Taschengeld-Tipps #21/2011

Japan filmfest 2011Eigentlich reicht es schon aus, sich zwischen dem Elbjazz-Festival und dem Japan Filmfest in Hamburg entscheiden zu müssen. Vielleicht geht ja beides in Teilen? Andere Großveranstaltungen wie das Holsten Brauereifest werden gnadenlos ignoriert und Herbert Grönemeier ist mit seinem „Schiffsverkehr“ in der Hafenstadt an der Elbe natürlich ein willkommener Gast, so dass es auch nur noch Restkarten gibt. Was in dieser Woche sonst noch passiert, im Kleinen und Geheimen, wird jetzt verraten. Hier sind die Tipps:

LIVE: Ganz schon niedrig hängt der Hammer bei den Slowcore Indierockern von Low aus Minnesota. Das Level ihrer Live-Gigs hingegen legt die Messlatte schon ziemlich hoch an. Zu bewundern sind die Indie-Veteranen Low am Dienstag, 31. Mai, im Hamburger Knust.

deus-vanishing-pointDie belgischen Indie-Revoluzzer von dEUS haben ihre Karriere etwas früher begonnen als Low und gehören seit ihrem begnadeten Debüt „Worst Case Scenario“ in meinen musikalischen Olymp. Nun gehen dEUS auf Tour und starten am 27. Mai im Übel & Gefährlich. Mit „Keep You Close“ ist eine neue Scheibe angekündigt, die 2011 erscheinen soll. Bis dahin muss sich live erweisen, ob das letzte Album „Vanishing Point“ (2008) nur ein Ausrutscher war. Die innovative Strahlkraft früherer Alben ist auf dem letzten Output jedenfalls verschwunden. Für einen überraschenden Gig sind dEUS aber immer noch gut.

Meat-Puppets-LollipopTrotzdem werde ich mich am 27. Mai wohl eher im Knust einfinden, um den Meat Puppets bei Lutscher schlecken zuzuschauen und zu hören. Seit der Reunion der Band sind drei zeitlos gute Gitarrenrock-Alben erschienen, die mal wieder unter Beweis stellen, dass eingängige Songs nicht dusselig sein müssen. Wenn die Herren gut drauf sind, ist die Party garantiert. Leider sind die Meat Puppets mit ihrem aktuellen Album „Lollipop“ nur noch in Hamburg zu sehen, bevor es durch Resteuropa und dann wieder durch die USA geht.

KINO: Im Kino ist dieser Tage wenig Betrieb, kaum Neustarts und nichts dabei, was man nicht auch verpassen könnte. Der erstaunlich  überraschende Thriller „Wer ist Hanna“ ist allerdings intelligent  und tiefsinnig ausgefallen. Saoire Ronan als jugendliche Killermaschine verströmt eine unglaubliche Leinwandpräsenz.

Nützt alles nichts! Das Kino-Highlight der Woche findet vom 25. bis 29. Mai in diversen Kinos in Hamburg statt: Das Japan Filmfest Hamburg. Bereits zum 12 Mal findet der cineastische Überblick über das Filmschaffen der fernöstlichen Insel statt und freut sich reger Beliebtheit und inzwischen auch internationaler Anerkennung. Wann bekommt man man schon mal so geballt J-Culture präsentiert. Von Trash bis Drama, von Anime bis Samurai ist alles dabei. auf der jffh-Homepage gibt’s das Programm und alle notwendigen Infos.

DVD: Massen an DVD-Veröffentlichungen und kaum was Sehenswertes dabei. Muss mir das zu denken geben? Nein, denn ich habe genug Alternativprogramm, um nicht zuhause vor der Glotze zu verbringen.

MUSIK: Der Mann ist Legende, die Anzahl der Alben, an denen er mitgewirkt hat, fast unüberschaubar und er hat maßgeblich dazu beigetragen, eines gewissen Nesta Robert Marley auf die Welt loszulassen.

lee-perry-rise-againÜber Lee „Scratch“ Perry las ich jüngst anlässlich des neuen Albums des inzwischen 75jährigen, man solle den Mastermind doch endlich zum lebenden Weltkulturerbe erklären (Paste Magazin). Dem kann ich mich nur anschließen. Mit „Rise Again“ haut der große alte Mann des Reggae und Dub mal wieder ein grandioses Album raus. Die kongeniale Zusammenarbeit mit dem nicht gerade unbekannten Produzenten Bill Laswell braucht eigentlich keine weitere Empfehlung sondern ehrfurchtsvolles Schweigen.

Seasick Steve -Old Dog/New TricksGanz anders erging es da Steven Gene Wold, der seinen musikalischen Durchbruch erst im Rentenalter hinlegte: Seasick Steve und sein rumpeliger, gitarrenlastiger Blues sind einfach urgewaltig und authentisch. Lange genug musste sich der Gute mit Gelegenheitsjobs und als Straßenmusiker rumschlagen. „You Can’t Teach An Old Dog New Tricks“ erscheint dieser Tage und Seasick Steve erzählt wieder von vom Leben und Leiden des White Trash. Keine Frage, der Mann hat den Blues.

Die nächsten Taschengeld-Tipps gibt’s anlässlich des Feiertags schon am Mittwoch.

Kommt sicher durch die Woche.

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