Der Astronaut – Project Hail Mary: Verdunkelungsgefahr

Bestseller Autor Andy Weir soll den Roman „Der Astronaut – Project Hail Mary“ bereits vor Veröffentlichung an Hollywood-Star Ryan Gosling geschckt haben, weil er wollte, dass dieser die Titelrolle übernimmt. Und jetzt darf das geneigte Publikum Gosling dabei zusehen, wie er in einem zweieinhalbstündigen Film versucht die Welt zu retten – (fast) alleine im Weltraum.

Science-Fiction-Fans kennen das: Da wacht einer alleine Im Weltraum auf und muss sich mit der Situation herumschlagen. Zumeist geht es dann lakonisch oder dramatisch ums direkte Überleben und die Versuche wider in Kontakt zu kommen mit der Menschheit. Der Astronaut Ryland Grace (Ryan Gosling) wird von den intelligenten Maschinen auf seinem Raumschiff aus dem künstlichen Koma geholt, weil er sein Expeditionsziel erreicht hat. Das weiß er freilich noch lange nicht und so wurstelt sich der strubbelbärtige Grace durch das Raumschiff und zur Selbsterkenntnis.

Immerhin stellt der clevere ehemalige Mittelschullehrer fest, dass er wohl ein Schlaukopf ist. Leider haben die anderen beiden Crew-Mitglieder das Koma nicht überlebt und nun findet sich Grace alleine in einem entfernten Tau-Ceti-Sternensystem. Allerdings ist er nicht ganz so alleine wie er denkt. Die Aussicht auf ein riesiges außerirdisches Raumschiff macht die Lage etwas prekärer. Bis sich herausstellt, das die extraterrestrische Spezies in Kontakt treten will.

Innerhalb weniger Minuten hat „Der Astronaut“ also das Sci-Fi-Subgenre gewechselt und beschäftigt sich nun mit den Hindernissen der Kontaktaufnahme. Wie sich herausstellt, ist der Alien ein knuffiges Steinwesen, das auch gleich „Rocky“ genannt wird, auch Rocky ist alleine im All und von seinem Planeten hergeschickt worden, um dasselbe Problem zu lösen wie Grace.

Schrittweise Erinnerung zum ganzen Bild

Denn der erinnert sich schubweise, dass unsere Sonne stirbt. Und zwar durch so genannte Astrophagen. Das sind außerirdische „Zellen“, die schlicht gesagt Licht fressen. Hier im Tau-Ceti System haben Erdforscher einen Planeten entdeckt, der cheinbar nicht von Astrophagen bedroht wird. Ryland soll herausfinden warum und ob das der Erde helfen kann. Auch der steinerne Alien wurde aus dem gleichen Grund ausgesandt.

„Der Astronaut- Project Hail Mary“ beruht wie bereits eingangs erwähnt auf dem gleichnamigen Roman von Andy Weir von 2021. Der hatte zuvor den Bestseller „Der Marsianer – Rettet Mark Whatley“ verfasst (2011), den Regisseur Ridley Scott zu einer beliebten und erfolgreichen Verfilmung mit Matt Damon in der Hauptrolle machte. Beide Drehbücher stammen von Drew Goddard und es gibt Momente, die schon auf dem Mars funktionerten.

Nun ist „Der Astronaut“ anders genug um nicht dasselbe noch einmal zu erzählen, aber auch hier wird mit Humor, Neugier und Optimismus gegen den Untergang angegangen. Und ein „Jedermann“ soll die Welt retten. Freilich hatte der in einem früheren Leben bereits nötige Skills erworben, aber das soll nicht weiterstören.

Der deutsche Verleihtitel Der Astronaut“ mag dem bereits erfolgreich erschienenen Buch geschuldet sein, oder aber der Einschätzung, dass das Publikum mit dem Ave Maria („Hail Mary“) Gebet nichts mehr anfangen kann. Das benennt im American Football auch noch ein verzweifelter „Spielzug“. Bei „Hail Mary“ wird der Ball schlicht lang auf einen vorwärts sprintenden Mitspieler geworfen, der diesem im Idealfall fangen und zum Touchdown bringen soll. So wie diese Weltraum-Mission von Grace und Co, die immerhin den letzten Versuch der Menschheit aufs Überleben darstellt, 113,8 Lichtjahre von der Erde entfernt. Das ist ein One-Way-Ticket.

„Rocky“-Witze mit felsigem E.T.

Weil an vielen Stellen der Humor den Vorzug vor nerdiger Wissenschaft bekommen hat, gibt es einiges zu lachen und diverse flotte Sprüche. An und für sich ist das mehr als genug für einen Crowd-Pleaser mit einem der aktuell größten Stars in Hollywood. Dass die deutsche Actrice Sandra Hüller auch noch eine tragende Rolle als Leiterin der Astrophagen-Taskforce spielt, trägt zum Gravität des Unternehmens bei. Das ist nun alles nicht neu, aber launig zusammengefügt.

Und so wird auf zwei Zeitebenen von zwei prägenden Beziehungen des nerdigen Wissenschafftlers erzählt. In der filmischen Jetztzeit von der Kooperation mit einem Alien, die in Freundschaft ausartet. In der Vergangenheit sucht die Troubleshooterin Eva Stratt nach Experten und Ryland Grace steht zur Verfügung. Die Zusammenarbeit ist von Nützlichkeit geprägt und Effektivität.

Dennoch lässt sich nicht verhehlen, das einige Aspekte im Film doch arg nahe am Klischee verortet sind. Auch und gerade der Umgang mit dem außerirdischen Wissenschaftler hat immer wieder Momente, in denen das Steinwesens, eher ein Maskottchen als dass es ein gleichwertiger Wissenschaftler ist. Das kulminiert in der Endsequenz des Films, die fast schon ärgerlich anmutet. Bis dahin allerdings hat die Annäherung von Mensch und Wissenschaftler auch ganz anrührende und unterhaltsame Aspekte.

Grundsätzlich ist das 149 Minuten lange Science-Fiction-Abenteuer eine sehr unterhaltsame und kurzweilige Angelegenheit. Es gibt flotte Sprüche und einen großen Funken Hoffnung. An und für sich ist das mehr als genug für einen Crowd-Pleaser mit einem der aktuell größten Stars in Hollywood.

Der Astronaut – Project Hail Mary
OT: Project Hail Mary
Genre: Science-Fiction,
Länge: 156 Minuten, USA, 2026
Regie: Phil Lord, Christopher Miller
Vorlage: Gleichnamiger Roman von Andy Weir
Schauspiel: Ryan Gosling, Sandra Hüller
FSK: ab 12 Jahren
Verleih: Sony Pictures
Kinostart: 19.03.2026

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