Hitchcock: Komplizen in Sachen Spannung

In dem sehenswerten biographischen Drama „Hitchcock“, muss der Großmeister der Spannung eine kreative Krise überstehen und dreht schließlich eines seiner Meisterwerke:„Psycho“. Mit Anthony Hopkins und Helen Mirren als Ehepaar Hitchcock kann eigentlich nichts schief gehen – und das Drama ist unterhaltsam und witzig. Aus dem Archiv: Das Biopic „Hitchcock“ von Regisseur Sasha Gervasi.

Gerade erst hat der Regisseur Alfred Hitchcock (Anthony Hopkins) 1959 mit „Der dritte Mann“ (OT: „North by Northwest“) eindrucksvoll bewiesen, dass er die Kinosäle mit spannender Unterhaltung zu füllen versteht. Doch nun braucht der Regisseur einen neuen Film – und ihm fällt partout nichts ein. Das geht nicht nur seiner Gattin Alma Reville (Helen Mirren) gehörig auf den Geist, denn Hitch ist gewöhnlich unausstehlich, wenn er nicht gerade an einem Film arbeitet.

Als ihm der Buchbestseller und Reality-Thriller „Psycho“ in die Hände fällt, der sich mit den Morden des Serienkillers Ed Gains beschäftigt, ist für Hitchcock klar, dass dies sein nächster Film werden soll. Allerdings hat der Regisseur nicht mit dem Widerstand der Produktionsfirma gerechnet, die das Projekt nicht gutheißt und ständig kreative Mitsprache verlangt.

Kurzerhand entschließt sich Hitchcock den Film selbst zu produzieren. Und während er mit seiner neuen Hauptdarstellerin Janet Leigh (Scarlett Johansson) seiner berüchtigten Obsession für Blondinen nachgeht, hilft seine Frau Alma einem befreundeten Drehbuchautoren (Danny Huston) bei dessen neuem Script.

Vor allem die grandiose Besetzung in Sasha Gervasis „Hitchcock“ besticht auf den ersten Blick: Anthony Hopkins ist derart kauzig und eigenwillig, dass die arrogant hilflosen Art seines Meister-Regisseurs immer auch ein bisschen Ironie provoziert. Dem gegenüber steht mit Helen Mirren als Gattin und bessere Hälfte Alma Reville eine resolute, pragmatische Frau, die geduldig die Eskapaden ihres leicht neurotischen Gatten erträgt und zur Stelle ist, wenn dem Meister die Zügel aus der Hand zu gleiten drohen.

„Hitchcock“ beruht auf dem gleichnamigen Sachbuch: „Hitchcock: Die Geschichte von Psycho“ des Autors Stephen Rebello. Das Buch rechtzeitig zum Film auch auf Deutsch erscheinen ist. Selbstredend geht es in der dramatischen Filmumsetzung auch um jenes ambitionierte Projekt, dass Hitchcock aus Finanzierungsgründen in Schwarzweiß drehen musste, doch vor allem wird die in Filmfragen fast symbiontische Beziehung zwischen Alfred und Alma gezeigt, die – so sagte Hitchcock selbst – Grundlage für alle seine Filme war.

Es macht das biographische Drama zu einem Genuss, dass sowohl Regisseur als auch Darsteller Sinn für Humor haben, und so keine Pseudo-Ddokumentartion über die Dreharbeiten abliefern, sondern zu einer schwungvollen Erzählung kommen, die einige sehr schöne Gags und Anspielungen auf das umfangreiche Werk des Meisterregisseurs enthalten. Ganz nebenbei lernen Zuschauer:innen man auch noch etwas über den Betrieb der Traumfabrik Hollywood und über das Filmmachen an sich. Und das vom Meister derSuspense, der Spannung, höchstselbst.

„Hitchcock“ ist eine gelungene und sehenswerte dramatisierte Filmbiographie, die nicht nur aufgrund der großartigen Hauptdarsteller zu überzeugen weiß, sondern auch inhaltlich auf den Punkt kommt und den Regisseur sehr gelungen in Szene setzt.

Film-Wertung: 7 out of 10 stars (7 / 10)

Hitchcock
OT: Hitchcock
Genre: Biopic, Drama,
Länge: 98 Minuten, USA, 2012
Regie: Sasha Gervasi
Darsteller:innen: Anthony Hopkins, Scarlett Johansson, Danny Huston, Helen Mirren,
FSK: ab 12 Jahren
Vertrieb: 20th Century Fox,
Kinostart: 14.03.2013
DVD- & BD-VÖ: 12.07.2013

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