Shootout – Keine Gnade: Kugel im Kopf

Aus dem Archiv in den #Thrillzember: „Shootout – Keine Gnade“ von 2013. Wenn sich zwei Action-Veteranen an eine Comic-Verfilmung machen, wollen sie das Rad nicht neu erfinden, sondern einfach einen drauf machen. Silvester Stallone vor der Kamera und Walter Hill dahinter legen mit „Shootout“ ein vorhersehbares, altmodisches Buddy-Movie ab. Coole Sprüche und handgemachte Action.

In New Orleans erledigt der alternde Profikiller Jimmy Bonomo (Silvester Stallone) zusammen mit seinem Partner souverän einen Auftrag, doch statt der ausgemachten Bezahlung wartet der Söldner Keegan (Jason Momoa) auf die beiden Profikiller und legt Jimmys Partner um. Dem stinkt das gewaltig, doch er kann den Typen nicht auftreiben, der den Job vermittelt hat.

Das Opfer des Auftragsmordes war ein New Yorker Undercover-Cop, deshalb schaltet sich Taylor Kwon (Sung Kang) ein. Der junge, smarte Polizist zieht ziemlich schnell eine Verbindung zwischen den beiden Leichen. Jimmy ist scheinbar der gemeinsame Nenner, doch der ist an Zusammenarbeit nicht interessiert. Als Kwon aber in einer Tiefgarage von Polizisten aufgelauert wird, überlegt Jimmy es sich anders. Die beiden machen sich auf die Suche nach den Hintermännern und geraten an den Immobilien-Investor Robert Nkomo Morel (Adewale Akinnouye-Agbaje), auf dessen Gehaltsliste auch Keegan steht.

Graphic Novel „Du plomb dans la tete“

Drehbuchautor Alessandro Camon („The Messenger“) gibt sich Mühe, die Vorlage des französischen Autors Alexis Nolente (aka Metz), die Graphic Novel „Du plomb dans la tete“ (englisch: „Bullet to the Head“ wie auch der Filmtitel) für die Leinwand fit zu machen und Stallone die Rolle dabei auf den Leib zu schreiben. Viele der übrigen Charaktere aber sind ziemlich plakativ angelegt -wie etwa Bonomos Tochter Lisa (Sarah Shahi) und vor allem die Bösewichte Nkomo Morel, Keegan und auch Anwalt Marcus Baptiste (Christian Slater). Auch die zugrunde liegende Korruptions- und Immobilienaffäre ist als Bedrohungsszenario ein wenig lahm.

Was als Comic durchaus funktionieren mag, reicht im Film nur als mäßige Rahmenhandlung, die bisweilen ziemlich konstruiert wirkt. Der Actioner wirkt insgesamt ein bisschen altbacken, aber immerhin gibt es einen Haufen Kloppereien und Explosionen. Die beiden Hauptdarsteller sorgen für markige Sprüche und Silvester Stallone beweist erneut, dass er im Alter ebenso als Action-Ikone taugt wie als selbstironischer Held.

Einigermaßen kurzweilig ist „Shootout – Keine Gnade“ trotz einiger Schwächen dennoch geworden und Regisseur Walter Hill weiß nach „Nur 48 Stunden“ und „Red Heat“ immer noch, wie man ein ungleiches Team effektvoll in Szene setzt. Und wer auf Stallone-Filme steht, kriegt auch hier, was er erwartet. Allerdings nicht in „Expandables“-Qualität.

„Shootout – Keine Gnade“ ist keineswegs missraten, nur leider komplett vorhersehbar und irgendwie retro, was Action, Story und Charaktere angeht. Stallone steht das freilich gut zu Gesicht und wer von seinem Kinobesuch nicht mehr verlangt, darf sich auf Ballereien und Sprüche freuen. Solide Action, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Film-Wertung: 5 out of 10 stars (5 / 10)

Shootout – Keine Gnade
OT: Bullet to the Head
Genre: Action, Thriller, Comic-Verfilmung
Länge: 92 Minuten, USA, 2012
Regie: Walter Hill
Darsteller:innen: Silvester Stallone, Sarah Shahi, Christian Slater
FSK: ab 16 Jahren
Vertrieb: Constantin
Kinostart: 07.03.2013
DVD- & BD-VÖ: 08.08.2013

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