Der Dieb der Worte: Das Urheberrecht

Weil ich doch gerade in alten Rezensionen gewühlt habe, fiel mir bei „Lila, lila“ dieses amerikanishce Drama von 2012 ein. Ein junger Autor rühmt sich mit fremder Feder. Aus dem Archiv: „Der Dieb der Worte“. Seinen neuesten Film hat Hollywood-Star Bradley Cooper gleich mal mitproduziert. Darin schlüpft er in die Rolle eines jungen Autors, der die Gelegenheit nutzt und ein gefundenes Manuskript als sein eigenes ausgibt. Das romantische Drama spielt mit unterschiedlichen Erzählebenen.

Der Bestseller-Autor Clay Hammond (Denis Quaid) liest aus seinem neuen Buch „The Words“ (so auch der Originaltitel des Films). Ein ambitionierter junger Autor, Rory Jansen (Bradley Cooper), träumt von literarischem Ruhm. Doch sein eigenes Schaffen bleibt unerkannt. Auf der Hochzeitsreise von Dora und Rory nach Paris findet er zufällig ein Manuskript, das ihn zutiefst berührt und tippt das anonyme Manuskript in den Computer. Dora hält die Geschichte, die in Paris kurz nach dem Zweiten Weltkrieg angesiedelt ist, für Rorys neuen Roman.

Mit Unbehagen gibt Rory, der in einem Verlag arbeitet, einem Lektor die Geschichte und der Roman „The Windowtears“ wird zum von der Kritik gefeierten Bestseller. Einige Zeit später kommt ein alter Mann (Jeremy Irons) auf Rory zu und gibt sich als eigentlicher Autor zu erkennen. Als junger Mann (Ben Barnes) hat er in Paris die große Liebe gefunden, doch seine Ehe mit Celia (Nora Armzehder) zerbricht an einem tragischen Ereignis. Das Manuskript dieser Geschichte ging verloren.

Ein Schatz im Trödel

Das Grundgerüst der Geschichte erinnert Martin Suters Roman „Lila, Lila“, der auch mit Henry Hübchen und Daniel Brühl verfilmt wurde. Doch während „Lila, Lila“ eine böse Parodie auf den Literaturbetrieb ist, will „Der Dieb der Worte“ auf etwas anderes hinaus: Das persönliche Drama des erfolgsgetriebenen Künstlers, der sich zwar den Ruhm erschleicht, aber dafür einen hohen Preis bezahlen muss.

Das Regiedebüt von Schauspieler Brian Klugman und Schreiber Lee Sternthal, die zusammen auch das Drehbuch schreiben, verschachtelt verschiedene Zeit- und Erzählebenen zu einem stimmigen, aber konventionellen Drama. Die Konstruktion des Films mit der Lesung als Rahmenhandlung lässt erahnen, dass es einen Zusammenhang zu den in dem Roman erzählten Geschichten gibt.

Die Inszenierung des romantischen Dramas „Der Dieb der Worte“ ist zwar gelungen, aber dramaturgisch auch ein wenig absehbar. Vor allem die literarische Inspiration und der erträumte Bohème-Lifestyle des Möchtegernschriftsteller Rory wirken etwas klischeehaft. Bradley Cooper und vor allem Jeremy Irons wissen aber zu überzeugen. Denis Quaid nimmt man den Autor weniger ab und Zoe Saldanas Rolle ist absehbar. Auch die Pariser Liebesgeschichte bleibt ein wenig blass, was weniger den Darstellern als dem Konstrukt geschuldet ist.

„Der Dieb der Worte“ ist als Regiedebut ganz beachtlich und handwerklich gelungen. Allerdings bleibt das Drama zu absehbar, um nachhaltig zu Herzen zu gehen.

Film-Wertung: 6 out of 10 stars (6 / 10)

Der Dieb der Worte
OT: The Words
Genre: Drama
Länge: 102 Minuten, USA, 2012
Regie: Brian Klughman, lee Sternthal
Darsteller:innen: Bradley Cooper, Dennis Quaid, Zoe Saldana
FSK: ab 6 Jahren
Vertrieb: Leonine
Kinostart: 02.05.2023
DVD-VÖ: 18.10.2013

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