Mother Mary: Bühnenbilder

Im neuen Werk von Regisseur David Lowery braucht ein Popstar eine neues Bühnenaoutfit. Das führt zu einem schmerzhaften und kathartischen Wiedersehen alter Bekannter und zu einem symbolträchtigen Schaulaufen auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Und mittendrin Anne Hathaway, die schon immer wusste, dass das Böse haute Couiture trägt – im Kino ab dem 21. Mai 2026.

Mother Mary (Anne Hathaway) ist der größte Popstar den die Schauwelt aktuell zu bieten hat. Und der Star ht einen neuen Song am Start. „Spooky Action“ ist de betitelt und benötigt ein eigenes Bühnenoutfit. Denn Mother Mary ist bekannt für ihre extravaganten Gewänder. Doch die Armee der Schneider:innen kann es der Diva nicht Recht machen.

Vollkommen aufgelöst und nahe dem Nervenzusammenbruch erreicht Mother Mary das britische Eiland, dort hat die Modedesignerin Sam Anselm (Michaela Coel) auf dem Land ihren Firmensitz und ihre inspirierende Designscheune. Begeistert ist Sam nicht gerade, dass Mary auf ihrer Türschwelle auftaucht, denn die beiden waren mal ein Paar und was als kreative Partnerschaft begann, endete in Tränen und Therapie – zumindest für Sam, die daraufhin nach England zurückgekehrt ist.

Nun also will der Popstar ein neues Kleid, und die Schneiderin will keine Musik hören, braucht aber einen Referenzrahmen für den Klamottenentwurf. Und weil die Bedürftigkeitsverhältnisse sich scheinbar verschoben haben, beginnt Sam mit dem Entwurf und der Aufarbeitung des Vergangenen.

Das Gewand und die Ikone

Spätestens seit „The Green Knight“ ist David Lowery für extravagante Filme bekannt, auch wenn zwischendurch immer mal wieder kommerzielle Projekte geld in die Kassen spülen müssen. So wie die Realverfilmung von „Elliot und das Schmunzelmonster“ oder „ein Gauner und ein Gentleman“. Für „Mother Mary“ schrieb der Autorenfilmer auch das Drehbuch und versucht eine Exegese der des Divenkults in der Popkultur.

Es mag skurriles Timing sein, das quasi parallel auch die Fortsetzung von „Der Teufel tragt Prada“ in die Kinos kommt, und dennoch weiß David Lowery erstaunliche Bildwelten zu gestalten. Obwohl der Großteil des Dramas sich als theaterhafter Bühnendialog in der kargen Scheune präsentiert, gibt es immer wieder Momente, die mit furiosem Pomp und knalligen Showelementen inszeniert sind. Diese wirken wie eigenständige Musikvideos zu den esoterischen Sounds und Dancefloor Beats der Mutter Maria.

Doch so filigran und sprachgewandt die Dialoge und vor allem die Monologe der Sam Anselm auch gemeißelt sind, kann der Spaß an der Sprache nicht darüber hinewegtäusche, das sich „Mother Mary“ auf inhaltlicher Ebene verhoben hat. Da ist ganz viel Inszenierung und ganz wenig Inhalt hinter der Oberflächen. Mensch mag nun meinen, das sei kongenial, denn es spiegele die Pop-Kultur. Doch es ist zu aufgeblasen und nicht über Filmlänge tragfähig. Wennglich die beiden Actricen fulminant aufspielen.

Eine neue Bühnenrobe für de größten Popstar der Welt. Vor der Prämisse des Films „Mother Mary“ von David Lowery entfaltet sich ein theaterhafter Tanz um das goldene Kalb der verlorenen Liebe. Das verlorene Paradies bleibt flüchtig.

5

Mother Mary
OT: Mothjer Mary
Genre: Drama
Länge: 111 Minuten, UK/ USA, 2026
Regie: David Lowery
Schauspiel: Anne Hathaway, Michaela Coel
FSK: ab 12 Jahren
Verleih: Leonine
Kinostart: 21.05.2026

Schreibe einen Kommentar