Blade Runner 2029: Echos

Es gibt Serien, die so klasse sind, dass es schwerfällt, auf neue Episoden zu warten. Die „Blade Runner“ Weitererzählung im Comic gehört dazu. Autor Mike Johnson und Zeichner Andrés Guinaldo haben einen modernen Klassiker erschaffen. Nun geht „Blade Runner 2029“ ab Ende Mai 2022 auch bei Panini Comics weiter. Macht euch auf Überraschungen gefasst.

So Leute: an dieser Stelle nicht weiterlesen, wenn ihr die Vorgeschichte nicht kennt. Es lohnt sich einfach nicht, genau hier mit „Blade Runner 2029“ anzufangen. Lest zumindest den Storyauftakt „Blade Runner 2029 – Alte Bekannte“. Besser allerdings ist es mit dem Auftakt der vorangegangenen Serie „Blade Runner 2019“ zu beginnen.

Denn die Ereignisse um die Replikanten-Jägerin, die Blade Runnerin, Aahna „Ash“ Ashina beginnen dort mit einem Spezialauftrag und werden über die Jahre hinweg kontinuierlich weitererzählt. Zwar ist jeder Sammelband, der immer 4 US-Ausgaben enthält irgendwie episodisch in sich schlüssig, aber der große Zusammenhang, der die Klasse der Geschichte ausmacht, erschließt sich nicht beim Quereinstieg.

„Ich blicke auf…“

Und es wird an dieser Stelle für Neulinge massiv gespoilert, denn vor „Echos“ hat es der Replikanten-Führer Yotun geschafft, der menschlichen Gesellschaft in Los Angeles mit einem Terroranschlag einen heftigen Schlag zu versetzen. Außerdem hat er Ash in seiner Gewalt, die ihn aufspüren wollte. Ash ist mit einer Aktivistin der Replikantenliiert und Freya unternimmt alles, um Ash zu befreien. Dabei hat Yotun nicht vor, Ash zu schaden. Sein Ziel ist vielmehr alle Replikanten zu vereinen, Ash auf seine Seite zu ziehen und die Herrschaft der Menschen zu beenden.

Wie bereits in den vorangegangenen Abenteuern von „Blade Runner“ ist das grafische Erzählen meisterhaft. Autor Mike Johnson, der auch an der Verfilmung „Blade Runner 2049“ mitarbeitete, umreißt das Setting mit knappen Sätzen. Die Szenen kommen ohne viele Dialoge aus.

…und sehe Engel.“ (Ash)

Das ist freilich nur möglich, weil die Panels kongenial illustriert sind. Es ist hinreißend wie viel Information Andrés Guinaldo in dem Szenenaufbau, der Mimik und Gestik der Charaktere unterbringen kann. Vieles funktioniert allerdings nur, weil sich die Macher auf die ikonische Bildsprache der „Blade Runner“ Filme berufen können. Diese gehört ja in seinen Variationen inzwischen weitgehend zum popkulturellen Kollektivbewusstsein. Wer Blade Runner mag, kommt an den Comic-Serien nicht vorbei.

„Blade Runner“ von Mike Johnson und Andrés Guinaldo ist immer noch für eine Überraschung gut. Das Artwork ist herausrausragend dystopisch und bleibt dabei dem Look des Ridley Scott Film-Klassikers treu. Meisterhaft ist auch das grafische Erzählen, das beinahe wortkarg ist und mit erstaunlich wenig Dialog auskommt und dabei doch so vielsagend ist. Das Warten auf das Finale von „Blade Runner 2029“ wird zermürbend.

Comic-Wertung: 9 out of 10 stars (9 / 10)

Blade Runner 2029: Echos
OT: Blade Runner 2029 5-8, Titan Comics, 2022
Genre: Comic, Science-Fiction
Autor: Mike Johnson
Zeichner: Andrés Guinaldo
Farben: Marco Lesko
Übersetzung: Bernd Kronsbein
ISBN: 9783741627880
Verlag: Panini Comics, Softcover, 120 Seiten
VÖ: 24.05.2022

Blade Runner 2029:Echos bei Panini Comics (Leseprobe dort ist von „Alte Bekannte“)

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