Heute geht es im #Sommerkino26 eher düster zu. Reisen können auch mal in die Hose gehen, so wie in dem Mystery-Thriller „Passengers“ von 2008, nicht zu verwechseln mit dem Sci-Fi-Thriller von 2016 oder mit dem aktuellen Gruselthriller von 2026. Überhaupt ist „Passengers“ ein eher häufig verwendeter Titel, aber das tunt nun nichts zur Sache. Ein Flugzeugabsturz ist Dreh- und Angelpunkt in Rodrigo Garcías Mystery-Thriller „Passengers“. Es gibt nur wenige Überlebende und eine junge Psychologin, erhält ihren ersten praktischen Einsatz: Die Betreuung der Traumatisierten.
Claire Summers (Anne Hathaway) beginnt mit Gruppensitzungen der wenigen überlebenden. Doch ein Passagier, Eric Clark (Patrick Wilson) weigert sich dort zu erschienen. Erstaunlicherweise hat er den Absturz völlig unbeschadet überstanden und verspürt seither ein unbestimmtes Hochgefühl. Claire hält dies für Besorgnis erregende Vorboten einer Psychose.
Während sich Claire immer intensiver auf Eric einlässt, wird ihre Therapiegruppe langsam aber sicher dezimiert. Die Mitglieder fühlen sich verfolgt und jeder meint sich an Absturzdetails zu erinnern, die nicht mit dem offiziellen Bericht der Airline übereinstimmen. Die Psychologin wittert eine mörderische Vertuschungsaktion der Fluggesellschaft.
Der unverletzte Überlebende
So spannend sich der Thrillerplot von „Passengers“ anhören mag, die Inszenierung bleibt einiges schuldig. Über lange Passagen des Films geht es eher dramatisch zu und wer Action erwartet, ist hier gänzlich verkehrt. Obwohl die Hauptdarsteller durchaus zu gefallen wissen und ihre Rollen ausfüllen, reicht es nicht die Beziehungsdynamik zwischen Anne Hathaways („Mother Mary„, „Die Odyssee„) und Patrick Wilsons („Watchmen„, „The Conjuring-Filmreihe“) Charakter auszuleuchten, dafür ist die Linie von Regisseur García nicht stimmig genug.
„Passengers“ wandelt zwischen Drama, psychologisierter Liebesgeschichte, Mystery und einigen wenig überzeugenden Thriller-Elementen. Im Ergebnis wirkt die Handlung häufig etwas lahm inszeniert und der Überraschungseffekt, wird im Wesentlichen dadurch erzielt, dass stimmungstechnisch urplötzlich das Genre gewechselt wird.
Mehr ins Detail zu gehen, würde bedeuten, zuviel zu verraten und die durchaus vorhandenen Überraschungen zu vermiesen. Doch jeder Film muss sich auch an der Creme de la Creme messen lassen und davon ist „Passengers“ weit entfernt und zu unoriginell.
„Passengers“ ist kein schlechter Film, handwerklich solide und mit guten Schauspielern sehenswert besetzt. Der Mystery-Thriller kam seinerzeit als Home-Entertainment-Premiere auf den Markt. Leider aber kann sich der Film nicht entscheiden, was er sein möchte und wird dadurch langatmig.
5/10
Passengers
OT: Passengers
Genre: Mystery, Drama, Thriller,
Länge: 89 Minuten, USA, 2008
Regie: Rodrigo García
Schauspiel: Anne Hathaway, Diane West, David Morse, Patrick Wilson
FSK: ab 12 Jahren
Verleih: Leonine, Wiederauflage: NSM Records /Alive
Kinostart: nicht in Deutschland
DVD-VÖ: 24.07.2009
RE-DVD_VÖ: 31.03.2023




