Spider-Gwen – Erstaunliche Kräfte: Cruisin‘ for Burgers

Eine der wunderbarsten neueren Marvel Heldinnen ist „Spider-Gwen“, die ebenso wie Miles Morales auf einer Parallelwelt agiert und durch das „Spider-Verse“ bekannt wurde. Panini Comics hat nun unter dem „Panini Ink“-Label dankenswerter Weise die Fortschreibung der „Spider-Gwen“-Serie neu aufgelegt. „Panini Ink“ richtet sich explizit an neue, junge Leser:innen und daher ist „erstaunliche Kräfte“ auch einsteigerfreundlich ohne Vorwissen zu lesen und die Serie hat soviel Pepp, das auch alte Comic-Hasen und –Häsinnen mal reinschnuppern sollten.

Bereits zur Veröffentlichung von „Spider-Gwen: Gwen Stacy“ in der „Panini Ink“-Reihe im vergangenen Jahr brauchte es ein paar editorische Vorbemerkungen. Könnte man auch weglassen, ist aber vor allem für Superhelden-Neulinge gelegentlich hilfreich. Wen’s nicht interessiert: Einfach überlesen.

„Spider-Gwen: Erstaunliche Kräfte“ erzählt keine neuen Abenteuer sondern ist eine Marvel-Comic-Serie von 2015, die bei Panini Comics bereits als Solo-Serie veröffentlicht wurde. In der Folge des „Spider-Verse“-Events erdacht, das auch die Vorlage für den Oscar-prämierten Animationsfilm darstellt, versuchten sich die Kreativen an diversen alternativen Spider-Leuten. Nachdem in „Gwen Stacy“ quasi die ersten beiden Sammelbände der Serie zusammengefasst wurden, geht es nun mit dem dritten und vierten Band weiter, allerdings fanden in der Zwischenzeit einschneidende Ereignisse statt, weshalb „Erstaunliche Kräfte“ in sich abgeschlossen ist und dank der guten informativen Einleitung von Christian Endres auch einfach so gelesen werden kann.

Die Storys in „Spider-Gwen“ sind nach wie vor originelle „Spider-Man“-Varianten, es gibt einige erstaunliche und lustige Details und Anspielungen und das Artwork ist immer noch modern, cartoonesk, sexy und pfiffig. Auf Erde 65 wurde statt Peter Parker die Schülerin Gwen Stacy von einer Spinne gebissen und bekam Superkräfte. Das gab gehörigen Stress und einige tragische Verwicklungen. Aber das Ist Vergangenheit. Zu Beginn von „Spider-Gwen: Erstaunliche Kräfte“ hat Gwen ihre Superkräfte verloren und kann diese nur reaktivieren, indem sie sich ein Serum injiziert, das Jessica Drew, die „Spider-Woman“ einer anderen Welt ihr hergestellt hat.

Doch eigentlich will Gwen viel lieber zurück zur Normalität, bei den Mary Janes die Trommelstöcke schwingen und sich nicht mehr mit Supergaunern rumschlagen oder dem hinterhältigen Winkeladvokaten Matt Murdock ausgeliefert sein, der seine „Hilfe“ anbietet. Doch daraus wird nichts, solange der verbissene Cop Frank Castle es auf Spider-Woman abgesehen hat.

Bereits im Vorgängerband habe ich auf die Qualitäten der Stories hingewiesen, die zwar Varianten bekannter Spider-Man Themen sind, aber ihren ganz eigenen Dreh hinbekommen und auf diese Weise ebenso eigenständig sind, wie sie altgedienten Spidey-Fans überraschende Alternativen anbieten. Das ist auch in den Geschichten in „Erstaunliche Kräfte“ so und die junge Heldin überzeugt einfach als eigenständige und selbstbewusste Person.

Diese Gwendolyn Stacy kriegt ihr Leben zwar nicht so auf die Reihe wie gewünscht, aber die junge Powerfrau lässt sich nicht unterkriegen. Auf hinreißende und immer überraschende Weise schreiben Autor Jason Latour und Zeichner Robbi Rodriguez die charmante und moderne Variante der „Spider-Woman“ ohne Qualitätsverlust fort. Ich kann das nur wärmstens empfehlen.

Comic-Wertung: 9 out of 10 stars (9 / 10)

Spider-Gwen: Erstaunliche Kräfte
OT: Spider-Gwen (2015) 9-15, Annual 1, All-New Wolverine Annual 1, Marvel Comics
Genre: Comic, Superhelden,
Autor: Jason Latour et al.
Zeichner: Robbi Rodriguez et al.
Farben: Rico Renzi et al.
Übersetzung: Michael Strittmatter
ISBN: 9783741623509
Verlag: Panini Comics
VÖ: 23.11.2021

Spider-Gwen: Erstaunliche Kräfte bei Panini Comics

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