Star Trek: Kosmische Jugend neu erzählt

Aus dem Archiv, um euch das Jahresende zu verschönen. Die aktualisierte Kinokritik zum Auftakt der „Star Trek“ filme von J.J.Abrahms. 2009 mischte der megaerfolgreiche Produzent und Regisseur die Karten für die Filmreihe um das Raumschiff „Entrerprise“ neu und kam mit der Idee einer Reihe von Prequels ums eck. Das ist zwar nicht sonderlich originell, funktionierte aber mit wesentlich mehr Action und Turbulenz und neuem Personal für die kultigen Raufahrt-Ikonen. Also: „Der Weltraum…

…dies sind noch nicht die Logbücher des Raumschiff Enterprise, sondern die Entwicklungen, die einmal dazu führen sollen, dass die Enterprise mit jener Besatzung auf kosmische Erkundungsfahrt geht, die 1966 im Fernsehen für einen Kult gesorgt haben und seither etliche Ableger und Fortsetzungen in Serienformaten und in Spielfilmen in die Programme brachten. Aber das ist längst TV- und Kino-Geschichte.

Das elfte Kinoabenteuer der „Star Trek“ Serie, das 2009 in die Kinos kam, stellt in vielerlei Hinsicht einen Neubeginn dar: Neue Macher, neues Konzept und eine Handlung die der Original Serie von 1966 direkt vorangestellt ist. Mehr dazu in der Doku „Trek Nation“. Wenn man nun schon weiß, dass eigentlich eine Trilogie mit der Neubesetzung der alten Crew geplant ist, stellt sich die Frage, wie das gehen soll? (Ein vierter Film ist seit längerem angekündigt, aber wer weiß heute schon, wann daraus etwas wird) doch „Star Trek“ funktioniert und zwar ganz ausgezeichnet und die Drehbuch-Autoren haben sich alle Optionen offen gehalten.

Die Neubesetzung und -definition der bekannten Charaktere Kirk, Scotty, Pille, Uhura, Chechov, Sulu und Spock birgt natürlich (kalkulierbare) Risiken. Doch nachdem „Star Tek: Nemesis“ nicht gerade ein Kino-Highlight gewesen ist, hat man sich intensiv mit den Fanwünschen für weitere Star Trek Abenteuer auseinandergesetzt und darf auf eine breite Akzeptanz in der Trekkie-Gemeinde hoffen.

So sollen auch die Charaktere im Mittelpunkt stehen, auch damit nicht zuviel von der Handlung verraten wird. „Star Trek“ zeigt die bekannten Helden in jugendlichen Jahren und am Anfang ihrer Karriere. Der Focus, der sich auch in der Handlung wiederspiegelt, liegt dabei in einer Rivalität zwischen James T. Kirk (Chris Pine) und dem Vulkanier Spock (Zachary Quinto), was nicht weiter verwundert, wenn man die unterschiedlichen Temperamente der beiden bedenkt. Umso erstaunlicher, dass und wie aus den beiden Kontrahenten jemals Freunde werden sollen.

Chis Pine gibt Kirk viel jugendliches Draufgängertum mit auf den Weg. Während der Ausbildung an der Akademie der Sternenflotte arbeitet sich Kirk am Vorbild seines toten Vaters ab und versucht sich an dessen Leistung zu messen. Kirk will Verantwortung und fordert sie ein. Doch nicht alle sehen hinter dem risikobereiten Verhalten des Jungen Adepten die Umsicht und Größe die Verantwortung auch auszufüllen. Gerade Spock bezweifelt die Führungsqualität von Kirk und lässt ihn dies auch wissen. Jemandem der sich streng logisch verhält, muss Kirk unverständlich erscheinen.

Doch auch die anderen Crew-Mitglieder bekommen ihre Szenen im neuen Star Trek Abenteuer und die Neubesetzung ist rundum gelungen. Vor allem Karl Urban als Pille weiß durch erstaunliche Ähnlichkeit zu überzeugen. Doch auch Neu-Scotty Simon Pegg füllt die Rolle mit Leben, auch wenn rein äußerlich wenig Ähnlichkeit mit James Doohan besteht. Den eigenwilligen aber genialen Tüftler nimmt man ihm auf jeden Fall ab. Gleiches gilt für Uhura und Sulu.

Anton Yelchins Interpretation des jungen Chechov überrascht ein wenig, ist aber auch schlüssig. Frisch von der Akademie übertreibt er in der Originalfassung eventuell ein wenig mit dem russischen Akzent, doch den nerdigen Enthusiasmus bei seinem ersten Einsatz spielt er brilliant. Die Überraschung über das eigene Können scheint ihn wirklich zu erstaunen. Tragischer Weise ist Yelchin 2016 tödlich verunfallt.

Die Crew der „Enterprise““ funktioniert also, genau wie auch die Story Hand und Fuß hat. Vielleicht hätte man sich die monströsen Bewohner des Eisplaneten schenken können, aber die restlichen Effekte und Spektakel sind allesamt gelungen. Fehlt also nur noch ein richtig überzeugender Bösewicht. Und genau den liefert Eric Bana („Hulk“) als rachedurstiger Romulaner Nero. Ein würdiger Gegner! Ein sehenswertes Weltraumabenteuer.

„Star Trek“ kann auf ganzer Linie überzeugen und die Verjüngungskur tut dem Weltraum-Dampfer U.S.S. Enterprise gut. Auf meiner persönlichen „Star Trek“-Kinoliste nach „Star Trek 8: Der erste Kontakt“ und „Star Trek 4: Zurück in die Gegenwart“ die Bronze-Medaille drin.

Film-Wertung: 8 out of 10 stars (8 / 10)

Star Trek
OT: Star Trek
Genre: Science-Fiction, Abenteuer,
Länge: 127Minuten, USA, 2009
Regie: J.J. Abrahms
Darsteller: Chris Pine, Zoe Saldana, Eric Bana, Zacharia Quinto,
FSK: ab 12 Jahren
Vertrieb: Paramount / Universal
Kinostart: 07.05.2009
DVD-& BD-VÖ: 01.12.2009

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