Colombiana: Orchideen zum Abschied

Man mag von Luc Besson als Regisseur und Produzent ja halten, was man will, der Mann hat Klassiker des Sci-fi und Action-Genres geschaffen. Aus dem Archiv eine eher unterschätzte Perle mit einer Hauptdarstellerin, die anschließend so richtig durchstartete: Zoe Saldana. Frankreichs Action-Dream-Team Luc Besson und Olivier Megaton schickt den Hollywood-Star auf einen Rachefeldzug. Das hat Tempo und hohen Unterhaltungswert. Wahnsinnig originell ist die Story indes nicht gerade. Aus dem Archiv: „Colombiana“ von 2011.

In Bogota muss das Mädchen Cataleya, benannt nach einer einheimischen Orchideenart, hilflos mit ansehen, wie ihre Eltern im Drogenkrieg hingerichtet werden, nachdem ihr Vater beschlossen hat, auszusteigen. Mit Hilfe von Geheiminformationen ihres Vaters gelingt es Cataleya in der US-Botschaft Unterschlupf zu finden und in die USA zu entkommen. Bei ihrem Onkel lässt sich die zielstrebige und intelligente junge Dame zur Killerin ausbilden, weil sie Rache will.

Jahre später ist die erwachsene Cataleya (Zoe Saldana) eine vielbeschäftigte Profikillerin und Onkel Emilio (Cliff Curtis) besorgt das Geschäftliche. Was er nicht weiß, Cataleya hinterlässt bei allen Zielen, die etwas mit der kolumbianischen Drogenmafia zu tun haben den Umriss einer Cataleya-Orchidee auf dem Opfer. Die Polizei ist ihr bereits auf den Fersen, doch das Kartell, das ihre Eltern ermordet hat, rührt sich nicht. Ausgerechnet jetzt beschließt Cataleya sich auf eine ernsthafte Beziehung einzulassen und begeht einen folgenschweren Fehler.

Die Story geht in Ordnung schließlich kann zuviel Handlung im Genre auch mal störend sein. Was anfänglich an Bessons „Leon“ erinnert, tappt nicht in die Falle einen Abklatsch zu werden. Die Ausbildungsphase der jungen Killerin in „Colombiana“ wird komplett ausgespart. Stattdessen setzen Produzent und Drehbuchlieferant Luc Besson („Das fünfte Element“, „Valerian“) und Regisseur Olivier Megaton („Transporter“) auf solide Action, flirrend gefilterte Szenerien und hohes Tempo. „Colombiana“ steht das gut zu Gesicht, auch wenn man gelegentlich das Gefühl nicht los wird, einen weiblichen „Mechanic“ vor sich zu haben.

„Colombiana“ ist voll und ganz auf Hauptdarstellerin Zoe Saldana („Star Trek“, „Guardians of the Galaxy“) zugeschnitten und die Action-Amazone nimmt man ihr ohne Weiteres ab. Die Polizei in Form von FBI-Agent Ross (Lennie James) kommt zwar immer einen Tick zu spät, macht ihre Sache aber gut. Auch die Bösewichte sind stimmig besetzt, allen voran Jordi Mollà als Oberhandlanger Marco, der schon in „Bad Boys 2“ den Drogenfiesling mimte.

Die Filmmacher hinter Colombiana“ wissen was der Fan erwartet und agieren entsprechend souverän: Drehs an authentischen Schauplätzen, viel handgemachte Action und vergleichsweise wenig Computereffekte. Das wirkt trotzdem nicht altbacken, sondern vielmehr traditionsverhaftet auch positive Weise.

Für Action-Fans ist also alles im grünen Bereich und „Columbiana“ überzeugt auch nach wiederholtem Anschauen handwerklich solide und mit funktionierender Story, allerdings auch ohne Glanzpunkte, die einen lange begleiten. Zoe Saldana kommt als Killer-Queen schnörkellos auf den Punkt.

Film-Wertung: 6.5 out of 10 stars (6,5 / 10)

Colombiana
OT: Colombiana
Genre: Action, Thriller,
Länge: 108 Minuten, F/USA, 2011
Regie: Olivier Megaton
Darsteller:innen: Zoe Saldana, Michael Vartan, Jordie Mollà
FSK: ab 16 Jahren
Vertrieb: Leonine
Kinostart: 15.11.2011
DVD- & BD-VÖ: 27.01.2012

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