Die Peanuts – Der Film: Charlie Brown und das Mädchen mit den roten Haaren

Ein neu verfilmter Klassiker für den #Anijanuar: „Die Peanuts – Der Film“ von 2015. Kaum vorstellbar, dass jemanden die Peanuts nicht kennt. Die Comic-Figuren von Charles M. Schulz gehören zu den beliebtesten und bekanntesten Charakteren der Popkultur. Kein Wunder, dass die Peanuts 2015 im Kino noch einmal durchstarten wollten. „Die Peanuts – Der Film“ bleibt sehr nah an den Originalen und ist bunt und in 3D animiert. Auch für das Home-Entertainment sofern die Technik vorhanden ist.

Charlie Brown ist ein amerikanisches Schulkind, dem nicht immer alles leichtfällt. Der Pechvogel hat einen Hund namens Snoopy. Der Beagle ist äußerst pfiffig und immer für einen Spaß zu haben. Aber Charlie Brown und Snoopy haben auch viele Freunde.

Der Film beginnt als ein neues Mädchen in Charlie Browns Klasse kommt. Der Junge ist sofort in das Mädchen mit den roten Haaren verliebt. Doch er ist zu schüchtern sie anzusprechen und überlegt sich verschieden Methoden, um die Aufmerksamkeit der Angebeteten zu erlangen. Auch Hund Snoopy erlebt eine erträumte Romanze, die der Hund zusammen mit den Vogel Woodstock zu Papier bringt. In dem Abenteuer müssen es Snoopy und seine fliegende Hundehütte auch mit dem Roten Baron aufnehmen, dem legendären deutschen Fliegerass aus dem Ersten Weltkrieg.

Eine neue Mitschülerin

Egal, ob beim Eishockey mit dem Drachen oder beim Baseball: Charlie Brown scheitert mit beständiger Regelmäßigkeit. Das sorgt regelmäßig für (liebevollen) Spott seiner Freunde. Mit seinem lustig-tragischen Scheitern erinnert der junge Anti-Held an Don Quichote, mit seiner Unbeirrbarkeit an Sisyphos. Am Ende ist dann doch der einen oder andere moralische Sieg einzuheimsen.

Ein halbes Jahrhundert lang hat der amerikanische Zeichner und Autor Charles M. Schulz die Welt mit seinen „Peanuts“ lebenswerter gemacht. Die Stories und Comic-Strips um die Schülerbande mit dem Alltagshelden Charlie Brown und seinen Beagle Snoopy sind schon lange eine weltweit erfolgreiche Marke. Die Peanuts 2015 erneut ins Kino zu bringen ist aufgrund des erfolgreichen Vorlebens auch ein Wagnis.

Bis zu seinem Tod im Jahr 2000 hat Charles M. Schulz seinen Figuren liebevoll Leben eingehaucht. Daneben sind etliche TV-Serienformate und auch TV-Filme entstanden, die noch immer zu den Dauerbrennern im Kinderfernsehen gehören. Auch auf die Kinoleinwand haben es die „Peanuts schon einige Male geschafft.

Ski und Rodel gut

In „Peanuts –Der Film“ gibt es jede Menge Action. Innerhalb der alltäglichen Rahmenhandlung ist Platz für viele Gags. Es geht turbulent, manchmal detailfreudig und meisten kurzweilig zu. Bisweilen geht dies zu Lasten der Charakterzeichnungen. Schulz konnte ja durchaus tiefsinnig und erwachsenenkompatibel mit seinen Figuren umgehen. Die jungen Zuschauer wird das wenig kümmern, denn die Action macht auch Spaß.

Animationstechnisch war 3D im Jahr 2015 State of the Art, und das Stereoskopische entlockt gerade dem Zeichentrickfilm oft eine zusätzliche Ebene. Bei „Peanuts – Der Film“ ist das 3D aber kein echter Mehrwert. Zumal gerade junge Zuschauer das Brille Tragen nicht so dolle finden. Ältere Zuschauer werden die „Peanuts“ ihrer Kindheit vielleicht aus nostalgischen Gründen bevorzugen.

Dabei ist es wirklich gut gelungen, dem Film den Charme der alten Zeichnungen einzuhauchen. Comic-Sprechblasen mit Schnarchgeräusch, ein schlichtes Kräuseln über dem Kopf. Ebenso übernehmen die Macher Elemente der früheren Zeichentrickfilme. Beispielsweise, dass die Erwachsenen in dieser Welt nicht auftauchen und ihre Stimmen zu einem Trompeten verfremdet werden. Insgesamt ergibt sich so ein charmanter und kurzweiliger Film im Geiste der Peanuts.

Fliegende Hundehütten?

Dazu gehören zwar auch Snoopys Flugduelle mit dem roten Baron, aber irgendwie kann ich mich mit diesem Filmelement nicht so recht anfreunden. Der Rote Baron ist zwar auch schon bei Charles M. Schulz fester Bestandteil der Cartoons, doch heutzutage hinterlässt dieses kriegerische Element in einem Kinderfilm auch einen Beigeschmack; selbst wenn die alten Propellerflieger recht harmlos und vor allem als Vehikel für Actionsequenzen in Szene gesetzt werden. Aber vielleicht sehen Amerikaner das nicht ganz so kritisch.

Das Drehbuch stammt aus dem Hause Schulz. Sohn und Enkel Schulz haben sich gemeinsam darangesetzt, der Vision und dem „Peanuts“-Kosmos von Charles M. Schulz gerecht zu werden. In gewisser Weise widerspricht das dessen letzten Willen, keine neuen „Peanuts“-Geschichten mehr zu erfinden. Andererseits wurden alle Filmelemente aus dem weiten Fundus des großen amerikanischen Cartoonisten genommen und nur neu zusammengefügt.

Mit einigen Abstrichen ist „Peanuts – Der Film“ sehr sehenswert ausgefallen und hat für kleine wie große Zuschauer gleichermaßen Unterhaltung und Lebensweisheiten zu bieten. Eine gelungene Modernisierung eines Klassikers.

Film-Wertung: 7 out of 10 stars (7 / 10)

Die Peanuts – Der Film
OT: Peanuts The Movie
Genre: Animation, Familienunterhaltung
Länge: 88 Minuten, USA, 2015
Regie: Steve Martino
Inspiriert von der gleichnamigen Comic-Serie
FSK: ohne Altersbeschränkungen
Vertrieb: 20th Century Fox (jetzt Disney)
Kinostart: 23.12.2015
DVD-VÖ: 21.04.2016

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