Das beliebte Videospiel-Franchise um die Marke „Resident Evil“ ist genauso schwer kaputtzukriegen wie die Untoten, die die Umbrella Corporation versehentlich freigesetzt hat. Nun nimmt sich „Weapons“-Regisseur Zach Cregger eine weitere Verfilmung des monströsen Grauens vor. Ein Organkurier hat eine Eillieferung ins winterliche Racoon City.
Eigentlich hat Bryan (Austin Abrams) längst Feierabend, als er im Krankenhaus ein Spenderorgan abliefert. Aber dann winkt eine lukrative Extratour und Bryan nimmt an, obwohl er seiner Freundin versprochen hat, nach Hause zu kommen. Die hatte nämlich angerufen, weil sie schwanger ist. Nun schlingert Bryan mit seinem alten Auto ohne Schneeketten über eine winterliche Waldpiste nach Racoon City.
Und da rennt ihm auch eine Frau vor die Karre. Die seltsam bleiche Gestalt schleppt sich in den Wald, wo Bryan sie aufliest. Er will die Verletzte ins Krankenhaus mitnehmen und schleppt sie ins Auto, doch weit kommen Bryan und sein Fahrgast nicht, als ein Polizist das Auto wegen auffälligem Fahrverhalten anhält.
Bryan erklärt die Situation, der Polizist ist bemüht, Leben zu retten, nimmt die Verletzte ins Dienstauto und kurz darauf hat die wieder erwachte Monsterfrau den Cop gekillt und rast auf Bryan zu, der zur Hilfe kommen will. Auch auf der nahegelegenen Farm warten unangenehme Überraschungen auf den Organ-Kurier. Es bleibt fraglich, ob er seine Lieferung heute noch ausgeliefert bekommt.
Wildunfälle im Winterwald
„Resident Evil“ anno 2026 ist weniger Action als Horror und ein bisschen Humor. Dazu ein kurzer Ausflug in die Geschichte von Videospiel und anderen Abenteuern. Die Games-Firma Capcom hat seit 1996 eine Videospielreihe namens „Resident Evil“ aka „Biohazzard“ (in Japan) am Start. Kern der Handlung ist, dass die ominöse Biotech-Firma Umbrella Corporation einen Laborunfall hatte, der Menschen in rasende, zombie-artige Kreaturen verwandelt. Nun gilt es, ein Heilmittel zu transportieren, den Monstern Einhalt zu gebieten oder etwas aus dem Labor zu holen. You name it.
Als „Resident Evil“ anno 2022 einen Film-Reboot und eine TV-Serie bekam, war man bei 10 Hauptgames und diversen Spin-offs angekommen. In Sachen „Resident Evil“-Film war Action-Ikone Milla Jovovich („Das fünfte Element“) von 2002 bis 2017 in sechs leinwandfüllenden futuristischen Horror-Actionern zu sehen.
Regisseur Zach Cregger setzt in seiner Story aus dem „Resident Evil“-Universum auf eine gute Grundidee, sein Leinwand-„Held“ Bryan ist ein Durchschnittstyp, wie wohl viele der Gamer auch. Er hat eine Aufgabe zu erledigen und ist mit Situationen und Bedrohungen konfrontiert, die ihn überfordern und die sich konstant steigern. Im Grunde genommen setzt der Film also auf eine „Videospiel-Erfahrung“. Hinzu kommt eine entsprechende Retro-Optik und auch die eine oder andere Sequenz, die an Ego-Shooter erinnert. Das ist schon stimmig.
Vom mutierten Landleben zur toxischen Stadt
Allerdings ist die Story auch entsprechend aufgebaut und so merkt mensch den Szenen an, dass sie die Spieleerfahrung erlebbar machen wollen, hier muss Munition gesucht werden, da braucht’s einen Schlüssel, hier ist der offensichtliche Weg versperrt, da muss mensch einfach schnell sein. Wirklich innovativ ist so ein Storyaufbau im Jahr 2026 nicht, es mag aber funktionieren, weil das Game bereits 30 Jahre alt ist und jüngere Zuschauer die Anfangsphase des Videospielbooms nicht kennen.
Die Horrormomente sind nicht eben subtil in Szene gesetzt und kommen oft mit entsprechend knalligem Sounddesign. Und wenn es zu spannend wird, muss Humor für Entspannung sorgen. Comic Relief ist legitim, aber ehrlicherweise sind mir die Monster zu albern und überzogen und auch das Herumgestocher des Protagonisten Bryan ist mir zu belanglos. Das Austreten biologischer Substanzen bei Laborunfällen ist eine ernste Angelegenheit und ich will meine Monsterjagd mit dem nötigen Ernst und solider Action. Aber das mag längst nicht jede:r so sehen.
„Resident Evil“ anno 2026 stülpt die Monsterjagd auf den Kopf, setzt auf immersiven nostalgischen Video-Spiel-Charme und humorigen Spannungsaufbau. Das mag für den einen oder die andere im Publikum funktionieren, den Kern der „Resident Evil“-Serie trifft es nicht.
4 von 10
Resident Evil
OT: Resident Evil
Genre: Horror
Länge: 94 Minuten, D/USA, 2026
Regie: Zack Cregger
Basierend auf der „Resident Evil“-Videospiel-Reihe
Schauspiel: Austin Abrams, Kali Reis, Paul Walter Hauser,
FSK: ab 16 Jahren
Verleih: Constantin Film
Kinostart: 17.09.2026





