Angry Birds: Wuttherapie & Schweinereien

Die aktuelle Weltlage schlägt mir nicht erst seit gestern auf den Magen. Daher präsentiert brutstatt.de in loser Folge Filmreviews aus dem Archiv, die sich unter dem Motto #WeltImKrieg beschäftigen. Heute die Games-Verfilmung „Angry Birds“ aus dem Jahr 2016. Der Text entstand zum Kinostart. Wer seine Wut nicht unter Kontrolle hat, so wie Red (gesprochen von Christoph Maria Herbst), hat es auf Bird Island, der idyllischen und friedlichen Heimatinsel der kunterbunten flugunfähigen Vögel nicht gerade leicht.

Nach einem Ausraster beim Ausliefern einer Geburtstagstorte wird der cholerische Vogel mit dem buschigen Augenbrauen zur Wuttherapie geschickt. In der Gesprächsgruppe von Therapeutin Mathilda (Anja Kling) lernt Red noch andere Außenseiter wie den hyperaktive Chuck (Axel Stein) und den gemächlichen, aber hochexplosiven Bombe (Axel Prahl) kennen.

Als dann ein Schiff mit grünen Schweinen die Insel erreicht, sind die weltfremden und naiven Vögel recht verdutzt („Was sind denn Schweine?“) und lassen sich vom Schweinkönig Leonard (Ralf Schmitz) einlullen, und merken gar nicht, dass die Neuankömmlinge die Eier klauen wollen. Nur Red bleibt skeptisch und als die Schweine dann mit dem Vogelnachwuchs abgehauen sind, ist die Wut der Außenseiter plötzlich eine gefragte Fähigkeit, um die Eier wieder zurückzuholen.

Eierklau vom Schweinekönig

Als der finnischen Spieleentwickler Rovio 2009 mit dem mobilen Videospiel „Angry Birds“ auf den Markt kam, wurde das Game schnell zum Renner. Das lag zum einen an der simplen aber charmanten Spielidee und zum anderen an der Komik der flugunfähigen, niedlichen Vögelchen auf ihrer wütenden Eier-Rettungsmission.

inzwischen hat sich „Angry Birds“ mitsamt Ablegern und Spin-offs zu einem der weltweit beliebtesten mobilen Videospiele gemausert und es gibt Plüschfiguren, eine Cartoon-Serie und Comics zu den „Angry Birds“. Ein Animationsabenteuer hat da gerade noch gefehlt und häufig tun sich solche Filmadaptionen etwas schwer, die Erwartungen zu erfüllen. Nicht so „Angry Birds“.

Auf zur Schweinestadt

Im Prinzip ist der turbulente Film in zwei Teile unterteilt. Auf der Vogelinsel konzentriert sich die Story von Jon Vitti („Die Simspons“, „Das Büro“) auf das Außenseiter-Trio um Red und den ersten Kontakt der naiven Vögel mit der bösen Außenwelt. Die Charaktere sind pfiffig und sympathisch und die Sprecher hauen ein wahres Feuerwerk an Sprüchen raus. Nicht umsonst bemerkte Christoph Maria Herbst hintersinnig in einem Interview, der Film sei eine feine Gelegenheit die eine oder andere Sau durchs Dorf zu treiben.

In zweiten Teil müssen die knuddeligen Vögel dann genau wie im Spiel die Schweinestadt belagern, um ihren Nachwuchs vor den gierigen grünen Allesfressern zu retten. Und hier zeigt die Animationsabteilung, dass sie locker mit den großen Studios mithalten kann und lässt es ordentlich krachen. Aufwendige, detaillierte Settings und lustige Effekte sorgen für turbulente Action.

Untermalt von einem hitträchtigen Soundtrack und getragen von Humor, der alle Altersgruppen gleichermaßen ansprechen sollte, ist „Angry Birds“ ein sehr gelungener Kinospaß.

6/10

Angry Birds
OT: Angry Birds
Genre: Animation, Familienunterhaltung
Länge: 99 Minuten, USA, 2016
Regie: Clay Kaytis, Fergal Reilly
FSK: ab 0 Jahren, ohne Altersbeschränkung
Verleih: Sony
Kinostart: 12.05.2016
DVD-& BD-VÖ: 19.10.2023 (Neuauflage)

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