Smokemaster – In the Temple: Album Review

Rauch ist in vielen Zeremonien ein fester Bestandteil. Insofern ist der Smokemaster nicht nur für das sommerliche Grillgut zuständig, sondern auch für die Stimmung im Tempel. Die Psychedelic-Rock-Band Smokemaster aus Köln legt mit „In the Temple“ ihr drittes Album vor. Das erscheint erneut in allen Formaten auf dem stilsicheren Tonzonen-Label.

Für eine Band ist es schon eine eigenwillige Entscheidung, ein Album ohne angestammten Sänger aufzunehmen. Smokemaster waren zu Zeiten der Albumproduktion als Quartett unterwegs und mussten den Abgang des Sängers hinnehmen. Die vier verbliebenen Rauchmeister entschieden sich, mit Session-Sänger Jack MacAffee von The Miracle Seeds ein Album aufzunehmen. Erst nach Fertigstellung der Produktion stieß der neue Vocalist Patrick Rose als festes Bandmitglied zu Smokemaster.

„In the Temple“ ist ruhiger, melodischer, verspielter ausgefallen als das bisherige Output der Band. Immerhin hat man bereits zwei recht erfolgreiche Alben veröffentlicht und 2021 präsentierte sich die Band im WDR Rockpalast und hinterließ Eindruck. Damals noch deutlicher an Blues und Rock orientiert. Inzwischen haben Smokemaster etliche Auftritte hinter sich und sind fester Szenebestandteil.

Auf dem aktuellen Album besticht die Band mit Arrangements zwischen den Beatles und Crosby, Stills & Young. Mehrstimmige Harmonien und melodische Arrangements werden komplettiert von versierten Instrumentalpassagen, die deutlich weniger gitarrenorientiert sind, als es in der Vergangenheit der Fall war. Smokemaster steht das gut zu Gesicht und bei Auftritten gibt es ja immer noch die älteren, rockigeren Stücke.

Auf „In the Temple“ sind in einer knappen Dreiviertelstunde neun Songs zu erleben, die psychedelische Klangfarben ausloten. „No Other One“ macht den Auftakt und besticht mit eingängiger Gitarrenmelodie und mehrstimmigem Gesang. Das geht gut gelaunt los und „Sounds from the Ether“ macht, von Akustikgitarre eingeleitet, etwas melancholischer weiter. Da werden schnell die blumigen Sixties wieder lebendig. „Do It Again“ schlägt etwas rockigere Töne an und ist aufgrund des Orgelteppichs und des effektbeladenen Gesangs fast hardrockig.

„Down in the Salt Mines“ beginnt mit getragener Hammond-Orgel und zieht sich durch einen längeren Instrumentalteil, der sich langsam zu steigern weiß. Der anschließende Titelsong „In the Temple“ kommt wieder poppig flott daher wie der Albumopener. „Under the Sun“ entführt in balladeske Gefilde. „Peace of Mind“ knüpft dort an und nimmt erst langsam wieder Tempo auf. „Electromagnetic“ kann man schon fast als albumtypisch bezeichnen und das abschließende „Citrus Leaves“ kommt sommerlich leicht mit präsenter Akustikgitarre daher und die choralen Aahs bringen das Album trefflich zum Abschluss.

Insgesamt sind die Songs auf „In the Temple“ für eine Psychedelic-Rock-Band erstaunlich knackig und kompakt gehalten, das ist durchaus ein Vorteil, der vielleicht eine breitere Hörerschaft und Fangemeinde ansprechen mag. Allerdings ist der Sound von Smokemaster durchaus in den Sechzigern und Siebzigern beheimatet und nach moderneren Einflüssen sucht das geneigte Ohr vergeblich. Auch klingen mir etliche der Songs diffus vertraut, weil die Band auch im Songwriting nahe an ihren Einflüssen bleibt. Das ist absolut legitim, aber auch ein bisschen aus der Zeit gefallen.

6 von 10

Smokemaster – In the Temple
Genre: Psychedelic Rock
Interpret: Smokemaster
Länge: 43 Minuten, D, 2026
Label: Tonzonen Records
Vertrieb: Cargo Records
Format: CD, digital, Vinyl
VÖ: 18.06.2026

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In the Temple bei Tonzonen
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