Zum Abschluss des #Sommerkino26 gibt es eine zünftige Sause. „The World’s End vom 2013. Nach „Shaun of the Dead“ und „Hot Fuzz“ schlugt das Drehbuchduo Edgar Wright und Simon Pegg ein drittes Mal zu: Es geht auf eine aberwitzige Pubtour in einer englischen Kleinstadt. Das ist durchaus unterhaltsam, wenn der Zuschauer trinkfest genug ist.
Gary Kin (Simon Pegg) schwärmt noch immer von jener legendären Kneipenmeile in seiner Heimatstadt Newton Haven. Er und seine jugendlichen Freunde haben sich auf den Weg gemacht in jedem der zwölf Pubs ein Pint zu vertilgen. In Garys Erinnerung eine legendäre Sauftour – nur bis zum Ende haben die fünf Heranwachsenden es nicht geschafft. Das „World’s End“, der letzte der Pubs auf der Route ist noch unbezwungen.
Der Mittvierziger Gary hat inzwischen ein seriöses Alkoholproblem und aus seinem Leben auch sonst wenig gemacht. Genauso wie er es sich als junger Mann vorgenommen hat. Jetzt hat er sich in den Kopf gesetzt die alte Truppe wieder zusammenzutrommeln und die legendäre Kneipenmeile noch einmal in Angriff zu nehmen. Vor allem, weil Oliver (Martin Freeman), Steven (Paddy Considine), Peter (Eddie Marsan) und Andy (Nick Frost) inzwischen alle Jobs und/ oder Familie haben und auch nicht sonderlich gut auf Gary zu sprechen sind.
Das Pub am Ende der Saufmeile
Mit einiger Überredung klappt es dennoch und so macht sich das Quintett auf den Weg nach Newton Haven. Aber der Charme der alten Kneipen ist verflogen. Die meisten gehören inzwischen zu einer Kette und sehen alle gleich ungemütlich aus. Doch Gary gibt nicht auf und hält an seinem Vorhaben fest. Aber auch mit den Bewohnern von Newton Haven scheint irgendetwas nicht zu stimmen. Und ehe sie sich versehen, sind die Freuden auf der Flucht durch die Pubs und müssen sich mit außerirdischen herumschlagen.
Regisseur Edgar Wright („Running Man„) und Hauptdarsteller Simon Pegg („Mission Impossible“) bringen mit „The World’s End“ ihre „Blood and Ice Cream“-Trilogie zum bitteren Ende. Wer sich in den Vorgängern „Shaun of The Dead“ und „Hot Fuzz“ gut amüsierte, kann sich auf einen unterhaltsamen Kinoabend mit viel pubertärem Humor und absurden, albernen Alienkämpfen freuen. Nicht von der Hand zu weisen ist allerdings, dass sich alle drei Filme irgendwie ähneln und „Hot Fuzz“ schon schwächer ausgefallen ist als das noch ziemlich originelle „Shaun of the Dead“.
In „The World’s End“ kommt noch der Aspekt hinzu, dass die nostalgische Verklärung der eigenen Jugend auf die bierselige Schippe genommen wird und so einige gelungenen Jokes zu Stande kommen. Es geht auch um Freundschaft, aber das geht in dem turbulenten Geschehen ein wenig unter. Auf Filmlänge verliert sich die Dramaturgie dieser immer wieder unterbrochenen Sauftour allerdings in den endlosen Weiten des Weltalls. Aber immerhin weiß der Zuschauer nun, warum es eigentlich fünf Musketiere hatten sein müssen.
„The World’s End“ setzt auf den gleichen Humor wie auch „Shaun of The Dead“ und Hot Fuzz“. Das ist unterhaltsam und albern, aber auch ein wenig eindimensional und irgendwie bewusst pubertär gehalten.
6

The World’s End
OT: The World’s End
Genre: Komödie
Länge: 105 Minuten, UK, 2013
Regie:Edgar Wright
Schauspiel: Simon Pegg, Martin Freeman, Paddie Considine, eddie Marsan, Nick Frost,
FSK: ab 12 Jahren
Verleih: Universal
Kinostart: 09.09.2013
DVD- & BD-VÖ: 16.01.2014


