Legion: Rettet die Kellnerin

Da bin ich doch im Archiv auf eine weitere Trash-Perle gestoßen, die nichts weniger will, als die Welt vor dem Untergang retten: „Legion“ von 2010. Yep, die Apokalypse steht mal wieder vor der Tür. Diesmal hat Gott endgültig die Schnauze voll von den Eskapaden der Menschheit und schickt seine Engel, um uns zu vertilgen. Hört sich nach solidem, wenn auch nicht sonderlich originellem Spaß an, doch leider bleibt „Legion“ im dem Wüstensand stecken, der das Restaurant „Paradise Falls“ umgibt.

Eine Erscheinung in einer Seitengasse in Los Angeles – und Erzengel Michael (Paul Bethany) weilt alsbald unter Menschheit, die zur Vernichtung bestimmt ist. Dann macht sich Michael auf den Weg, die letzte Hoffnung zu bewahren, bevor die erbosten himmlischen Heerscharen der Engel einfallen.

Das im amerikanischen Nirgendwo verortete Diner „Paradise Falls“ ist ziemlich heruntergekommen und wird von knarzigen Bob Hanson (Denis Quaid) und seinem Sohn Jeep (Lucas Black) betrieben. Außerdem arbeitet hier noch die hochschwangere Charlie (Adrianne Palicki), deren Kind die einzige Hoffnung der Menschheit ist.

Als Michael in Paradise Falls eintrifft, ist es zur Fluch zu spät und ein riesiger Heuschreckenschwarm kündigt das Kommen der Engel an. Der bis an die Zähne bewaffnete Erzengel gibt unter den Anwesenden die Devise aus, zu überleben, bis das Kind geboren ist, sonst würd’s zappenduster. Und da kommen die Heerscharen auch schon angerauscht; und zwar in Gestalt von besessenen, zombieartigen Menschen.

Die eingeschlossene Handvoll Leute wird zum letzten Verteidigungsposten gegen den Untergang…

…das hätte mit ein wenig Fantasie, kleinerem Budget oder Mut zum Humor durchaus unterhaltsam werden können, doch Regie-Neuling Scott Stewart („Priest“, „Dark Skies“, „Dominion“), der auch das Drehbuch mitschrieb, meint es bitter ernst. Das sorgt für etliche Längen in dem Film, die mit vermeintlich witzigen Dialogen aufgepeppt werden. Und auch in der Abteilung Special Effects, in der sich Stewart vorher erfolgreich getümmelt hat, sucht man vergebens nach irgendeiner originellen Idee.

Alles bleibt vorhersehbar, ist solide, aber wohlbekannt inszeniert und die Figuren sind in der Anlage zu eindimensional, als dass die Schauspieler irgendetwas herausreißen könnten. So wirkt Dennis Quaid wie die schlechte Satire eines verbitterten Mannes und Lucas Black kommt als wortkarger Sohnemann ebenso glaubwürdig daher wie Lothar Matthäus als Fußballtrainer.

Dabei zitiert das Szenario doch Klassiker des aussichtslosen Verteidigens wie „John Carpenters „Das Ende“ oder George A. Romeros „Nacht der lebenden Toten“ und verknüpft das mit der Serien-Idee von „Heros“ (2006), wo die Cheerleaderin gerettet werden muss. Beizeiten wirkt „Legion“ wie eine schlechtere Version von „God’s Army“ manchmal kommen einem noch andere selige John Carpenter Filme wie „Die Fürsten der Dunkelheit“ in den Sinn, ohne jemals deren cineastischen Unterhaltungswert zu erreichen.

Genug geschwätzt, „Legion“ bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück. „Legion“ ist sehr absehbar und (leider) auch komplett humorfrei ausgefallen. Was bleibt, ist ein bodenständig inszenierter Genrefilm, der vielleicht noch eingefleischte Fans beglücken kann. Wer den Trailer gesehen hat, weiß eigentlich alles. Wäre da nicht diese Lust am Weltuntergang und am Trash.

Film-Wertung: 4 out of 10 stars (4 / 10)

Legion
OT: Legion
Genre: Horror, Action, Fantasy,
Länge: 100 Minuten, USA, 2010
Regie: Scott Stewart
Darsteller: Paul Bettany, Adrianne Palicki, Dennis Quaid, Tyrese Gibson
FSK: ab 16 Jahren
Vertrieb: Sony
Kinostart: 18.03.2010
DVD-VÖ: 26.08.2010

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