Kinostarts 12.05.2016 – #NeuImKino

angry-birds-der-film-vorschauIn dieser Woche gehen ein Dutzend neuer Filme an den Start und streiten um die Zuschauergunst. Da sind ein paar Perlen dabei, aber auch viel Durchschnitt. Eigentlich sollte aber jeder etwas finden, das ihn anspricht, vorausgesetzt die Filme laufen auch im örtlichen Lichtspielhaus. Das ist ja bundesweit beileibe nicht immer gegeben, weil sich die Kinobetreiber auf die gängigen und vermeintlich publikumsträchtigen Filme beschränken (müssen). Nutzt ja auch keinen etwas, wenn die Vorstellungen kaum besucht sind. Ich habe von den Neustarts in dieser Woche (leider) auch nur 3 gesehen, die unterschiedlicher kaum sein könnten: „Mr.Gaga“, „Victor Frankenstein“ und „Angry Birds“. Und damit geht‘s auch direkt los:

Angry Birds

Angry-birds-der-film-plakatFacts: Animationsfilm, Komödie, USA,  99 Min., ab 0 J.

Tags: Familienunterhaltung, Games-Verfilmung, Christoph Maria Herbst,

Story: Auf Bird Island leben lauter Vögel, die nicht fliegen können in einträchtiger Idylle. Nur Red hat ein Wutproblem und muss  deshalb zum Therapeuten. Dann legt ein unbekanntes Schiff an der Küste an, aus dem ein grünes Schwein steigt und einen auf Freundschaft macht, eigentlich aber nur die Eier des Federviehs klauen will. So geschieht es dann auch und die Vögel müssen sich jetzt auf den Weg zur Schweineinsel machen, um die Eier zu retten.

Review: Das mobile Game „Angry Birds” samt Ablegern ist noch immer mega-erfolgreich und begeistert mit der simplen Spielidee, bei der sich flugunfähige Vögel mittels Katapult gegen die Schweinestadt schmeißen, und viel Humor Jung und Alt. Das gibt es dann auch im zweiten Filmteil sehr unterhaltsam und aufwändig animiert auf die Augen. Vorher wird mit Red ein Underdog, Außenseiter und Antiheld etabliert, der die Emotionalität des Actionspektakels auf persönliche Ebene runterbricht. Auch das funktioniert und gefällt mit Witzen und Sprüchen für jede Altersgruppe und blendend aufgelegten Synchronsprechern. Das in 3D weiß auch zu gefallen.

Wertung: Ein veritabler Animationsspaß mit hitlastigem Soundtrack.

Movie Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

 

Mr.Gaga

MRGaga_Plakat_Facts: Dokumentarfilm, Biographie100 Minuten, Farbfilm, FSK: ohne Altersbeschränkung

Tags: Ballett, Gaga Bewegungstherapie, Ohad Naharin

Thema: Der Film zeigt die Lebensgeschichte und künstlerische Entwicklung des weltweit angesehenen israelischen Ballett-Tänzers und Choreographen Ohad Naharin nach. Anhand von Interviews, viel Archivmaterial und mit zahlreichen Ballett-Ausschnitten.

Review: Der israelische Dokumentarfilmer Tomer Heymann setzt ein im Grunde relativ konventionelles Biopic zusammen, das aber insgesamt sehenswert ausfällt. Vor allem die Archivaufnahmen früher Ballette und Tanzdarbietungen sind für interessierte ein Leckerbissen, auch wenn die Bildqualität nicht wirklich gut ist. Ohad Naharin erzählt dazu quasi aus dem Off seine Lebensgeschichte, was sehr unterhaltsam ist. ein weiterer Schwerpunkt ist selbstredend die Arbeit als Choreograf der Batsheva Dance Company, die auch heute noch andauert. Hier gehts zur ausführlichen Filmbesprechung.

Wertung: „Mr. Gaga“ ist nicht „Pina“, gibt aber schöne Einblicke in das Werk eines international gefeierten Ballett-Stars, der hierzulande bei weitem nicht so bekannt zu sein scheint, wie international.

Movie Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

 

Victor Frankenstein – Genie und Wahnsinn

victor-frankenstein-plakatFacts: 110 Minuten, USA 2015, 20th Century Fox, FSK: Ab 16 J.

Tags: Literaturverfilmung, Drama, Horror,  Steampunk, Daniel Ratcliffe, James McAvoy,

Story: In einem Zirkus als Krüppel vorgeführt und als Fußabtreter missbraucht, lernt Igor zufällig Vitor Frankenstein kennen, der daran arbeitet, die wissenschaftliche Forschung über den Tod hinaus fortzuführen und selbst eine Kreatur zum Leben zu erwecken.

Review: Drehbuchautor Max Landis („Chronicle“, „American Ultra“) versucht auf die altbekannte Geschichte von Mary Shelley neues Licht zu werfen. Dazu wird die Story aus Sicht von Gehilfe Igor erzählt, der selbst mit einer tragischen Hintergrundstory ausgestattet wird und sich als Underdog selbst medizinische Fachkenntnisse beigebracht hat, um den Zirkusartisten zu helfen. Der Rest ist eigentlich hinlänglich bekannt: Frankenstein will beweisen, dass seine Forschung den Tod besiegen kann und in seiner egomanischen Besessenheit schmeißt er die Moral über Bord. Regisseur Paul McGuigan erscheint mit immer ein bisschen unterbewertete: „Lucky Nummer Slevin“ und „Push“ waren durchaus sehenswerte Actioner mit eigenem Ansatz. So auch „Victor Frankenstein“. Das sieht alles gut aus und ist auch ganz gut gespielt, aber irgendwie fehlt dann doch was. McAvoy überreißt seinen Frankenstein, aber nicht so schön und überzeugend wie in „Drecksau“, und Daniel Ratcliffe macht seine Sache auch ziemlich gut. Aber bei allem Pomp ist die Story trotz neuer Elemente einfach zu absehbar.

Wertung: Kann man gucken, muss man aber nicht.

Hier drei Alternativen: Boris Karloff ist als Frankensteins Monster in James Whales „Frankenstein (1931) ebenso unübertroffen wie Peter Cushing  als Frankenstein „Frankensteins Fluch“ (1957) und „Frankensteins Rache“ (1958), beides Verfilmungen der legendären Hammer Studios unter Regisseur Terence Fisher. Und was den Gehilfen „Igor angeht, so hat die Animationskomödie „Igor“ (2008)mit einem grandiosen John Cussack als Sprecher deutlich mehr zu bieten.

Movie Rating: ★★★★★★☆☆☆☆ 

 

Außerdem laufen an:
junges-licht-plakatDie Poesie des Unendlichen: (OT: The Man Who Knew Infinity) Biopic über einen Mathematiker mit Dev Patel und Jeremy Irons.

Remainder: (OT: Remainder) Britisches Drama über einen Mann mit Gedächtnisverlust. Romanverfilmung nach Thomas K. McCarthy mit Tom Sturridge und Cush Jumbo.

Mängelexemplar: Deutsche Dramödie nach dem Roman von Sarah Kuttner über eine junge Frau mit Panikattacken und Depressionen. Mit Claudia Eisinger und Katja Riemann.

Wie Männer über Frauen reden: Deutsche romantische  Komödie. Treffpunkt solchen Geredes ist Frankies Club in Berlin, mit Oliver Korittke, Barnaby Metschurat, Frederick Lau.

Hope for All: Unsere Nahrung – unsere Hoffnung: österreichische Doku über Massentierhaltung, Ernährung und Veganismus.

Der junge Messias: (OT: The Young Messiah) historisches Drama nach einem Roman von Anne Rice und die nächste Annäherung Hollywoods an Jesus. Mit Sean Bean.

Junges Licht: Deutsches Drama nach einem Roman von Ralf Rothmann. Filmmacher und Ruhrgebiets-Ikone Adolf Winkelmann („Die Abfahrer“, „Jede Menge Kohle“) liefert endlich mal wieder einen Film  aus dem Pott ab.

Loev: Romantisches Drama aus Indien. Mit  Shiv Pandit, Dhruv Ganesh.

Soviel dazu, nächste Woche mehr.

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