Dunbarrow: III – Album Review

Die Norweger von Dunbarrow haben sich der Frühform des tieftönenden Rocks verschrieben. Auch auf ihrem dritten Album „III“ liefern das inzwischen zum Quintett gewachsene Outfit „Proto-Doom“. Selbstredend kommt es bei solcher Musik auch und gerade auf den richtigen, authentischen Sound an und den haben Dunbarrow in den letzten Jahren weiterentwickelt und ziemlich perfektioniert. In Sachen Songwriting hält man sich ebenfalls an die Vorbilder. Ein Aufruf zum Tanz auf dem Druidengrab, dem „Dunbarrow“.

Dunbarrow ziehen ihr Ding einfach so durch. Die Band aus Haugesund besteht seit 2012 und liefert nach diversen kleineren Outputs seit 2016 regelmäßig Longplayer ab, die schlicht durchnummeriert werden. Soundtechnisch orientieren sich Dunbarrow an den großen Vorbildern: Viel Pentagram, etwas Deep Purple, etwas Led Zeppelin und vor allem massiv frühe Black Sabbath stehen Pate, wenn Dunbarrow zu Werke gehen. Wenn das Label schon benannt ist wie das Kyuss-Debut, ist ohnehin klar welche Zielgruppe angepeilt wird: „Blues for the Red Sun“.

Das norwegische System der Kulturförderung hat sicher auch seinen Einfluss, wenn die Band nach wie vor ohne allzu großen kommerziellen Erfolg weiter musizieren kann. Das Line up ist dabei extrem beständig und erst nach den zweiten Longplayer hat sich das ehemalige Quartett entschlossen einen Sänger aufzunehmen. Dem Sound tut das nur gut und Dunbarrow musizieren handwerklich gut eingespielt und auf hohem Niveau. Überhaupt scheint es, als hätten Dunbarrow endlich ihren Wunschsound gefunden. Zumindest lässt sich die Band dahingehend zitieren. Insgesamt sind Dunbarrow etwas härter geworden, haben die Einflüsse etwas eingedampft und setzten nun vermehrt auf Sabbath-lastiges.

Vor allem „Worms of Winter“ klingt ziemlich nach frühen Ozzy & Co. Aber wer sein Album mit einem Titel wie „Death that Never Dies“ eröffnet, macht ohnehin klar, in welche musikalische Richtung dieses Wikingerschiff unterwegs ist. Es folgt die gefällige Video-Auskopplung „In My Heart“. Dunbarrow sind keineswegs sperrig und trotzdem gelingt es der Band immer mal wieder eine kleine Spielerei wie etwa das Keyboard-Outro beim Opener oder die Flöten im der epischen Folk-Rock-Ballade „Turn in Your Grave“.

Anschließende geht es wieder mächtig geradeaus. „When It’s All Over“ und „Curse“ rocken gut, wobei „Curse“ mein Favorit auf dem Album ist. Gegen Ende des Albums scheint den Norwegern aber ein bisschen die Spannung auszugehen. „Lost Forever“ scheint ein bisschen zu lang ausgefallen (kann natürlich auch immer eine konzeptionell gedachte akustische Umsetzung des Titels sein) und der eigentlich gelungene und eingängige Abschluss „Turns to Dust“ wird eher lustlos und schematisch ausgeblendet (auch hier kann wieder Methode gemeint sein), aber statt sich akustisch davonzuschleichen, könnte die Band sich auch etwas kraftvoller verabschieden.

Anyway, neun Nummern zwischen vier und sieben Minuten Spiellänge ergeben ein Album von 38 unterhaltsamen, düster rockenden Minuten, das sich seiner Vorbilder wohl bewusst ist, aus dem skandinavischen Retro-Stoner-Pool dann aber doch eher seitlich herauswinkt und die letzte Ausfahrt Hexen-Sabbath zielsicher anpeilt. Originell geht anders, aber Handwerk, Leidenschaft und Überzeugungskraft gefallen. „III“ ist für Dunbarrow definitiv ein riesiger Schritt nach vorne, aber es ist auch noch Luft nach oben. Bei der Ausdauer der Band, sollten Freunde harter Töne den Namen im Hinterkopf behalten.

Album-Wertung: 7 out of 10 stars (7 / 10)

Dunbarrow: III
Genre: Doom, Stoner, RetroRock
Länge: ,N,2021
Interpret: Dunbarrow
Label: Blues for The RedSun
Vertrieb: Soulfood
CD-, Vinyl-, Digital-VÖ: 28.05.2021

Band:
Espen Andersen (vocals),Eirik Øvregård (guitar), Kenneth Lønning (guitar), Sondre Berge (bass) and Pål Gunnar Dale (drums & percussion).

Dunbarrow: III: Track List
Death That Never Dies 05:42, 2. In My Heart 04:02, 3. Worms of Winter 04:09, 4.Turn In Your Grave 06:51, 5. When It’s All Over 04:16, 6. Curse 04:44, 7. Lost Forever 04:07, 8. Turns to Dust 05:04

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