Blood – The Last Vampire: Der Teufel steckt im Detail

Aus dem Archiv in den #Anijanuar: „Blood – The Last Vampire von 2009. Saya ist halb Vampir und halb Mensch. Die schweigsame Schwertkämpferin hat sich der Vernichtung der blutsaugenden Dämonen verschrieben. Und die treiben in den 1970ern auch auf einer amerikanischen Militärbasis in Japan ihr mordendes Unwesen. Eigentlich eine Comic-Verfilmung aus Japan.

Saya (Jun Ji-hyun) hat sich einer mysteriösen Geheimorganisation als Killerin angeschlossen, diese wird von einem Ältestenrat geleitet. Saya hofft dadurch endlich an die mächtige Dämonenfürstin Onegin (Koyuki) heranzukommen. Denn die hat einst ihren Vater getötet und so dafür gesorgt dass Sayas Großvater sie aufgezogen und ausgebildet hat.

Saya sinnt nun auf Rache und mit dem Schwert des Vaters ausgestattet macht sie sich auf Dämonenjagd. In der amerikanischen Militärbasis wird sie eher zwangsweise zur Beschützerin der Tochter des Generals und muss sich dann auch gegen andere Feinde verteidigen.

Halbvampirin auf Dämonenjagd

„Blood – The Last Vampire“ ist die Realverfilmung des gleichnamigen Animes aus dem Jahr 2000. Dem erfolgreichen Animationsfilm, der etwa 50 Minuten lang ist, folgten eine Anime-Serie und eine Manga-Serie bevor sich „Kiss of The Dragon“-Regisseur Chris Nahon der Realverfilmung annahm. Und das Ergebnis ist im Grunde ganz gelungen. Die Actionsequenzen sind mittels der Computertechnik heute realisierbar und die Story, die ein bisschen an Blades kleine Schwester erinnert, reicht aus, um das ganze zusammenzuhalten.

Doch man merkt der Realverfilmung deutlich an, dass sie auf einem Anime fußt. Was an storytechnischen Längen in einem japanischen Zeichentrickfilm erträglich ist und durch die zeichnerische Umsetzung ausgeglichen wird, fällt hier negativ ins Gewicht. Gleiches gilt für die Dialoge, die deutlich mehr Niveau haben könnten. Auch die Szenenabfolge und die Sequenzen sind sehr animetypisch. Die Optik der fliegenden Dämonen ist sicherlich ebenso sehr Geschmackssache wie der Budget geschuldet, aber so richtig fiese fand ich die nicht.

Mehr Geld für gute Dialoge!

Schade dass es Abzüge in der B-Note geben muss. Dass Manko sind dabei nicht die unbekannten Schauspieler, sondern die schlicht blöden Dialoge und die Lieblosigkeit bei der Übersetzung. „Das Essen wird dann im Speisesaal zur Verfügung stehen“ mag inhaltlich zwar richtig sein, ist aber verquastet und unrealistisch, das sagt kein Mensch freiwillig. Und das ist kein Einzelfall. Da wurde am falschen Ende gespart.

Auch hätte es dem Film gutgetan, wenn man die Handlung etwas aufgepeppt hätte und eventuell in eine andere Zeit versetzt hätte, denn die Vietnamkriegs-Kulisse bleibt auch eine solche. Man merkt „Blood – The Last Vampire“ ständig an, dass er sich nicht vom Vorbild emanzipieren kann, als Action-Schwertfilm-Horror funktioniert „Blood“ aber durchaus unterhaltsam.

Wer einfach einen actionreichen „Dämonenslasher“ sehen will, ist bei „Blood – The Last Vampire“ gut aufgehoben. Unterhaltsame Actionsequenzen gibt es zur Genüge. An inhaltlichem Gewicht mangelt es aber ein wenig.

Film-Wertung: 5 out of 10 stars (5 / 10)

Blood – The Last Vampire
OT: Blood – The Last Vampire
Genre: Fantasy, Horror,
Länge: 89 Minuten, HK/F/J, 2009
Regie: Chris Nahon
Darsteller:innen: Jun Ji-hyun, Allison Miller, Liam Cunningham
FSK: ohne Jugendfreigabe, ab 18 Jahren
Vertrieb: Constantin Film
Kinostart: nicht in Deutschland
DVD-VÖ: 19.11.2009

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