John Carter: Prinzessinnen retten auf dem Mars

Mit großen Erwartungen kündigte sich das Fantasy-Spektakel „John Carter –Zwischen zwei Welten“ an und der fantastische Abenteuerklassiker aus der Feder von „Tarzan“-Erfinder Edgar Rice Burroughs ist ein bildgewaltiges Epos geworden, dass Fans sich ruhig in 3D anschauen sollten. Filmische Innovation sollte man von dem Blockbuster allerdings nicht erwarten.

Mitten im amerikanischen Bürgerkrieg entdeckt der konföderierte Kriegsheld John Carter (Taylor Kitsch) endlich die geheime Höhle voller Gold, die er zu suchen begann, nachdem er seine Familie verloren hat und desertiert ist. Doch John Carter entdeckt dort nicht nur Reichtum, sondern auch das Tor zu einer anderen Welt. Er wacht in den Sandwüsten des Mars auf, von den einheimischen Barsoom genannt und wird von Tharks gefunden. Einem grünen, vierarmigen Kriegervolk mit Stoßzähnen.

Doch auf Barsoom tobt ein großer Konflikt zwischen zwei menschenähnlichen Stämmen und bald gerat Carter zwischen die Fronten, als er ohne es zu wissen die Prinzessin Dejah Thoris (Lynn Collins) vor dem machtgierigen Sab Than (Dominic West) rettet, der mit Hilfe ominöser Verbündeter die Herrschaft über Barsoom erkämpft. Der Erdling Carter hat auf dem Mars enorme Kräfte und wird zu einem heldenhaften Kämpfer.

Wiliam Gibson (Autor von „Neuromancer“) twitterte nachdem er „John Carter“ gesehen hatte, dass die Tharks ja ziemlich viele Jar Jar Gene abbekommen hätten. Das ist nicht weiter verwunderlich, ist doch der Barsoom-Zyklus von Edgar Rice Burroughs eine extrem beliebte und einflussreiche Inspirationsquelle für diverse Filmmacher gewesen. Die Umsetzung des Films von einem Animationsexperten realisieren zu lassen ist angesichts der fantastischen Marswelt ebenfallsnur folgerichtig. Stanton war für die Pixar-Hits „Wall-E“ und „Findet Nemo“ verantwortlich.

Disney-Regisseur Andrew Stanton schickt Taylor Kitsch als kosmischen Weltenbummler in eine beinahe komplett CGI-animierte fantastische Welt mit seltsamen Flugapparaten, vierarmigen grünen Marsbewohnern und sich gegenseitig bekämpfenden humanoiden Barsoom-Bewohnern. Das hat durchaus seinen Reiz und nutzt die technischen Möglichkeiten weitestgehend aus. Die Animationen wirken überzeugend und wie jeder Trickfilm gewinnt auch „John Carter“ durch die stereoskopische Filmtechnik. In 3D wird die staubige Wüste ziemlich lebendig.

Storytechnisch hat „John Carter“ allerdings einige Längen, was auch auf die Dramaturgie der Vorlage zurückzuführen ist. Im Grunde ist das Märchen von dem Bürgerkriegsveteranen, der zufällig den Weg in eine fantastische Welt findet ein klassischer Abenteuerroman und die Elemente von Abenteuer, Heldentum und Romanze wirken altbacken, oderwohlwollend ausgedrückt klassisch. Die Bösen sind klar zu identifizieren, die anfangs biestige Prinzessin wird schnell zur Verbündeten, die Romanze ist absehbar und das Ende ebenfalls.

Eine Fortsetzung schien seinerzeit 2012 aufgrund der erfolgreichen Marvel-Comic-Serie ebenso wahrscheinlich wie durch die mehrbändige Roman-Vorlage. Das ging noch was und wohlweißlich hatten sich die Filmmacher die Fortsetzungsoption auch im Film offen gelassen. Es gab also kaum Zweifel, dass das Einspielergebnis Anlass genug sein würde, Captain Carter erneut auf die Leinwand und den Planeten Barsoom loszulassen. Aber mit dieser Einschätzung stand der Rezensent wohl allein da.

An „John Carter“ werden vor allem jene Freude haben, die „Star Wars“ und „Herr der Ringe“ in ihrer gesamten epischen Breite zu schätzen wissen. Das märchenhafte Abenteuer ist spektakuläre Unterhaltung der alten Blockbuster-Schule.

Film-Wertung: 7 out of 10 stars (7 / 10)

John Carter: Zwischen den Welten
OT: John Carter
Genre: Fantasy, Sci-Fi, Action,
Länge: 212 Minuten, USA, 2012
Regie: Andrew Stanton
Vorlage: „A Princess on Mars“ von Edgar Rice Burroughs
Darsteller: Taylor Kitsch, Lynn collins, Dominic West,
FSK: ab 12 Jahren
Vertrieb: Disney,
Kinostart: 08.03.2012
DVD- & BD-VÖ: 19.07.2012

Copyright der Bilder & Trailer: ©2011 Disney. JOHN CARTER? ERB, Inc.

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