Fast romantisch im #somerkino25 mit „Hyde Park am Hudson“ von 2013.Franklin D. Roosevelt ist, obwohl er an Polio litt und an den Rollstuhl gefesselt war, der einzige Präsident der USA, der länger als zwei Amtsperioden regierte. Auf ihn geht der New Deal zurück und der Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg. Für Bill Murray ist die Präsidentenrolle ein wahres Paradestück.
Eines Tages wünscht Präsident Roosevelt seine weit entfernte Cousine Daisy (Laura Linney) zu sehen. Diese soll ihm auf dem Familienanwesen Hyde Park Zerstreuung von der Politik liefern. Die scheue, auf dem Land groß gewordene Frau fühlt sich hier zunächst unwohl und fehl am Platze, während Roosevelt Politik macht, seine Mutter das Anwesen verwaltet und Präsidentengattin Eleanor (Olivia Williams) ihren eigenen Interessen nachgeht.
Doch nach und nach wird Daisy fester Bestandteil des Trosses um den Präsidenten und die beiden haben auch eine Affäre. An einem Juniwochenende 1939 wird hoher Besuch erwartet: Der britische König George (Samuel West) kommt mit der Königin Elisabeth (Olivia Coleman), um von Roosevelt und den USA die Unterstützung im bevorstehenden Krieg gegen Deutschland zu erbitten.
Während der nach dem Abdanken seines Bruders unerwartet gekrönte Monarch versucht souverän zu wirken, hat Roosevelt alle Hände voll zu tun, um seine Romanzen zu sortieren. Ganz nebenbei wird in „Hyde Park am Hudson“ auch noch Politik gemacht.
Royaler Besuch bei Rosewelt
Der Film „Hyde Park am Hudson“ beruht auf den Tagebüchern von Margaret „Daisy“ Suckley, die in der Tat einige Zeit mit ihrem Cousin dem Präsidenten verbracht hat. Die Affäre allerdings ist nicht bestätigt. Das Drehbuch von Richard Nelson übernimmt Daisys Erzählperspektive und schafft so einen etwas außenstehenden Blick auf das Privatleben und die Politik von Roosevelt.
Mit leichter Hand und in beinahe operettenhaftem Stil inszeniert Regisseur Roger Mitchell („Notting Hill“) sein sehenswertes Darstellerensemble durch die Ereignisse eines Sommers und vor allem eines Wochenendes. Doch was vielleicht als romantische Komödie angelegt ist, fällt immer wieder in einen recht banalen Erzählfluss, der so scheint es, sich die naive Unbedarftheit seiner Erzählerin aneignet.
Bill Murray als Präsident strahlt dabei einen altväterlichen Charme aus, der nicht so recht zu seinen amourösen Aktivitäten passen will. Ausgerechnet immer, wenn es um Daisy und FDR geht, schwächelt „Hyde Park am Hudson“ und kommt nicht über biederes Niveau hinaus.
Hingegen ist der Besuch des britischen Königspaares durchaus witzig und vor allem Olivia Coleman und Samuel West wissen ihren Rollen etwas Temperament abzugewinnen und sorgen für einige kurzweilige Augenblicke in dieser eher betulichen, historisierenden Romanze. Auch in den Beziehungen der Vertrauten von Roosevelt hätte deutlich mehr Potential gelegen.
Bill Murray spielt als an den Rollstuhl gefesselter US-Präsident eine sehenswerte Rolle. Das allein kann aber nicht darüber hinweghelfen, dass „Hyde Park am Hudson“ erstaunlich bieder ja beinahe trutschig ausgefallen ist.
Hyde Park am Hudson
OT: Hyde Park on Hudson
Genre: Romanze, Drama, Biografie
Länge: 94 Minuten, USA, 2013
Regie: Roger Michell
Schauspiel: Bill Murray, Olivia Coleman, Laura Linney,
FSK: ab 6 Jahren
Vertrieb: Universal
Kinostart: 28.02.2013
DVD- & BD-VÖ: 04.07.2013



