Taschengeld-Tipps #20/2011

Kakurenbo_Hide and SeekNormalerweise ist das Hamburger Kirschblütenfest, das am kommenden Wochenende stattfindet, eine Frühlingsparty im Zeichen der Verbundenheit mit Japan. Doch in diesem Jahr beherrscht das Gedenken an die Opfer des Tsunamis und des Erdbebens das Kirschblütenfest. Da wird es fast zur Bagatelle, dass Jack Sparrow, der beliebteste Leinwandpirat aller Zeiten, wieder in See sticht.  Außerdem im Wochenprogramm: ein tolles Anime, eine mitreißende Musikdoku, herausragender deutscher Indie-Rock, ein absolutes Multitalent aud den USA und Neues vom Planeten Sonic Youth. Hier sind die Tipps:

benefizkonzert japanhilfe zum kirschblütenfest 2011LIVE: Das Wichtigste zuerst: Am Sonntag, 22. Mai, findet im Rahmen des Kirschblütenfestes ein Benefizkonzert für die Tsunami-Opfer in Japan statt. Unter der Schirmherrschaft der Hansestadt und der Deutsch-Japanischen Gesellschaft spielen um 15:00 Uhr im Börsensaal der Handelskammer bei freiem Eintritt die staatliche Jugendmusikschule Hamburg, Preisträger von „Jugend musiziert“ und Mitglieder der Symphoniker und des Staatsorchesters. In der an sich schon beeindruckenden Location wird Klassisches von Mozart über Piazolla bis zu Takemitsu zu hören sein. Alles Weitere, auch über das Kirschblütenfest 2011, und der Kontakt, um sich für das Event anzumelden, findet sich unter www.hamburg.de. In diesem Zusammenhang sei auch noch einmal auf das Spendenkonto Japanhilfe der Deutsch-Japanischen Gesellschaft zu Hamburg hingewiesen. Jeder Euro hilft.

Blackmail-anima-nowDas herausragende Clubkonzert dieser Tage werden wohl Blackmail abliefern. Zu genießen im Molotow am 20. Mai, Freitag. Die Konstanzer kommen mit neuem Sänger und neuem, sehr gelungenen Album zu Besuch. Ich bin gespannt, wie sich das ältere Material mit anderer Stimme anhört. Der Indie-Rock von Blackmail ist melodischer geworden, die Soul-Anleihen schimmern deutlicher durch und auf der Bühne ist die Band einfach tight. Was nach 15 Jahren Bandgeschichte und nunmehr 14 Alben nicht verwundert; und doch ist ein Personalwechsel immer auch ein Neuanfang.

KINO: Ja, er segelt wieder: Captain Jack Sparrow alias Johnnny Depp macht sich in „Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten“ auf die Suche nach der Quelle der Jugend. Der Superstar glänzt in seiner Paraderolle, wie im Trailer zu sehen. Das macht schon Spaß, ist grandios besetzt und recht kurzweilig ausgefallen.

Benda Bilili Die Musik-Doku „Benda Bilili“ konnte nicht nur in Cannes das Publikum begeistern, sondern auch die Jury des Hamburger Musikfilmfestivals Unerhört!. Die mitreißende Doku über ein Bandprojekt aus Kinshasa, das sich aus Polio-Versehrten und Straßenkindern zusammensetzt, ist eine märchenhafte Erfolgsgeschichte, macht durch tolle Musik gute Laune und versprüht Lebensmut. Hier geht’s zur ausführlichen Film-Besprechung und zum Trailer.

DVD: Der japanische Zeichentrickfilm „Kakurenbo: Hide and Seek“ ist zwar nur 25 Minuten lang, ist aber eine absolute Empfehlung.

Kakurenbo_Hide and Seek Die Story des Animes geht auf alte Gespenstergeschichten zurück und schickt eine Gruppe maskierter Kinder in ein gruseliges Versteckspiel. „Kakurenbo“ ist atmosphärisch grandios, tiefgründig und vielschichtig und ein absolutes Genre-Highlight. Zu Recht gewann „Kakurenbo“ 2005 den Tokyo Anime Award und wurde weltweit auf Filmfestivals abgefeiert. Einfach mal den Trailer und die ausführliche Besprechung anchecken.

JosepharthurGraduationCeremonyMUSIK: Die ruhigen Sounds geben in dieser Woche den Ton an: Der amerikanische Multi-Künstler Joseph Arthur, der inzwischen als Musiker, Songwriter, Poet und Maler etabliert ist, hat ein neues Album aufgenommen: „Graduation Ceremony“ heißt das mittlerweile achte Album des fast Vierzigjährigen. Alles ist auf der neuen Scheibe ein wenig einfacher und bodenständiger gehalten. Den eingängigen Songs tut das gut, auch wenn „Graduation Ceremony“ nicht die herausragende Klasse von „Come to where I’m from“ (2000) erreicht. Auf npr.org gibt’s das Album im Stream zu hören.

thurston-moore-demolished-thoughtsThurston Moore ist den meisten wahrscheinlich nur als Gitarrist und Sänger der New Yorker Indie-Legende Sonic Youth bekannt. Wer sich im musikalischen Kosmos der Band auskennt, weiß, dass die Musiker auch immer in andere Projekte als Sonic Youth verwickelt sind. Moores neuestes ist eine Soloscheibe, inzwischen seine vierte: „Demolished Thoughts“ ist ruhig ausgefallen, aber nichtsdestotrotz extrem gelungen. In allerbester Songwriter-Tradition beweist Thurston Moore, dass er nivht nur die Dekonstruktion mittels Gitarrenlärm beherrscht, sondern schlicht auch tolle Lieder schreibt. Produziert wurde „Demolished Thoughts“ übrigens von Beck. Und außer dem dringenden Hinweis auf den Album-Stream bei npr.org fällt mir auch nichts Wichtiges mehr ein.

Kommt sicher durch die Woche.

Taschengeld-Tipps #20/2011

Normalerweise ist das Hamburger Kirschblütenfest, das am kommenden Wochenende stattfindet, eine Frühlingsparty im Zeichen der Verbundenheit mit Japan. Doch in diesem Jahr beherrscht das Gedenken an die Opfer des Tsunamis und des Erdbebens das Kirschblütenfest. Da wird es fast zur Bagatelle, dass der beliebteste Leinwandpirat aller Zeiten wieder in See sticht. Hier sind die Tipps:

LIVE: Das Wichtigste zuerst: Am Sonntag, 22. Mai, findet im Rahmen des Kirschblütenfestes ein Benefizkonzert für die Tsunami-Opfer in Japan statt. Unter der Schirmherrschaft der Hansestadt und der Deutsch-Japanischen Gesellschaft spielen um 15:00 Uhr im Börsensaal der Handelskammer bei freiem Eintritt die staatliche Jugendmusikschule Hamburg, Preisträger von „Jugend Musiziert“ und Mitglieder der Symphoniker und des Staatsorchesters. In der an sich schon beeindruckenden Location wird Klassisches von Mozart über Piazolla bis zu Takemitsu zu hören sein. Alles Weitere, auch über das Kirschblütenfest 2011, und der Kontakt, um sich für das Event anzumelden, findet sich unter www.hamburg.de. In diesem Zusammenhang sei auch noch einmal auf das Spendenkonto Japanhilfe der Deutsch-Japanischen Gesellschaft zu Hamburg hingewiesen. Jeder Euro hilft.

Das herausragende Clubkonzert dieser Tage werden wohl Blackmail abliefern. Zu genießen im Molotow am 20. Mai, freitag. Die Konstanzer kommen mit neuem Sänger und neuem, sehr gelungenen Album zu Besuch. Ich bin gespannt, wie sich das ältere Material mit anderer Stimme anhört. Der Indie-Rock von Blackmail ist melodischer geworden, die Soul-Anleihen schimmern deutlicher durch und auf der Bühne ist die Band einfach tight.

KINO: Ja, er segelt wieder: Captain Jack Sparrow alias Johnnny Depp macht sich in „Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten“ auf die Suche nach der Quelle der Jugend. Das macht schon Spaß, ist grandios besetzt und recht kurzweilig ausgefallen.

Die Musik-Doku „Benda Bilili“ konnte nicht nur in Cannes das Publikum begeistern, sondern auch die Jury des Hamburger Unerhört! Musikfilmfestivals. Die mitreißende Doku über ein Bandprojekt aus Kinshasa, das sich aus Polioversehrten und Straßenkindern zusammensetzt, ist eine märchenhafte Erfolgsgeschichte, macht durch tolle Musik gute Laune und versprüht Lebensmut. Hier geht’s zur ausführlichen Film-Besprechung und zum Trailer.

DVD: Der japanische Zeichentrickfilm „Kakurenbo: Hide and Seek“ ist zwar nur 25 Minuten lang, ist aber eine absolute Empfehlung. Die Story des Animes geht auf alte Gespenstergeschichten zurück und schickt eine Gruppe maskierter Kinder in ein gruseliges Versteckspiel. „Kakurenbo“ ist atmosphärisch grandios, tiefgründig und vielschichtig und ein absolutes Genre-Highlight. Zu Recht gewann „Kakurenbo“ 2005 den Tokyo Anime Award und wurde weltweit auf Filmfestivals abgefeiert.

MUSIK: Die ruhigen Sounds geben in dieser Woche den Ton an: Der amerikanische Multi-Künstler Joseph Arthur, der inzwischen als Musiker, Songwriter, Poet und Maler etabliert ist, hat ein neues Album aufgenommen: „Graduation Ceremony“ heißt das mittlerweile achte Album des fast Vierigjährigen. Alles ist auf der neuen Scheibe ein wenig einfacher und bodenständiger gehalten. Den eingängigen Songs tut das gut, auch wenn Graduation Ceremony“ nicht die herausragende Klasse von „Come to where I’m from“ (2000) erreicht. Auf npr.org gibt’s das Album im Stream zu hören.

Thurston Moore ist den meisten wahrscheinlich nur als Gitarrist und Sänger der New Yorker Indie-Legende Sonic Youth bekannt. Wer sich im musikalischen Kosmos der Band auskennt, weiß, dass die Musiker auch immer in andere Projekte als Sonic Youth verwickelt sind. Moores neuestes ist eine Soloscheibe, inzwischen seine vierte: „Demolished Thoughts“ ist ruhig ausgefallen, aber nichts desto trotz extrem gelungen. In allerbester Songwriter-Tradition beweist Thurston Moore, dass er nur die Dekonstruktion mittels Gitarrenlärm beherrscht, sondern schlicht auch tolle Lieder schreibt. Produziert wurde „Demolished Thoughts“ übrigens von Beck. Und außer dem dringenden Hinweis auf den Album-Stream bei npr.org fällt mir auch nichts wichtiges mehr ein.

Kommt sicher durch die Woche.

http://www.hamburg.de/kirschbluetenfest-hamburg/nofl/2865038/japan-benefizkonzert.html

http://www.blackmail-music.com/

http://www.myspace.com/thisisblackmail

http://www.molotowclub.com/

http://www.josepharthur.com/

http://www.npr.org/2011/05/16/136254642/first-listen-joseph-arthur-the-graduation-ceremony

http://www.npr.org/2011/05/15/135931474/first-listen-thurston-moore-demolished-thoughts

Spendenaufruf der Deutsch-Japanischen Gesellschaft

Kommentarfunktion ist deaktiviert

%d Bloggern gefällt das: