Aladin: Wunderlampe vs Armleuchter

Gerade einmal ein paar Monate ist es her, dass Leonine die französische Märchenklamotte „Aladin – 1001 lacht“ hierzulande veröffentlichte. Nun legt der Vertrieb direkt den 2018 entstandenen zweiten Teil nach und erneut ist der beliebte Komiker Kev Adams im märchenhaften Bagdad unterwegs. Wie das mit Fortsetzungen so ist, der Charme des Neuen ist schnell verbraucht.

Nachdem der Gauner Aladin (Kev Adams) das Herz der Prinzessin erobern konnte, wird ihm schnell langweilig im Palast. Er beginnt die quasi eigene Schatzkammer auszurauben und geht seiner Liebsten, Prinzessin Shallia (Vanessa Guide), dermaßen auf den Senkel, dass sie ihn zur Paartherapie schleppt. Doch es nutzt wenig. Erst als Aladin Konkurrenz von dem bösartigen Shah Zaman (Jamel Debbouze) bekommt, merkt er wie es um seine Position in Bagdad steht.

Shah Zamen will die Stadt an sich reißen und die Prinzessin heiraten. Aladin muss fliehen und braucht dringlich Hilfe, um gegen den Eroberer anzukämpfen. So macht sich der Dieb auf die Suche nach seinem Djinn (Eric Judor). Der kann Hilfe gerade gut gebrauchen: seit er Mensch geworden ist, hat der ex-Flaschengeist diverse junge Frauen in andere Umstände gebracht und soll sich nun verantworten. Doch auch nachdem sich die beiden aus der Verantwortung gestohlen haben, fehlt immer noch die Zauber-Lampe, damit der Geist seine Magie wirken kann.

Während Aladins Djinn noch nach den richtigen Zauberformeln sucht um flugs nach Bagdad zu gelangen, hat Shah Zaman ebenfalls aufgerüstet und sich eine magische Leuchte inklusive Flaschengeist zugelegt.
Abgesehen von Aladin, dem Djinn, dem Drehbuchschreiber und der Prinzessin ist fast das gesamte Team neu. Der ehemalige Großwesir, der beim Vorgänger auch Regie führte, hat einen kleinen Gastauftritt, ansonsten sind auch hinter der Kamera andere Verantwortliche aktiv. Visuell hat sich wenig geändert, die CGI-Effekte sind immer noch wenig überzeugend, weil es eben einfach nicht darauf ankommt. Die Kulisse und die Kostüme hingegen sind stimmig und auch aufwändig.

Es ist nur natürlich, dass der Überraschungseffekt der poppigen Herangehensweise in der Fortsetzung deutlich nachlässt. Doch den Machern ist auch wenig Neues eingefallen, um ihre Geschichte aufzupeppen. Der größte Unterschied in der Erzählung ist vielleicht, das sich Aladin erst nach einiger Zeit als moderner Erzähler Sam outet. Der sitzt mit Flugangst in einer Linienmaschine während seine Freundin dabei ist, einen anderen zu heiraten.

Wieder einmal vermischen sich Fantasie und (Film-)Wirklichkeit, Aladins Unfähigkeiten und seine erträumten Großtaten. Doch Autor David Cohen kommt mit seiner Geschichte nicht so recht aus dem Quark und viele der Gags zünden erheblich lahmer als beim Vorgänger. Während der infantile Aladin noch zu überzeugen weiß, wirkt die Schusseligkeit des Flaschengeistes wiederholt nicht annähernd so lustig wie sich die Macher das gewünscht hätten.

Ein weiterer Grund, dass „Aladin: Wunderlampe vs Armleichter“ weniger gute Laune verbreitet als „Aladin: 1001 lacht“ liegt darin, dass die Figur des Bösewichtes zu harmlos angelegt ist. Es fehlt Schauspieler Jamel Debbouze nicht an komischem Talent, aber die Rolle ist von Beginn an so überzogen albern angelegt, dass die dramatische Fallhöhe für die Kalauer einfach fehlt. Von Shah Zaman geht leider nicht annähernd so viel Macht und Gefahr aus wie vom Großwesir im Vorgänger.

Es gibt schon schöne Szenen in „Aladin: Wunderlampe vs Armleuchter“, etwa die „Mission Impossible“-Persiflage oder auch die Kneipe voller Djinns. Auch der kleine Giftzwerg Shah Zaman hat so seine charmante Seite, nur fehlt es insgesamt an humoriger Grundstimmung aus dem Beziehungsblues heraus.

Schade, da wäre sicher mehr drin gewesen, wenn die Macher etwas mehr an der Vielseitigkeit des Humors gearbeitet hätten, statt auf repetitive Albernheiten zu setzen. Die Geschichte an sich hätte etwas mehr Tempo vertragen um familienfreundlich zu unterhalten. So bliebt es bei einigen lustigen Szenen und alles bleibt am leicht überforderten Kev Adams hängen.

Film-Wertung: 4 out of 10 stars (4 / 10)

Aladin – Wunderlampe vs. Armleuchter!
OT: Alad‘2
Länge: 98 Minuten, F/B, 2018
Genre: Komödie, Märchen
Regie: Lioel Steketee
Darsteller:innen: Kev Adams, Vanessa Guide, Jamel Debbouze
FSK: Ab 12 Jahren
Vertrieb: Square One, Leonine
Kinostart: nicht in Deutschland
DVD- & BD-VÖ: 19.11.2021

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