Mit #Sommerkino26 hat die amerikanische Tradition des Spring Break eigentlich wenig zu tun. Immerhin geht es aber um Ferien im weitesten Sinne. Der Regisseur Hamony Corinne gilt als böser Bube der amerikanischen Filmszene und schafft es immer wieder, kontroverse Filme zu produzieren. In „Spring Breakers“ vom 2013 geht er dem amerikanischen College-Ritual nach, in warmen Gefilden den Frühling mittels Dauerparty einzuläuten, und fährt dafür einige Teenie-Stars auf.
Die vier Girlies aus der Provinz kennen sich seit sie kleine Mädchen waren und träumen davon, einmal beim Spring Break in Florida die Sau rauszulassen. In diesen Ferien machen sich Candy (Vanessa Hudgens), Brit (Ashley Benson), Cotty (Rachel Corine) und Faith (SelenaGomez) auf den Weg. Die Kohle, um sich die große Sause leisten zu können, organisieren die Vier als Hello Kittys verkleidet mit einem Überfall und läuten damit eine überschwängliche Party ein. Anfangs läuft auch alles, wie sich die Mädels das immer erträumt haben: Horden von Partywütigen eifern mehr oder minder trinkfest und jeden beiläufigen Sex mitnehmend ihrem Ideal vom wilden Leben nach.
Doch dann werden die vier nach einer ausufernden Fete verhaftet, und auf der Polizeiwache setzt die ernüchternde Zwangspause ein. Der zwielichtige Gangster-Rapper Alien (James Franco) bezahlt die Kaution für die Vier und zusammen mit dessen Kumpels wollen die Mädchen weiterfeiern. Doch Faith ist das Ganze nicht geheuer. Sie macht sich auf den Weg nach Hause, während ihre drei Freundinnen immer skrupelloser werden und neben der Party immer weiter und williger in Aliens Welt voller Drogen und Kriminalität eintauchen.
Dauerparty auf Kaution
Drei Jahre nach seinen „Trash Humpers“ wechselt Regisseur und Autor Harmony Korine die betrachtete Altersgruppe und sucht sich die partywütigen Jugendlichen aus. Sein „Spring Breakers“ soll eine beißende und überzogenen Parodie auf dieses uramerikanische, beinahe karnevalistische Erweckungsritual sein, bei dem quasi alles erlaubt ist. Und in der Tat überschreiten seine Provinztulpen etliche moralische und gesellschaftliche Grenzen, ohne mit der Wimper zu zucken. Doch ihre Bad Girl Attitüde will nicht so recht böse rüberkommen, dazu fehlt es den Charakteren an Entwicklung.
James Franco spielt seinen Alien als kleinen Großkotz, der sich seiner Mittelmäßigkeit absolut nicht bewusst ist und mit seinem pseudocoolen Dealen und Gangster-Gehabe doch nur kleine Mädchen beeindrucken kann. Für mehr reicht es nicht. Das ist schon toll gespielt, ebenso wie die vier Teenie-Stars scheinbar auch in ihren Rollen aufgehen und ihre „dunkle Seite“ zelebrieren.
Nur fehlt es „Spring Breakers“ an einer eigenen Haltung. Korine hält einfach nur drauf und lässt dem bisweilen ziemlich unglaubwürdig konstruierten Geschehen seinen Lauf. Sicher, kann man das auch als bitterböse Kritik auffassen, aber das ändert nichts daran, dass „Spring Breakers“ bis auf einen ganz coolen Soundtrack und James Franco, wenig zu bieten hat, um die Zuschauer bei Laune zu halten. Vielleicht bin ich auch einfach zu alt und zu spießig. Auch die Kritik am Spring Break“ konnte ich im Film nicht erkennen.
Hier spielt einer mit Ikone und Image, der Versuchung des Bösen und der Kleinbürgerlichkeit der Provinz und gerät dabei in die Formalismusfalle. „SpringBreakers“ ist mehr Oberfläche als Inhalt.
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Spring Breakers
OT: Spring Breakers
Genre: Drama,
Länge: 94 Minuten, USA, 2012
Regie: Harmony Corine
Schauspiel: Vanessa Hudgens, Ashley Benson, Rachel Corine Selena Gomez
FSK: ab 18 Jahren, Ohne Jugendfreigabe
Vertrieb: Leonine
Kinostart: 20.03.2013
DVD- & BD-VÖ: 30.08.2013

