Venom – The Last Dance: Ohne Tanzschuhe im Ballsaal

Erneut springt Tom Hardy in die Rolle des Eddie Brook, der vom außerirdischen Symbionten Venom eingenommen wird. „In „Venom: The Last Dance“ wird es eng für die Symbionten auf der Erde, denn ein galaktischer Bösewicht will aus seinem Knast und braucht dafür den Türöffner, genannt Kodex. Ratet mal, wer den hat. Sony schickt „Venom“ in „The Last Dance“ auf einen Abschlussball ins Marvel-Universum. Zu sehen in den Kinos ab dem 24. Oktober 2024.

Irgendwo in Mexiko hängt Eddie Brock (Tom Hardy) in einer Bar und betrinkt sich und Venom mixt die Drinks. Brooks will nach Haus, nach San Francisco, aber er wird wegen Mordes gesucht, seit im Vorgängerfilm „Venom: Let there be Carnage“ der Detective Mulligan getötet wurde. Doch das ist eher ein geringeres Problem.

Während die legendäre Area 51 in drei Tagen geschlossen und abgewickelt werden soll, haben die Biologin Doctor Payne (Juno Temple) und ihr Team alle Hände voll zu tun, die von General Rex Stickland (Chiwetel Ejiolor) eingefangenen Symbionten abschließend zu untersuchen. Doch dann kommen weiter Aliens auf die Erde, während Althippie Martin (Rhys Ifans) mit Familie in einem Bully anreist, um die Anlage nochmal zu bestaunen.

„Die Dunkelheit hat Zähne“

Unterwegs sammeln die Alien-Touristen Eddie ein, der seinen Rückflug über der Wüste unterbrechen musste, weil er von einem Alien angegriffen wurde. Dabei handelt es sich um eine Xenophage, die Symbionten aufspüren kann. Losgeschickt von Knull, einem Weltenverschlinger, der älter ist als das Universum und der von Symbionten in ein Gefängnis gesteckt wurde, aus dem er nur mit Hilfe des Kodex entkommen kann. Der Kodex ist eine Lebensenergie, die Eddie und Venom gemeinsam in sich tragen. Nun hab hat die Xenophage also die Erde erreicht und es bahnt sich ein Kampf unter Außerirdischen an.

Hört sich hahnebüchen an? Ist es auch. Ein Kollege fragt sich nach dem Film wie man eine Figur über Trilogie-länge missverstehen kann? Darüber ließe sich streiten, aber Tom Hardy, der die Filme auch mitproduziert hat, hat seinen verpeilten Reporter etwas schusselig angelegt und den eigentlich menschenfressenden Symbionten als durchgeknallten Sprücheklopfer. Daran ändert sich auch in „The Last Dance“ nichts. Lässt das Publikum sich darauf ein, hat es leidlich Spaß am turbulenten Leinwandgeschehen. Der Bösewicht (K)null bestimmt den Prolog, bleibt ansonsten aber nur ein Schatten seiner Möglichkeiten.

Die Xenophagen wiederum wirken eher aus „A Quiet Place“ entlehnt und überhaupt gefällt sich „Venom: The Last Dance“ darin Filmgeschichte hochzunehmen, statt Comics-Ostereiern zu verteilen. so etwa die „Casino“-Szene mit einem Martin Scorsese Lookalike, Bond-artiges Frack Tragen inklusive. Aber das mag jed:r selbst sehen. Regisseurin Kelly Marcel inszeniert in ihrem Regieerstling ein Drehbuch, das sie mit Tom Hardy zusammengeschrieben hat. Darin wirkt vieles zusammengeschustert und nicht stringend, schon gar nicht zwingend. Tom Hardy bekleckert sich ebenfalls nicht mit Schauspielruhm.

Die Dunkelheit braucht ein Gebiss – und Trekking-Sandalen

Was mich zu der Frage führt, wieso sich Schuhmode als Leitmotiv in einem Superhelden-Actioner mausern kann? Sicher, Crocs sind bequem, aber nicht wirklich stylish, die Cowboyboots mit dem Pik-Ass, die Eddie dem Gauner abnimmt, überstehen den Flug leider nicht und mit einem Schuh durch die Wüste geht es sich nicht bequem. Weswegen Martin die Trekkingsandale als wohlmeinendes Geschenk überreicht, als die Posse in Las Vegas ankommt. Kein Wunder, dass Venom da jemanden aus Anzug und Budapestern haut.

Und wer als Ufologe bei der Erwähnung der Area 51 noch feuchte Höschen bekommt, hat vielleicht nicht mitgeschnitten, dass besagtes Wüstenareal in Nevada im Besitz der US-Armee seit 2013 keine „Geheime Verschlusssache“ mehr ist. Die Außerirdischen werden uns aber weiterhin vorenthalten. Auch und gerade, wenn unterirdisch, unaufspürbar Symbionten in Schmuckkästchen gesteckt werden wie anderweitig Unendlichkeits-Juwelen in Handschuhe. Aber das ist eine andere Geschichte. Und die würde Martin und seine Familie nicht interessieren. Und jetzt alle: „Ground Control to Mayor Tom.“

Es ist schon bezeichnend, dass die lässigste Szene in „Venom: The Last Dance“ weder actionreich noch CGI-Verseucht ist, keine Marvel-Bezüge und schon gar kein superhelden-Gedöns beinhaltet, sondern eine ewigjunge Hippie-Fantasie. Dank an Tom Hardy, dass Venom jetzt fertig ist. Macht’s gut und danke für den Fisch.

Film-Wertung: 4 out of 10 stars (4 / 10)

Venom – The Last Dance
OT: Venom – The Last Dance
Genre: Superhelden, Action, Fantasy,
Länge: 110 Minuten, USA/UK, 2024
Regie: Kelly Marcel
Schauspiel: Tom Hardy, Chiwetel Ejiofor, Rhys Ifans, Juno Temple
FSK: ab 12 Jahren
Vertrieb: Sony Pictures
Kinostart: 24.10.2024

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