Ansichten am Donnerstag # 23: Ich seh‘ Sternchen.

Regelmäßigen Besuchern wird aufgefallen sein, dass unser virtuelles Zuhause, stets und ständig kleine Veränderungen erfährt. Alles zur besseren Orientierung und im Dienste des Nutzers. Grund genug auch mal über Filmbewertungen zu reden.

Anlass geben die wunderbar plakativen Wertungssternchen, die ihr zu den Filmkritiken angezeigt bekommt. Das sieht schmuck aus, erleichtert schnelles Vorsortieren des Films und bedarf genau deshalb einer Gebrauchsanweisung. Warum 10 Sterne? Was sagt mir das? Was soll das überhaupt?

Die 10 Sterne sind ganz bewusst in Anlehnung an die von vielen genutzte Internet Movie Datenbank (imdb.com) angelehnt. Dort sorgen registrierte User, indem sie ihre Wertung abgeben, für einen Mittelwert, der schon so etwas wie eine breite Meinung wiederspiegelt. Wer also mag und mit der Wertung des Rezensenten nix anfangen kann, der sieht dort, wie sehr unsere Kritik von der allgemeinen Meinung abweicht. Deshalb also so und nicht anders.

Die Subjektivität der Bewertung

Wie ich Filme bewerte, ist und bleibt subjektiv, so sehr ich mich auch bemühe, das in ein größeres Ganzes zu stellen. Letztlich ist es immer nur mein Eindruck und sagt nicht viel aus. Es ist im Wesentlichen ein Einordnen des Films in mein gesammeltes Film-Erleben und der Versuch, den Filmschaffenden halbwegs gerecht zu werden.

Bisher (Anfang 2009) habe ich mir angemaßt, rund 1000 Filme in der Movie Datenbank zu bewerten: meistens wohlwollend und mit deutlichem Schwerpunkt auf Wertungen höher als 5. Von einer Gauß’schen Normalverteilung bin ich da weit entfernt (Dat is die olle Glockenkurve, wonach sich die meisten Sachen so umme Mitte rum verteilen und zu den Rändern abnehmen). Meine häufigste Wertung ist mit rund 25 % die 8. Was wohl daran liegt, dass ich anfangs beim „Benoten“ einen Schwerpunkt auf Filme gelegt habe, die ich mag.

Eine 10 ist kaum erreichbar und nicht einmal meine eigenen Top 10 haben eine Höchstwertung von mir erhalten. Die bleibt den wirklich herausragenden Machwerken vorbehalten, die weit über ein Genre hinausgehen, wie „Apocalypse Now“ (beide), „Easy Rider“, „American Splendor“, „Léon der Profi“, „Blade Runner“ und „Der Pate – Die TV-Saga“. Kurioserweise gehört „Der Pate“ nicht zu meinen Lieblingen: Im direkten Vergleich bevorzuge ich Sergio Leones „Es war einmal in Amerika“, aber dem „Paten“ gebührt das Vorrecht der früheren Geburt.

Fast schwerer ist es, von mir eine 1 zu bekommen, da muss man als Filmemacher schon ziemlich in die Grütze gegriffen haben, wie etwa die deutsche TV-Produktion „Der Bibelcode“. Nun sollten Leser und Filmfans schlauer sein und wissen, was sie erwarten können.

Viel Spaß im Kino.

(ursprünglich veröffentlicht auf cinetrend.de am 19.02.2009)