Gegen Ende des #Sommerkino26 wird es noch einmal abenteuerlich. Lars Büchels Neuverfilmung des Jugendbuchs „Lippels Traum“ tritt den Beweis an, dass man auch heute noch gelungene Jugendfilme machen kann, die ohne CGI auskommen. Das Wichtigste bleibt eine Geschichte, die funktioniert – und die ist schließlich von Sams-Erfinder Paul Maar.
Phillip, genannt Lippel (Karl Alexander Seidel), ist der Sohn des allein erziehenden Star-Kochs Otto Mattenheim (Moritz Bleibtreu). Der muss für eine Woche in die USA und hat eine neue Haushälterin angestellt. Doch Frau Jakob (Anke Engelke) ist Ordnungsfanatikerin und kann mit Kindern im Grunde nichts anfangen. Klar, dass das Probleme gibt.
Dabei hat Lippel schon genug Ärger in der Schule, denn der blöde Hermann lauert ihm regelmäßig vor Schulbeginn auf und Konrektor Färber meckert genauso regelmäßig, dass Lippel zu spät kommt. Doch eines Tages bekommt er mit Hamide und Arslan neue Mitschüler und neue Freunde. Außerdem hat sein Vater ihm ein Buch geschenkt: Die Geschichten aus 1001 Nacht.
Als Lippel zu lesen beginnt, träumt er sich in die exotische Welt und mitten hinein in eine Abenteuergeschichte. Doch seltsamerweise sind die Figuren der Geschichte alle aus Lippels Welt herübergekommen. Sein Vater ist der König, Frau Jakob die böse Tante, Arslan und Hamide die Kinder des Königs. Eines Tages verbannt der König seinen Sohn aufgrund falscher Beschuldigungen aus seinem Königreich und Lippel muss sich ordentlich anstrengen, um die Sache aufzuklären.
Abenteuer aus dem Orient
Autor Paul Maar hat bei der zweiten Verfilmung von „Lippels Traum“ (Das Buch wurde bereits 1991 verfilmt) zusammen mit Drehbuchautor Ulrich Limmer selbst am Drehbuch mitgearbeitet. Herausgekommen ist eine tolle und kindgerechte Geschichte, die statt auf Computertechnik zu setzen, an exotische Schauplätze entführt und so die Fantasy der Zuschauer beflügelt.
Dabei geht es witzig und temporeich zur Sache und die Schauspieler, allen voran Lippel-Darsteller Carl Alexander Seidel, haben nicht nur Spaß an der Arbeit, sondern wissen auch zu überzeugen. Anke Engelke beweist als Frau Jakob einmal mehr, dass sie einfach ein Allround-Talent ist und schafft es einen dominanten Charakter zu spielen, der dem jungen Hauptdarsteller aber zu keiner Zeit die Schau stiehlt.
Es kommt dem Film zugute, dass die orientalischen Szenen in Marokko gedreht wurden. Das wirkt jederzeit authentisch und für einen „Traum“ sehr realistisch. Dabei bleibt der Film bewusst auf dem Teppich, und die jungen Zuschauer haben so die Möglichkeit, dem Geschehen nicht nur zu folgen, sondern tatsächlich in Lippels Situation einzutauchen.
„Lippels Traum“ ist ein wunderbarer Jugendfilm, der unterhält und ein aufregendes Abenteuer bietet. Gleichzeitig macht der Film Mut zum Träumen und zur Fantasie. Und das zahlt sich dann auch in der Realität aus.
7 von 10

Lippels Traum
OT: Lippels Traum
Genre: Abenteuer, Jugendfilm
Länge: 84 Minuten, D, 2009
Regie: Lars Büchel
Vorlage: Roman von Paul Maar
Schauspiel: Karl Alexander Seidel, Anke Engelke, Moritz Bleibtreu
FSK: ab 6 Jahren
Vertrieb: Universum /Leonine
Kinostart: 08.10.2009
DVD-VÖ: 12.03.2010
