The Shattered Mind Maschine – Apparatschik

Das Treibende ist die Kraft auf „Apparatschik“, dem zweiten Album des Trios „The Shattered Mind Maschine“ aus dem schweizerischen Winterthur. Auf diesem Drive bauen sich die Songs mit eingängigen Refrains und klaren Melodien auf. Dabei haben The Shattered Mind Maschine soundmäßig ihr ganz eigenes Ding laufen. Der Promozettel aus dem Hause Noisolution wirft dazu folgende Stichworte in den Ring: Postpunk, Wave, Alternative Rock.

In den knapp 30 Minuten von „Apparatschik“ bietet das Trio aus Winterthur 9 Songs an, unter denen eigentlich kein Filler zu finden ist. Jede Nummer hat so ihre eigene Qualität und offenbart dabei auch immer einen anderen Einfluss, der den Gesamtsound von „The Shattered Mind Maschine“ mitprägt. Insofern dachte ich erst, die Scheibe sei zu kurz ausgefallen, aber bei neun durchweg guten Songs gibt es nichts zu meckern, egal wie lang die letztlich sind.

Bis auf das abschließende „Hibernation“ ist alles im flotteren Tempobereich und oft genug auch tanzbar gehalten. Da zeigen sich Ohrwurm-Qualitäten, auch wenn’s lyrisch bisweilen in Lalalas ausartet, was in meiner kleinen musikalischen Welt Iggy Pop vorbehalten ist.

An den Sound der Band kann beziehungsweise muss Mensch sich gewöhnen. Prägend ist eine Dark Wave-Gewand, dass sich vor allem am Gesang festmachen lässt und an der Art wie die Rhythmus Abteilung klingt. Dazu gesellen sich immer schwere, verzerrte Gitarren. Zugegebenermaßen habe ich schon seit jeher mit dem Wavigen so meine Problemchen, aber „the Shattered Mind“ überzeugen und reißen mit.

Die Kombi von musikalischer Kälte, distanziertem Gesang und fetten Gitarren haut immer wieder überraschend gut hin und sorgt tatsächlich für ungewohnte selten gehörte Soundeindrücke. Je nach musikalischer Vorbildung lassen sich da Assoziationen herstellen. Mir fielen dazu Fugazi, The Cure, New Model Army, Iron Butterfly und die eine oder andere Stoner Band ein. The Shattered Mind Maschine haben dabei ihre eigene Identität gefunden und zelebrieren diese auf ihrem zweiten Album.

Ausgerechnet beim Titelsong „Apparatschik“ finde ich die Sound-Kombi der Band dann nicht so gelungen. Für die mächtige Gitarrenwand ist der Gesang schlicht zu flau und zu leise. Doch am Ende bleibt auch das Geschmackssache. Vorab ausgekoppelt, entpuppt sich das temporeiche „Josaphat“ als Hit der auf jeden alternativ rockenden Sender gehört, „Mosquitos“ als persönliche Lieblingsnummer, wobei ich nicht mal sagen kann, weshalb, und das schwere, langsame „Hibernation“ nach mehrmaligen Durchläufen als atmosphärisch dichter, düsterer und musikalisch stimmiger Ausklang für ein rundherum gelungenes und überraschend eigenständiges Album.

Nach ihrem Erstling „Gourrama“ setzt das Schweizer Trio „The Shattered Mind Maschine“ mit dem Zweitwerk „Apparatschik“ zur metaphorischen Alpenüberquerung an, um ihren Einflussbereich auszudehnen. Die eigenständige Mixtur aus Dark Wave und Heavy Rock entwickelt ziemliches Charisma. Wenn die Jungs ihre Qualitäten auch auf die Bühne zu bringen verstehen, steht einer langen und kraftvollen Karriere eigentlich nichts im Weg. Starkes Album.

Album-Wertung: 8 out of 10 stars (8 / 10)

Apparatschik
Genre: Dark Wave, Rock, Stoner
Länge: 30 Minuten, CH, 2021
Künstler: The Shattered Mind Maschine
Label/Vertrieb: AuGeil Records
VÖ: 03.09.2021

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