Ordentlich Remmi-Demmi verspricht Gore Verbinskis neuer Film „Viel Glück, viel viel Spaß, stirb nicht“, der sich auf Englisch #ne Spur cooler anhört und sicher auch suchmaschinen-kompatibler ist – als wäre das nicht Teil des Problems. Sam Rockwell unterhält als Reiseleiter durch eine präapokalyptische Gegenwart. Zu sehen ab dem 12. März 2026 im Kino.
Möglicherweise bekommt die geneigte Leserschaft bereits jetzt den Eindruck, ich würde „Good Luck, Have Fun, Don’t Die“ nicht gut finden. Das ist so nicht ganz richtig. Immerhin gucke ich so schlecht informiert wie möglich, um mich dem jeweilig Gezeigten so unvoreingenommen wie möglich auszusetzen. Und so ist Gore Verbinskis Kino-Rückkehr nach neun Jahren Abwesenheit schon eine sehr unterhaltsame und gegenwartskritische Achterbahnfahrt durch die Tiefen und Untiefen der Weltrettung mittels Vergangenheitsmanipulation.
Ach ja, eines Abends erscheint in Norm’s Diner in Los Angeles ein abgeranzter bärtiger Typ, der Aufmerksamkeit einfordert. Er mahnt, dass die Zukunft im Eimer ist, und das nur heute Nacht aufzuhalten wäre. Der Mann aus der Zukunft (Sam Rockwell) sucht also freiwillige Mitstreiter um die Menschheit und den Planeten zu retten. Aber niemand hört zu.
Der Survival-Lagen-Look der Zukunft
Erst das Offenlegen eines Bombengürtels lässt die Diner-Gäste zuhören. Freilich geht im Panikmodus auch mal die Aufmerksamkeit flöten. Und dennoch (und auch für das Kinopublikum) erläutert der Man aus der Zukunft, dass er bereits häufiger an diesem Abend bei Norm’s war um die richtige Gruppe Weltretter zu rekrutieren. Vielleicht klappt es ja dieses Mal. Immerhin werden auch Freiwillige abgelehnt, mit denen es schon mehrfach nicht geklappt hat.
Am Ende des Anfangs besteht die Truppe von dem Mann aus der Zukunft aus dem Lehrerpaar Janet (Zazie Beetz) und Mark (Michael Pena), Scott (Asim Chaudry), der Prinzessin für Kindergeburtstage Ingrid (Haley Lu Richardson), der Alleinerziehenden Susan (Juno Temple) und aus Marie und Bob. Die letztgenannten sind schnell aus dem Rennen, weil sie der Gruppe jeweils einen Vorteil verschaffen. Die Mission ist extrem spezifisch. Die Gruppe muss eine Künstlichen Intelligenz abschalten, bevor diese die totale Kontrolle übernimmt. Die KI befindet sich in einem Einfamilienhaus ein paar Blocks weiter.Aber der Weg dorthin ist gepflastert mit Gefahren.
Soviel dazu, nachdem der Mann aus der Zukunft seine Truppe zusammen hat gibt es zunächst einen Rückblick auf Mark und Janet, die sich mit Handy-süchtigen Schülern rumplagen müssen. Später kommen weitere Charakterstories zu den anderen Mitstreitern hinzu. Und schon bald ist der Mann aus der Zukunft seinem Ziel so nahe wie noch nie zuvor.
Die Konnektivitäts-Aussichten der Gegenwart
Wirre Leute, die behaupten, sie kämen aus der Zukunft gibt es immer wieder mal. Mir fällt beispielsweise James Cole (Bruce Willis) ein, der auf der Suche nach der Armee der „12 Monkeys“ ist, oder auch der Typ, der zu meinen Studienzeiten in Kiel immer um die Mensa streifte und laut vom Weltuntergang schwadronierte. Wie auch immer.
Die durchgehende Storyline mit der Mission: „Töte KI“ weiß durchaus mit Tempo, Drive und Absurditäten zu gefallen. Das ist ein bisschen Video-Spiel und viel typisches Anime-Chaos. Die Kämpfer auf dem Sofa sehen schon sehr nach den Abenteurern „Made in Abyss“ aus. Bei Gore Verbinski geht es oft genug sehr eklektisch zur Sache. Daran ist wenig verwerflich.
Und dennoch fand ich bei allem Punch, den „Good Luck“ entwickelt, die zombieartigen Schüler etwas plump und die Thematisierung von Amokläufen an Schulen etwas arg zynisch. Doch das ist und bleibt auch Geschmackssache. Und ich gebe gerne zu, hätte mich der erste Rückblick nicht so aus der Erzählung gerissen, ich wäre länger fasziniert in dem großen Terry Gilliam Tribute stecken geblieben.
So bleibt am Ende ein etwas plakatives Abrechnen mit unseren Konsumgewohnheiten und den Folgen für den Planeten, die Menschheit und den Geist. Das ist ohne Frage turbulent und unterhaltsam und Sam Rockwell tanzt mal wieder Ballett mit dieser hinreißenden Rolle. Go Team Future, Go!
Good Luck, Have Fun, Don’t Die
OT: Good Luck, Have Fun, Don’t Die
Genre: Sci-Fi, Komödie, Action
Länge: 134 Minuten, USA, 2026
Regie: Gore Verbinski
Schauspiel: Sam Rockwell, Juno Temple, Haley Lu Richardson.
FSK: ab 16 Jahren
Verlieh: Constantin
Kinostart: 12.03.2026





