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Der Tod von Captain America – Band 1

28.03.14 (Comic, Superhelden)

CAPTAINAMERICADERTODVONCAPTAINAMERICA1-vorScheint fast so, als wäre Captain America Marvels Held der Stunde, ein neuer Kinofilm positioniert sich in den Top Ten (VÖ: 27.03.) und bei Panini wird das Leinwand-Event hierzulande mit diversen Veröffentlichungen aus dem Leben von Steve Rogers alias Captain America begleitet: Es erscheint Ende März ein „Captain America Megaband“, demnächst wird ein „Winter Soldier Megaband“ nachgelegt und außerdem erscheint „Der Tod von Captain America“ aus der Feder von Autor Ed Brubaker. Der erste Band (von drei) macht klar, warum Brubaker, der auch für atemberaubende „Daredevil“-Stories bekannt ist, den begehrten Eisner Award einheimsen konnte. Die Ereignisse in „Der Tod des Captain America“ setzten direkt nach Ende von Millers „Civil War“ ein.

In „Civil War“ ging es, wie die meisten wohl wissen, darum, ob sich Superhelden registrieren lassen sollen. Das entsprechende Gesetz hat die Superhelden gespalten, die Befürworter unter Iron Mans Führung versuchten das Gesetz auch umzusetzen, die Gegner hatten sich unter Captain Americas Führung in den Untergrund begeben. Doch dann hat Steve Rogers kapituliert, um nicht noch mehr unschuldige Zivilisten in Gefahr zu bringen.

Konsequenter Weise macht man dem Nationalhelden in „Der Tod des Captain America“ den Prozess. Doch auf dem Weg dorthin wird Cap Opfer eines Attentats und alle müssen hilflos zusehen, wie Amerikas großer Held in Handschellen abgeknallt wird. Das passt selbst den aktuellen Gegnern nicht. Es gibt kaum Spuren. Wer steckt dahinter? Während S.H.I.E.L.D.-Agentin Sharon sich schuldig fühlt und den Dienst quittiert, versucht der Falke ebenfalls, den Hintermännern auf die Spur zu kommen.

Der Wintersoldat Bucky, der schon vor dem zweiten Weltkrieg ein Freund von Steve Rogers war und unfreiwillig auch zum Supersoldaten geworden ist, sinnt vor allem auf Rache und sein primäres Ziel ist Tony Stark, den er für diesen sinnlosen Tod eines Helden verantwortlich macht. Derweil hält sich Hydra vorerst im Hintergrund. Doch es ist kaum anzunehmen, dass Captain Americas Erzfeind nichts mit dem Attentat zu tun haben soll. Aber S.H.I.E.L.D. bleibt ebenfalls nicht untätig.

Ed Brubaker ist am besten, wenn es handfest, thillerartig und kriminalistisch zur Sache geht und weniger darum, bombastische Action und sci-fi-mäßige Superhelden-Abenteuer zu erdenken. Gerade das macht seine Arbeit für „Daredevil“ und auch für „Captain America“ so extrem gelungen. Cap hat zwar als Supersoldat herausragende Kräfte, ist aber vielen seiner Superkollegen in dieser Hinsicht nicht gewachsen, stattdessen geht es dem großen amerikanischen Helden immer wieder vor allem um die menschliche Komponente, darum, dass Richtige zu definieren und zu tun. Das ist die große Rolle, die Captain America, nicht ganz unpatriotisch, im Marvel-Universum spielt.

Brubaker konstruiert seine Story, die sich über zwei weiter Sammelbände ausgedehnt, clever und mit ständig wechselnden Fokussierungen, so bildet er alle wichtigen Ereignisse der Beteiligten sehr direkt und ohne übergeordnete Erzählperspektive ab und schafft dadurch eine thrillertypische Spannung, die ziemlich überzeugend ist. Und wie auch schon „Civil War“ besitzt die Story von 2007 eine aktuelle politische Relevanz, denn die Bush Administration hat sich zu diesem Zeitpunkt im weltweiten Kampf gegen den Terror und auch in anderen Belangen nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Auch das reflektiert „Der Tod von Captain America“ auf eine gewisse Weise.

Die Zeichungen von Steve Epting und Mike Perkins sind genauso wie Brubakers Story ganz weit vorne und – zumindest der Auftakt im ersten Band, ist auch optisch ein Genuss:  Die düstere, niedergeschlagene Stimmung überlagert alle Zeichnungen und vor allem die Charaktere sind glaubhaft dramatisch und besorgt dargestellt. Die große Stärke liegt also auch hier weniger in den Actionsequenzen als in der Psychologie. Das ist extrem gelungen und überzeugt.

Fazit: Bleibt abzuwarten, wie sich die Story noch entwickeln wird, (die Neunmalklugen wissen es natürlich schon aus den US-Heften) aber soweit es das erste Drittel von „Der Tod von Captain America“ betrifft, gehört die Story mit zum Besten und Ernsthaftesten, was an Marvel Comics in den letzten Jahren erschienen ist.

Book Rating: ★★★★★★★★★☆ 

CAPTAINAMERICADERTODVONCAPTAINAMERICA1SOFTCOVER_Softcover_330Der Tod von Captain America – Band 1
OT: Captain America 25-30, Marvel Comics, 2007
Autor: Ed Brubaker
Zeichner: Steve Epting, Mike Perkins
Übersetzung:  Michael Strittmatter, Reinhard Schweizer
Verlag: Panini Comics, Softcover, 156 Seiten
VÖ: 18.03.2014
Der Tod von Captain America bei Panini Comics

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