In dem dystopischen Horror-Thriller „A Quiet House“, der im amerikanischen Original „Please Don’t Feed the Children“ heißt, hat ein Zombievirus fast die gesamte erwachsene Bevölkerung dahingerafft. Die Kids werden als Bedrohung und Gefahr angesehen. Und die junge Mary schlägt sich alleine durch, zumindest anfangs. Zu sehen ab dem 22. Oktober 2026 im Kino.
Mary (Zoe Coletti) hat auf der Flucht vor den Ordnungstruppen schon ihre kleine Schwester verloren, deshalb ist sie alleine unterwegs. Doch eines Tages trifft sie den Jungen Jeffie, der ihr an den Hacken klebt. Weil die Armee nachrückt, folgt Mary dem Kind in dessen Familienunterschlupf. Hier hat sich eine Gruppe von Geschwistern und Freunden zusammengetan, um bessere Überlebenschancen zu haben. Nach anfänglicher Prüfung wird Mary von Ben, Vicky und den anderen aufgenommen.
Doch die Kids wollen aus der Stadt raus. Ein Tankstellenüberfall geht gründlich schief und so muss bald ein Unterschlupf und medizinische Versorgung gesucht werden. Da bietet sich die abseits liegende Farm an, an der die Kids vorbeikommen. Tatsächlich ist das Haus bewohnt. Seit ihr Mann, ein Cop, im Dauereinsatz ist, lebt Clara (Michelle Dockery) hier alleine. Sie bietet den Kids Unterschlupf, versorgt die Wunden und stellt sich bald als Gefahr heraus.
Clara betäubt die Kids und sperrt sie weg, nur Mary nicht, die sie an ihr eigenes verlorenes Kind erinnert. Während Ben und Vicky verzweifelt nach einem Ausweg suchen, muss Mary die liebe Tochter spielen. Und als Sheriff Fitz (Giancarlo Esposito) vorbeikommt, gilt es, nicht aufzufallen. Die Lage ist vertrackt.
Das Farmhaus ohne Ausgang
Kann man eigentlich Horrorfilme für junge Teenager machen? Man kann, oder besser: „A Quiet House“ gelingt es ganz vortrefflich, Spannung und Grauen anzudeuten, ohne irgendwie gefährlich und nahbar zu werden. Marys Flucht ist ganz launig gefilmt und auch die Rasselbande hat eine gewisse Teenie-Dynamik. Sobald es blutig wird, ergeht sich der Film – möglicherweise aus Budget-Gründen – in Andeutungen und spannend gemeinten Schnitten. Erst gegen Ende kommt es zu Blut und Horror, der dann allerdings auch recht ansatzlos einsetzt.
Bis dahin hat sich der Horror-Thriller von Spielberg-Tochter Destry Allyn allerdings als derart uninspiriert herausgestellt, dass etliches an Potenzial verpufft ist. Außer einer überzeugend psychotisch aufspielenden Michelle Dockery („Downton Abbey“), die mit wirr verstrubeltem Zopf und Schürze irgendwo zwischen American Gothic und der Mutter von Norman Bates agiert, bleiben alle Charaktere so blass wie das Grauen angedeutet.
In „A Quiet House“ finden sich durchaus genretypische Motive und auch Ansätze für solide Horroraction, denn im Genrekino muss ja nicht immer alles originell sein, aber etwas packender wäre schon notwendig. So fühlt sich das Publikum aufgrund von Claras Besessenheit von Süßigkeiten bisweilen an eine moderne Form von „Hänsel und Gretel“ erinnert, die zufällig auf eine Bande von Kindern aus einem Stephen-King-Roman gestolpert ist, die gegen das Böse antreten muss. Welches Böse? Genau.
„A Quiet House“ verspricht mehr Spannung, als das Regiedebüt von Destry Allyn Spielberg halten kann. Der Film von 2024 hat erhebliche Längen, weil die jugendlichen Charaktere zu blass bleiben und Horror auch Überraschungsmomente braucht. So bleibt lediglich eine leidlich überzeugende, beklemmende Atmosphäre.
4 von 10
A Quiet House
OT: Please Don’t Feed the Children
Genre: Horror
Länge: 93 Minuten, USA, 2024
Regie: Destry Allyn Spielberg
Schauspiel: Zoe Coletti, Michelle Dockery
FSK: ab 16 Jahren
Verleih: Plaion Pictures
Vertrieb: 24 Bilder
Kinostart: 22.10.2026




