Arctic Monkeys: AM

arctic monkeys AM-vorMit ihrem grandios ungestümen Indie-Rock vom Debut-Album „Whatever People Say I Am, I’m Not“ (2006) haben die Arctic Monkeys anno 2013 nicht mehr viel am Hut. Aus den pickligen Jünglingen sind gereifte Musiker geworden und das neue, fünfte Album „AM“ macht konsequent da weiter, wo „Suck it and See“ aufhörte. Beim gesteigerten Pop-Appeal.

Es geht gleich mit einem potentiellen Hit los, wenn die Singleauskopplung „Do I Wanna Know“ das Album eröffnet. Sattes Riff, catchy Lyrics, solides Midtempo. Das Ding hat Hymnencharakter. Dann geht‘ mit „R U Mine?“ gediegen und in gleicher Manier weiter. Song Nummero drei „One for the Road“ ist eine Pop-Schnulze, daran führt kein Weg vorbei. Und auch in der Folge ist bemerkbar, dass die Arctic Monkeys deutlich poppiger geworden sind. Selbstredend quietscht die Klampfe zwischendurch auch mal und für eine fettes Riff ist das Quartett allemal gut. Der Sound ist dann doch wieder typisch Arctic Monkeys,  weil Produzent James Ford seit dem zweiten Album mit der Band zusammenarbeitet. Josh Homme von den „Queens of the Stone Age“ hat auch wieder seine Finger im Spiel. Alles wie gehabt und doch anders.

Arctic-Monkeys-Do-I-Wanna-Know„AM“ hat ein Dutzend neue Songs zu bieten, die ausgefeiltes Songwriting und subtile Texte aufweisen, gelegentlich die Gitarrenkeule rausholen, sich aber im Wesentlichen im Spannungsfeld zwischen poppigem Indierock und Songwriter-Zeug bewegen. Die Soul- und Hip Hop Einflüsse, die Sänger Alex Turner anführt, kann ich in der Form nicht unbedingt ausmachen (am ehesten bei „Knee Socks“); da geht’s vielleicht eher um Seelenverwandtschaft.

Auffällig sind vor allem die mehrstimmigen Gesangsharmonien und Arrangements der Backing Vocals. Heute sind die Arctic Monkeys näher an den Beatles als an den Who. Mir persönlich fehlt das ausgelassene Abrocken ein bisschen, aber wer will schon ewig in Nostalgie verharren? Zur Not hol ich das Debut wieder aus dem Regal. Derweil freu ich mich einfach, dass die Band um Alex Turner nicht in Stagnation verharrt, sondern sich in musikalischer Hinsicht weiterentwickelt. Ein Arrangement wie „Fireside“ hat man von den Jungs noch nicht gehört.

Fazit: Auf „AM“ ist nicht alles Gold was glänzt, der eine oder andere Tune ist doch zu glatt ausgefallen, aber das Album ist eine konsequente Weiterentwicklung hin zum Mainstream-Gitarrenpop. Meistens gelingt das den Arctic Monkeys aufgrund der pfiffigen Lyrics und der gelungenen Arrangements. Gute Scheibe.

Album Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

arctic monkeys AMArctic Monkeys: AM
Genre: Indie-Rock,
Label: Domino
Album-VÖ: 05.09.2013

Weiterführende Links
Arctic Monkeys Homepage
Arcticv Monkeys in der englischen und deutschen Wikipedia

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