Back In The Game: Flatterbälle

Weiter geht es mit den Sportfilmen für die Feiertagsferien. Wir bleiben bei der Sprotart, wechseln aber den Betrachtungswinkel. Während Moneyball auf Spielerstatistiken setzte, zeigt„Back in The Game“ von 2012 einen alternden Talentscout bei der Arbeit und im eher trostlosen Alltag. Wenn Altstar Clint Eastwood vor oder hinter der Kamera agiert ist das (fast) immer bemerkenswert. Als alternder Baseball-Talentscout muss er sich auch noch der Sorge von Filmtochter Amy Adams erwehren. Das reicht allemal aus, um sich gut unterhalten zu lassen, auch wenn „Back in the Game“ ein sehr typisches Sportdrama geworden ist.

In letzter Zeit wird das Alter bemerkbar und Gus Lobel (Clint Eastwood) kann nicht mehr so gut gucken. Bei seinem Job als Talentscout für ein großes Baseball-Team eine ziemliche Einschränkung. Doch der alleinlebende, grantelige Gus hat nicht vor, in Rente zu gehen. Doch es scheint, als wäre die Zeit der Talentscout sowieso vorbei. Immer mehr verlassen sich die Team-Manager beim Einkauf junger Talente auf die Statistiken der Spieler, die mit dem Computer analysiert werden. Und so wird die anstehende Einkaufsrunde für die kommende Saison zum Prüfstein für Gus und seinen langjährigen Weggefährten Pete Klein (John Goodman), der sich nach wie für die alte Schule des Scoutings einsetzt.

Sorgen macht sich Pete dennoch und so kontaktiert er Gus Tochter Mickey (Amy Adams), um sie zu überreden, ihren Vater bei der Beobachtung eines Riesentalentes zu helfen. Amy ihrerseits hat nicht gerade das beste Verhältnis zu ihrem Vater, der sie alleine aufgezogen hat und häufig durch Abwesenheit geglänzt hat. Außerdem ist sie als Anwältin recht erfolgreich und kämpft gerade um eine Partnerschaft in der Kanzlei, in der sie arbeitet.

Regisseur Robert Lorenz, der mit „Back in the Game“ sein Regiedebut vorlegt, arbeitet seit langer Zeit mit Clint Eastwood zusammen. Seit „Die Brücken am Fluss“ (1995) ist Lorenz bei Eastwoods Filmen Assistenzregisseur und seit „Bloodworks“ (2002) produziert er mit Eastwood zusammen Filme, so auch in diesem Fall. Die lange Verbundenheit mag wohl ausschlaggebend gewesen sein, dass Clint Eastwood zum ersten Mal seit Wolfgang Petersens „In the Line Of Fire“ (1993) wieder für einen anderen Regisseur vor der Kamera agiert.

Auch wenn „Back In The Game“ bis hin zum Originaltitel „Trouble With the Curve“ dem typischen Genremuster folgt, in dem – neben dem sportlichen Aspekt – das Vater-Tochter-Drama im Mittelpunkt der Geschichte steht, ist es gerade das Zusammenspiel von Amy Adams und Clint Eastwood, der wie kein zweiter vor sich hingranteln kann, das „Back In The Game“ sehenswert macht. Abgesehen davon, mag ich persönlich Sportfilme, auch wenn die Dramaturgie häufig vorhersehbar ist.

Man könnte sich jetzt noch in aller Ausführlichkeit darüber auslassen, dass „Back In The Game“ quasi das Gegenstück zu dem Baseball portraitiert, der in „Moneyball – die Kunst zu gewinnen“ (2011) für die Leinwand aufbereitet wurde, denn dort hat sich Brett Pitt notgedrungen als Team-Manager anhand von Spielerstatistiken eine Mannschaft aufgebaut, aber angesichts der mangelnden Baseball-Begeisterung in Deutschland würde das wohl zu weit führen.

Das amerikanische Sportdrama „Back In The Game“ erzählt auch eine Vater-Tochter-Geschichte, kommt aber storytechnisch nie aus der gewohnten Hollywood-Kost heraus. Amy Adams und Clint Eastwood sorgen trotzdem für ein launiges Kinovergnügen.

Film-Wertung: 6 out of 10 stars (6 / 10)

Back in The Game
OT: „Trouble with the Curve”
Genre: Sport, Drama,
Länge: 111 Minuten, USA, 2011
Regie: Robert Lorenz
Darsteller: innen: Clint Eastwood, John Goodman, Amy Adams
FSK: ab 6 Jahren
Vertrieb: Warner
Kinostart: 29.11.2012
DVD- & BD-VÖ: 30.03.2013

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