The Crime: Schneller als die Polizei erlaubt

Aus dem Archiv in den #Thrillzember: Dass der harte Cop-Thriller „The Crime“ in England zum Nummer Eins Hit wurde, ist nicht wirklich verwunderlich: Die tempo- und actionreiche Neufassung nach einer Kultserie aus den 70ern kommt nicht nur mit einer prominenten Besetzung auf die Leinwand, sondern auch modern und stilsicher rüber. Hierzulande kam der Thriller 2013 in die Kinos.

Scotland Yard unterhält eine nicht ganz unumstrittenen Eliteeinheit, das „Flying Squad“ im Volksmund auch „The Sweeny“ genannt (auch der Originaltitel von Serie und Film). Die schlagfertige Truppe um Veteran Jack Regan (Ray Winstone) bekommt Tipps aus der Unterwelt und vereitelt Verbrechen, während sie begangen werden.

Das sorgt für einigen Kollateralschaden. Auch die Sicherstellung der Beute wird auch eher lax gehandhabt. Kein Wunder, dass die Sweenies einen internen Polizeiermittler auf der Pelle haben. Der ist ausgerechnet der Ehemann von Team-Mitglied Nancy Lewis (Hayley Atwell), die mit Regan eine Affäre hat.

Die Grenzen der Dienstauffassung

Die Luft wird dünner für die Sweenies. Auch wenn Chef Haskins (Damien Lewis) versucht, Jack und seiner Truppe den Rücken freizuhalten. Dann taucht auch noch Francis Allen auf, ein alter Bekannter von Jack, der ein großes Ding plant, aber nicht festzunageln ist. Während Jack sich immer weiter in den Schlamassel reitet, versucht sein junger Freund und anvisierter Nachfolger George Carter (Ben Drew) alles Mögliche, um die Situation zu retten.

„The Crime“ erfindet den Thriller nicht gerade neu. Regisseur Nick Love („Football Factory“, „The Business“) drückt allerdings mächtig aufs Tempo, um das Drehbuch von John Hodge („Trainspotting“, „The Beach“) richtig adrenalingeschwängert umzusetzen. Das funktioniert über weite Strecken auch ganz hervorragend. Die Besetzung gibt sich dabei keine Blöße. Sowohl Ray Winstone („King Arthur“, „Sexy Beast“), der schon immer in harter Hund war, als auch Ben Drew („Harry Brown“) nimmt man die toughen Cops absolut ab. Und selbst Hayley Atwell („Captain America“) füllt die Rolle der actionsüchtigen Polizistin glaubhaft aus.

Regeln sind Erfolgshindernisse

Dass „The Crime“ dennoch nicht der ganz große Wurf ist, liegt zum einen an der eher genreüblichen nicht immer interessanten Handlung. Zum anderen an der unglaubwürdigen Figurenkonstellation, dass der Ehegatte einer Polizistin deren Einheit überprüft. Hier hat die Dramaturgie über den Realismus gesiegt und es sei verziehen. Überhaupt haben die Sweenies ganz schon viel Freiraum, um ihre Erfolgsquote hoch zu halten.

Der Action aber tut das keinen Abbruch, und es wird geballert, gefahren und gehauen was das Zeug hält. Inwieweit „The Crime“ allerdings der Serienvorlage gerecht wird, kann ich nicht beurteilen. Die Serie, die hierzulande unter dem Titel „Die Füchse“ ausgestrahlt wurde, lief immerhin über vier Staffeln und hatte eine große Fangemeinde. Nun kann diese sich mit der zeitgemäßen Filmfassung erfreuen auch wenn eher die nachfolgende Zuschauergeneration angepeilt wird.

Der britische Cop-Thriller „The Crime“ ist nicht sonderlich originell, hat aber mit einer blendend Aufgelegten Besetzung und Hochgeschwindigkeitsaction der alten Schule zwei Garanten für gelungene, toughe Genreunterhaltung aufzubieten.

Film-Wertung: 7 out of 10 stars (7 / 10)

The Crime- Good Cop/ Bad Cop
OT: The Sweeney
Genre: Action, Thriller
Länge: 112 Minuten, GB, 2012
Regie: Nick Love
Darsteller:innen: Ray Winston, Hayley Atwell, Ben Drew,
FSK: ab 16 Jahren
Vertrieb: Leonine
Kinostart: 27.02.2013
DVD- & BD-VÖ: 09.08.2013

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