Savage Avengers 3: Drachen und Zauberer

Nun gehen die Abenteuer von Conan dem Barbaren in unserer Zeit mit den „Savage Avengers“ weiter. Im dritten Sammelband der Reihe „Drachen und Zauberer“ legt Autor Gerry Duggan vor allem Action in die Wagschale um die Lesergunst. Das hat so seine starken Momente aber die Story hat ein bisschen den Faden verloren und franst an den Rändern aus. Doch lest selbst.

Wer sich erinnert, findet Conan den Barbaren in diesem Erzählstrang des Marvel-Universum, der quasi parallel und ohne Verbindung zum Rest existiert, in unserer Zeit wieder. Sein Erzfeind der böse Magier Kulan Ghat ist durch die Zeit gereist und hat im Wilden Land einen Blutkult beschworen, den zu bekämpfen eine ganze Reihe von Helden aufgebrochen sind…besser gesagt als vermeintliche Opfergaben hergelockt. Nachzulesen in Savage Avengers Band 1.

Anschließend wandelte Conan etwas orientierungslos durch Südamerika und der Magier Stephen Strange ist sich nicht sicher, ob der Barbar aus dem hyperboreischen Zeitalter eine Bedrohung ist. Conan macht derweil in Mexiko einem Drogenkartell den Garaus. Nachzulesen in Savage Avengers 2.

Es bringt für neue Leser also wenig, ausgerechnet mit diesem dritten Sammelband in die Story einzusteigen. Den Auftakt der sechs US-Hefte umfassenden Ausgabe machte eine Episode, in der Elektra und Dr. Strange die Geschichte ihres bösen Gegenspielers Kulan Ghat herausfinden. Anschließende rekrutiert der Oberste Magier ein Team, um die fehlenden beiden Augen des Agamotto zu finden. Die sind nötig, um Kulan Ghat zu besiegen.

Ghat hat derweil in Mexiko ein Drogenkartell unter seine Kontrolle gebracht und seine kuttentragenden Jünger, strecken das Dope mit magischen Zutaten, so dass alle Junkies zu menschenfressenden Inkarnationen einer uralten Gottheit werden. Conan und Co kriegen es derweil im belgischen Brügge mit einen unausgeschlafenen Drachen aus Asgard zu tun.

Wer bei brutstatt.de die Comic-Vorstellungen liest, weiß, dass mich schon der zweite Band der „Savage Avengers“ nicht so recht überzeugte. Das Momentum des Zeitsprungs war fast gänzlich verpufft und die Geschichte strecke ihre Fühler und Nebenhandlungen immer weiter aus. Immerhin schien es nach US-Ausgabe 10 ein Etappenfinale zu geben. Nun wirkt es, als hätte Gerry Duggan den Faden verloren, beziehungsweise einen neuen begonnen, um daraus ein Knäuel zu bilden.

Wer sich im Editorial die zeitliche Abfolge der US-Ausgaben anschaut, wird feststellen, dass „Savage Avengers“ 11, mit der Biografie des bösen Zauberers, im Mai 2020 erschien. Ausgabe 12 aber erst im November. Hier beginnt die neue Story also erst richtig. Nun kann eine halbjährige Pause diverse auch pandemie-bedingte Gründe haben, möglich wäre aber auch ein nachlassendes Leserinteresse.

Während die Geschichte Kulan Ghats noch erzählerisch und zeichnerisch zu überzeugen weiß und einen starken Auftakt hinlegt, kann der Rest des Bandes kaum über actionreiche und zum Teil unnötig brutale Unterhaltung hinauskommen. Das gilt für die Story, die sich aus einer Aneinanderreihung von Action-Sequenzen zusammensetzt, die einer Videospiel-Quest würdig wäre, aber keine wendungs- oder spannungsreiche Geschichte erzählt. Und das gilt ebenso für das Artwork, das der barbarisch fantastischen Action nur bedingt gerecht wird. Zu statisch sind die Panels ausgefallen, die Charaktere zu schablonenhaft und in der Pose erstarrt, statt in der Action aufzugehen. Die Kolorierung von Java Tartaglia kann dabei gefallen, aber keine originären Impulse setzen. Die Zeichnungen sind nicht schlecht, kommen nur nicht über handelsübliches Mittelmaß hinaus.

Es scheint, als wären nicht alle guten Dinge drei. In Sachen „Savage Avengers“ hätte es vielleicht eine Miniserie getan, die mit dem barbarenstarken ersten Sammelband beendet wäre. Autor Gerry Duggan („Deadpool vs Hawkeye“) gelingt es im dritten „Savage Avengers“ Sammelband nicht, Spannung zu erzeugen und eine klar konzeptionierte Truppe aus dem Hut zu zaubern. Stattdessen mehr zweitrangige Charaktere, mehr abstruse Handlungsorte und mehr seltsame Storyelemente.

Comic-Wertung: 5 out of 10 stars (5 / 10)

Savage Avengers 3: Drachen und Zauberer
OT: Savage Avengers 11-16, Marvel Comics, 2020-2021
Genre: Comic, Superhelden, Fantasy
Autor: Gerry Duggan
Zeichner: Butch guice, Adam Gorham, Patch Zirner
Farben: Alex Guimaraes, Java Tartaglia
Übersetzung: Michael Strittmatter
ISBN: 9783741622212
Verlag: Panini Comics, Softcover, 140 Seiten
VÖ: 01.06.2021

„Savage Avengers 3: „Drachen und Zauberer“ bei Panini Comics

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