Vexille: Pimp my Anime

Aus dem Archiv in den #Anijanuar: „Vexille“ von 2007. Fans mussten hierzulande lange warten, bis der hochgelobte Anime-Blockbuster von „Appleseed“-Macher Fumihiko Sori auch auf Blu-ray veröffentlicht wurde. Fans wird es freuen, da die CGI-animierten Sequenzen mit gnadenloser Bildqualität und viel Bonusmaterial an den Start geht.

Im Jahr 2077 sieht die Welt einer existentiellen Bedrohung entgegen, die von Japan ausgeht. Der Inselstaat hatte sich zehn Jahre zuvor aus den Vereinten Nationen zurückgezogen, um weiter an biomechanischen Waffen experimentieren zu können. Seither weiß niemand, was sich in Japan tut, das sich durch undurchdringliche Schutzschilde separiert.

Auf einer Geheimkonferenz treffen sich wichtige Politiker aus allen Ländern mit den Vertretern des führenden japanischen Waffenkonzerns, doch das Treffen wird überfallen und beinahe alle Anwesenden sterben. Das Sonderkommando SWORD kommt zu spät und kann den Angriff nicht verhindern.

Abgeschottetes Japan

Ein Mitglied der japanischen Delegation stellt sich als „Biometallischer“ Organismus heraus. Damit ist klar, dass die verbotene Forschung in Japan zur Perfektion gebracht wurde. Nun bedroht der Konzern Amerika, denn ihm sind die menschlichen Versuchsobjekte ausgegangen. Eine SWORD-Einheit soll nach Japan eindringen und die Gefahr abwenden. Mit dabei sind Soldatin Vexille und ihr Freund Leon, der als einer der letzten Ausländer aus Japan ausgewiesen wurde.

Die Einheit wird entdeckt und vernichtet. Nur Vexille überlebt und wird von japanischen Widerstandskämpfern gerettet. Dort trifft sie Maria, die sich als ehemalige Geliebte von Leon herausstellt. Doch der Kampf gegen den gemeinsamen Feind und um das Fortbestehen der Menschheit eint die beiden Kämpferinnen. Der Widerstand geht in seine entscheidende Phase, denn der Wissenschaftler Saito will die Weltherrschaft.

Zugegeben, die Story ist etwas nebensächlich und wirkt ein bisschen absurd, aber Regisseur Sori selbst sagt, dass es ihm nicht so sehr um die Geschichte ging. Was „Vexille“ ebenso wie schon „Appleseed“ ausmacht, sind die Bilder und Actionsequenzen. Vom Aufbau und der Tradition her im Anime-Stil gehalten, werden die Sequenzen durch den Einsatz von CGI allesamt 3-D animiert.

Das führt zu einer neuartigen Vermischung von Tradition und Moderne, die durchaus gelingt und auch ein neues Zielpublikum erschließt. Ähnlich wie „Final Fantasy“ komplett nach realistischen Vorbildern animiert ist, so nimmt sich Fumihiko Sori den traditionellen japanischen Zeichentrickfilm vor und motzt ihn gehörig auf.

Actionspektakel mit CGI-Power

Das Spektakel funktioniert und Actionfans werden ihre wahre Freude haben, da doch gerade in der ersten Filmhälfte aufs Heftigste geballert und gekämpft wird. Die Story wird hinterher weitergesponnen. Man merkt in jeder Phase des Films, dass der Schwerpunkt der Produktion auf den Bildern und ihrer beeindruckenden Wirkung liegt.

Der Soundtrack unterstützt das sehr gekonnt. Zwar sind einige aufgenommene filmische Anregungen nicht zu übersehen, wie etwa die Verwandschaft der Metallwürmer in der Wüste mit den Sandwürmern aus „Dune“, aber das darf durchaus auch als Hommage verstanden werden.

Doch die hochgezüchteten Animationen lassen es auch deutlich an filmischer Atmosphäre fehlen, die dem Anime sonst häufig zu eigen ist. Auch die deutsche Synchronisation ist nicht gerade überwältigend und nimmt dem Geschehen einiges an Wirkung.

Insgesamt kann „Vexille“ als Spektakel und Actionfilm durchaus überzeugen und weiß zu unterhalten. Angesichts der mäßig durchdachten Story hat der Film allerdings auch Längen, eine kürzere Spielzeit hätte nicht geschadet. Imposantes Kino gerade in High Definition, aber kein Genre-Highlight.

Film-Wertung: 6 out of 10 stars (6 / 10)

Vexille
OT: Vexille
Genre: Anime, Sci-Fi, Action
Länge: 100 Minuten, J, 2007
Regie: ‎Fumihiko Sori
FSK: ab 12 Jahren
Vertrieb: WVG Medien
Kinostart: nicht in Deutschland
DVD-VÖ: 29.01.2009

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