10)

Lockout
OT: Lockout
Genre: Sci-Fi, Action, thriller
Regie: James Mather, Steve Saint Leger,
Darsteller: Guy Pierce, Peter Stormare, Maggie Grace
FSK: ab 16 Jahren
Vertrieb: Leonine
Kinostart: 10.05.2012
DVD- & BD-VÖ: 21.11.2012