Metallica –Nothing Else Matters: Die Graphic Novel

Heute zählen Metallica zu den erfolgreichsten und populärsten Bands auf dem gesamten Globus. Das war nicht immer so und erst das so genannte „Black Album“ katapultierte die Heavy Metal Band in den Olymp. 2021 feiert das „Black Album“ seinen 30. Geburtstag. Rechtzeitig dazu erschient quasi die Offizielle Graphic Novel zur Bandhistorie. Autor Jim McCarthy und Illustrator Brian Williamson haben die Geschichte von Metallica lesenswert eingefangen. Auftritt: Der Sandman.


Erzählerisch ist der Weg von der Weltkugel zu einem Baseball gerade einmal vier Panels lang: Dann nämlich ist die Brennweite der Band-Biographie „Metallica Nothing Else Matters“ eingestellt auf ein Baseball in San Francisco, bei dem die Band Metallica den Pitcher der New York Yankees bei der Arbeit zuschaut. Mariano Rivera hatte sich den Spitznamen „Sandman“ zugelegt, nach dem großen Hit der Heavy Metal Band Metallica „Enter Sandman“.

Nicht nur für Rivera ist das eine perfekte Hymne um ins Stadion einzulaufen, auch die Band selbst hat sich mit dem selbstbetitelten Album, das 1991 auf den Markt kam, neu erfunden und ist aus bereits weltweit erfolgreichen Heavy Metal Gefilden in die Liga des stadiontauglichen Hardrocks aufgestiegen.

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Autor Jim McCarthy bewegt sich von diesem Schlüsselmoment, der den Erfolg der Band symbolisiert zu den Anfängen der Band in der Bay Area. Über das Kennenlernen musikbegeisterter Teenager über den eher großmäulig ergatterten ersten Song auf einer CompilationÜber Besetzungswechsel und den tragischen Busunfall auf der Europatour, der den Bassisten Cliff Burton das Leben kostet.

Metallica-Fans ist die Bandgeschichte geläufig und die Fakten lassen sich auch bei Wikipedia oder in diversen Interviews nachlesen. Was die Graphic Novel „Nothing else Matters“ hingegen leistet, ist ein lebendiges Eintauchen in die Zeit und die damaligen musikalischen Moden, Trends und des erstaunlichen Karrierewegs der Band Metallica.

„…Color Our World Blackened“ („Blackened“ , Metallica)

Den wichtigen Part der Illustration hat in der Graphic Novel der englische Illustrator Brian Williamson übernommen. Sein Stil ist absichtlich in harschem Schwarz-Weiß gehalten, weil auch die Band nur in Schwarz gekleidet auftritt. Die Zeichnungen besitzen eine große Bandbreite und sind bisweilen absichtlich skizzenhaft gehalten, bisweilen wirken sie fotorealistisch. Insgesamt entsteht so ein ziemlich cooler, hartgesottener Look, der zur schweren, aggressiven Musik der Band passt.

Nicht immer können Leser:innen die jugendlichen Langhaarigen leicht auseinanderhalten, dazu sind sich die Outfits und Looks zu ähnlich, aber aus dem erzählerischen Zusammenhang wird schnell klar, wer auf den Panels aktiv ist. Später sind die Charaktere stärker definiert und die Situationen sind überschaubarer.

Und dann geht die Graphic Novel auch über den erzählerischen Anfangspunkt hinaus und landet in der Gegenwart. Der Erfolgsweg der Band ist dann zwar weniger interessant, dafür gelingt der Graphic Novel eine zusätzliche Ebene psychologischer Tiefe.

Mit „Metallica –Nothing Else Matters“ legen McCarthy und Williamson eine packend erzählte und intensiv bebilderte Bandhistorie vor, die nicht nur Metallica-Fans begeistern sollte, sondern auch als eigenständige Graphic Novel bestehen kann. Der Musikjournalist und Graphic Novel-Autor McCarthy, hat sich auf Musikerbios spezialisiert und legt hier eine seiner stärksten Graphic Novels vor. Absolut empfehlenswert.

Comic-Wertung: 8 out of 10 stars (8 / 10)

Metallica –Nothing Else Matters: Die Graphic Novel
OT: Nothing Else Matters: Metallica – The Graphic Novel, Omnibus, 2021
Genre: Comic, Biographie, Graphic Novel
Zeichner: Brian Williamson
Autor: Jim McCarthy
Übersetzung: Stefan Dinter
Verlag: Panini Comics, Hardcover, 168 Seiten
VÖ: 27.07.2021

Metallica – Nothing Else Matters bei Panini Comics

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