Sound of Smoke – Mirage: Album Review

Mit dem dritten Album „Mirage“ feiert die Freiburger Band Sound Of Smoke auch ihr 10jähriges Bestehen in der derzeitigen Besetzung. Das ist in unseren kurzlebigen Zeiten schon eine Marke. Ein Statement ist auch „Mirage“geworden. Die Band groovt immer noch wie Hölle, aber es gibt neue Soundelemente. Das ist für Fans wie Neuhörer:innen spannend. Neu bei Tonzonen Records seit 27. März 2026.

Im Grunde stellt brutstatt.de erst seit ein paar Jahren regelmäßig neue Musik vor und ich habe kaum je so viele neue und interessante Bands gehört wie in dieser Zeit. Zu den absoluten Überraschungen gehörte 2023 die Band Sound of Smoke mit ihrem Album „Phases“. Der groovy psychedelisch rockende Sound hat mich ziemlich schnell gepackt und fasziniert mich noch immer. Insofern war die Vorfreude groß auf „Mirage“ das neue, dritte Album des Quartetts aus Freiburg im Breisgau. Und das Warten hat sich gelohnt.

Auf „Mirage“ ist vieles ähnlich und einiges neu. Die Band um Sängerin Isabelle Bapté hat ihren Sound längst gefunden und mischt in den eigenständigen und charismatischen psychedelischen Gitarrenock immer wieder erfrischende Elemente ein, ohne den eigenen Kern zu verleugnen. Auf „Mirage“ kommt zum tanzbaren Groove ein ausgeprägteres Surf-Element hinzu und deutsche Texte. Während mir persönlich die Surf-Elemente zu retro sind, finde ich die deutschen Texte und die soundmäßige Annäherung an frühe neudeutsche Sounds schon sehr eingängig.

Frau Doktor sie ham doch son Gerät

Das Album beginnt mit dem lockend groovenden „Dancing like Smoke“ und als parallele zu „Shadows“, dem Opener von Phases“ geht es auch hier um Tanz, um Bewegung und Verführung.“Dancing like Smoke“ rockt erheblich kriegt dann aber einen Black Sabbath artigen Psychedelic touch und fängt sich wider.

„Röntgenstrahlen“ ist auch textlich eine bisschen Dada und kommt mit einem ungewohnten Keybordsound ums Eck. Das hat schon die punkige Frechheit früher NDW Songs, ist aber locker im Bandsound und in der Gegenwart verortet. Früher war es wohl eine Grundsatzentscheidung, ob eine Band deutsch oder englisch singt, aber heutzutage mit verschwimmenden Genregrenzen und Soundvorstellungen scheint wenig dagegen zu sprechen, auch hier mal etwas neues anzutesten.

Doch plötzlich wird mir schwummrig, ich verlier das Gleichgewicht

„Endelss Night“ groovt dann fast gewohnt mit orientalischen Melodiemotiven als psychedelischer Folkrock vom Feinsten und betört unter anderem mit Orgeltönen. Im vorab als Video/Single ausgekoppelten „Fata Morgana“ dominiert erstmals die Surfgitarre den Sound Of Smoke. Das kommt knackig und flott rüber und hat auch wieder die Tito & Tarantula Vibes, die auch auf „Phases“ durchschimmerten. Nach knapp der Hälfte des Albums scheint alles in trockenen Tüchern zu sein.

Die Röntgenstrahlen tanzen durch mich durch

„New Direction“ beginnt mit Eddie Hazel (Of Funkadelic-Fame) -artigem Gitarrensolo und geht in eine Folk-Rock-Ballade über, die auch überzeugen kann. Leider packen mich „Wicked Games“ mit seiner Laut-Leise-Bluesrockdynamik, und „Lush“ mit seinem Sixties Charme und klassischer Songstruktur so gar nicht. Da kann auch die sehr heavy gerockte Nummer „San Junipero“ nicht viel einfangen. So wuchtig waren Sound of Smoke selten, aber der Song hat dennoch seine Längen. Versteht mich nicht falsch, die drei Songs sind solide und passen fein in den Bandsound, aber sie stechen eben auch nicht hervor.

Eine versöhnlichen Abschluss gibt es dann mit „Zweierlei“. Hier kommen wieder deutschsprachige Texte zum Einsatz, die sich mit der Gespaltenheit des Individuums beschäftigen, das Einflüsse aus mehreren Kulturkreisen hat. Die Frage nach Heimat, Herkunft, und gesellschaftlicher Verortung trifft auf einen flotten Beat und einen ungewohnten Pop-Appeal, der Sound of Smoke gut zu Gesicht steht.

Unterm Strich ist „Mirage“, das dritte Album der freiburger Psychedelic Rocker von Sound of Smoke, ein starkes Statement und ein herausragend produzierte Angelegenheit. Der soulige Wüstensound lebt von tightem Groove, markanter Gitarre und charismatischem Gesang und hat seinen eigenen Sound. Mir lag das Vorgängeralbum „Phases“ etwas mehr, aber das mag auch daran liegen, dass die Band seinerzeit neu für mich war. Entdeckungen haben ja immer ihren eigenen Charme.

7

Sound of Smoke – Mirage
Genre: Psychedelic, Rock,
Länge: 45 Minuten, 9 Songs, D, 2026
Interpret: Sound Of Smoke
Label: Tonzonen
Vertrieb: Soulfood
Album-VÖ: 27.03.2026

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