Eigentlich sind die Top Listen für 2025 ja schon längst wieder Schnee von gestern. Aber: Am Sonntag ist Oscar-Verleihung und so komme ich nun noch mit meinen Lieblingsfilmen für 2025 um die Ecke. In der kommenden Woche gesellen sich da noch die besten Musikfilme und die besten Alben 2025 dazu. Selbstredend komplett subjektiv.
Hierzulande hat der Journalist:in immer dass Problem, das die Veröffentlichungsdaten der Kinostarts sich von den USA unterscheiden und dort auch anders herausgesucht wird, was denn für die Academy Awards nominiert werden darf. Das wäre quasi alles, was zwischen der letzten Nominierung und der diesjährigen veröffentlicht wurde.
Ich bin da anders gestrickt und nehme Veröffentlichungsdaten nach Kalenderjahr und auch nur offizielle Kinostart-Termine. Streaming und Home-Entertainment-Premieren werden nicht mehr berücksichtigt. Das hat zur Folge, dass einige Filme der Bestenliste bereits 2025 im Oscar-Rennen waren oder auch bereits ausgezeichnet wurden.
Anders als bislang gibt es auch eine Top 10 und keine Top 5. Die kommt bei den Musikalben und bei den Musikfilmen zum Tragen. Berücksichtigt werden hier zudem auch nur Spielfilme. Und ich merke einmal mehr, dass ich lange Filme mag. Genug geschwätzt: Der Countdown läuft.
10. „Amrum“ von Fatih Aktin
Ich weiß sehr wohl, dass etwa die Hälfte meiner Bekannten den Film und auch das Buch nicht mochten. Ich aber habe eine Inseljugend zum Kriegsende gesehen, die ein hinreißendes Erwachsenwerden erzählt. Nordisch by Nature. Aber das habe ich bereits in der Film-Review ausgeführt.
9. „Kneecap“ von Rich Peppiat
Ich stehe auf Musikfilme und die flotte Underdog-Story eines irischen Rap-Duos hat mich mit ihrer Energie einfach mitgerissen. Sicherlich hat der Film seine Macke, aber er hat auch Momentum und einen Groove, der bei mir verfängt. Nachzulesen im Film-Review.
8. „Für immer Hier“ von Walter Sallis
Das brasilianische Familiendrama nach wahren Begebenheiten hat bereits 2025 eine Oscar als bester nicht-englischsprachiger Film eingefahren – völlig zurecht. Die Geschichte, die während der Diktatur spielt und von Repression und dem Erhalt der eigenen Würde handelt ist vielschichtig und großartig ausgestattet und gespielt. Ebenfalls in der Review nachzulesen.
7. „Die Farben der Zeit“ von Cédric Klapisch
Ich bin Fan von Klapisch, auch wenn ich nicht alle seine Filme mag. „Die Farben der Zeit“geht auf eine hinreißende Kunst-Odyssee, die gekonnt und mit großartigem Ensemble auch eine schräge Familiengeschichte erzählt. Opulentes französisches Kino. Gleichermaßen zum Kinostart vorgestellt.
6. „Springsteen – Deliver me from Nowhere“ von Scott Cooper
Erneut ein Musikfilm, der es in meine Top 10 geschafft hat. Das Drama mit Jeremy allen White als Bruce Springsteen zeigt den Musiker in einer Phase des Umbruchs und Zweifels. Daraus sind zwei höchst unterschiedliche Meilensteine amerikanischere Musik entstanden. „Nebraska“ und „Born in the U.S.A.“. Ein intensives und toll ausgeleuchtetes Filmerlebnis, das auch auf brutstatt.de vorgestellt wurde.
5. „Stormskärs Maja“ von Tiina Lymi
Ein dreistündiges finnisches Epos über eine einfache Fischersfrau. Na ja, so ähnlich. Die Literaturverfilmung eines finnischen Klassikers ist eine wunderschöne Lebensgeschichte, die mit skandinavischer Offenheit und Natürlichkeit besticht. Das ist nicht nur ein toller „Frauenfilm“ sondern präsentiert atemberaubende Landschaften. Hier geht’s zur Filmvorstellung.
4. „Flow“ von Gints Zilbaloids
Das animierte Tierabenteuer ohne Worte hat ebenfalls bereits 2025 einen Oscar als bester Animationsfilm gewonnen. Es dauert ein bisschen sich in den Animationsstil einzuschauen, aber die Abnteuer einer Katze in einer überfluteten Welt sind ganz einfach hinreißend und tiefgründig zugleich. Unterwegs gibt es so viel Möglichkeitendie eigene Imagination fließen zu lassen. Das ist schon sehr außergewöhnlich. Hier geht’s zum Review.
3. „When Evil Lurks“ von Demián Rugna
Selten genug kann ein Horrorfilm noch wirklich was bewegen außer Teenie-Stress. Das Auftauchen des Bösen in der argentinischen Provinz ist von diabolischer Hintersinnigkeit, derbe und von einigem Ekel. Diverse Larvenstadien des Bösen später bin ich fasziniert von der Konsequenz und der Inszenierung mit begrenzten Produktionsmitteln. Auch dieses Genre-Juwel wurde zum Kinostart vorgestellt.
2. „The Brutalist“ von Brady Corbet
Die epische Lebensgeschichte eine s Holocaust überlebenden und Architekten, der in Amerika einen Neuanfang versucht ist einfach furios. Adrian Brody hat zurecht einen Oscar für die beste Hauptrolle bekommen und auch Musik und Kameraführung wurden mit einem Oscar belohnt. Möglicherweise hat dem Film die Diskussion über den Einsatz von KI etwas geschadtet und sicherlich ist das fordernde Sujet in seiner Länge und Ausführlichkeit nicht für jedermann zugänglich. Tatsächlich habe ich „The Brutalist“ als einzigen Film meiner Top 10 nicht vorgestellt, wahrscheinlich weil ich zu beschäftigt damit war, den Film immer wieder zu sehen. Wer guckt schon 3 mal dasselbe Ding in 3 Wochen. Spätestens wenn der Bus über die Landstraße rollt, bin ich wieder mittendrin in diesem zerrütteten Leben.
1. „Blood & Sinners“ von Ryan Coogler
Ist das noch Horrorfilm oder schon Blues Mythologie? In dieser Story aus dem amerikanischen Süden der 1930er Jahre ist so viel Musik und schwarze selbstermächtigung drin, dass es nur so raucht im Schornstein. Mit Michael B. Jordan in der Doppelrolle der Zwillinge Smoke & Stack, den Blitz gibt’s umsonst dazu. Und Jack O’Donnell ist ein charismatischer Bösewicht. Bis die Hitze der Nacht überkocht. Das habe ich schon zum Kinostart abgefeiert.
Spezielle Erwähnung
„Yi Yi – A One and a Two“ von Edward Yang
Dieser Ausschnitt aus dem Leben einer Familie in Taiwan kam ursprünglich 2001 in die kinos. Die restaurierte Fassung wurde 2025 in Cannes vorgestellt und kam als Wiederaufführung noch einmal in die Kinos. Was für ein hinreißender, ruhiger fließender Film, der so vielschichtig und offen beobachtet ohne zu bewerten. Voller wunderbar komponierter Bilder ist „yi Yi längst ein moderner Klassiker. Hier geht’s zum Film Review.










