Musik: Dananananakryod – There is a Way

DanananakroydDas Leben ist auch nicht einfach: Da hat man schon mal eine hoffnungsvolle Band aus Glasgow am Start, deren zweites Album gerade in den Startlöchern steht, da erklärt die Band ihre Auflösung und geht noch einmal auf Abschiedstour in den UK bevor die Scheibe überhaupt rauskommt. Und dann vertrödeln die beim Vertrieb auch noch das Veröffentlichungsdatum und schicke komplett überholte Pressemeldungen raus. Nein, das vorliegende Album ist nicht gerade erschienen, sondern seit Wochen im Handel. Schnee von gestern könnte man jetzt meinen, ist aber nicht der Fall: Dananananakroyd haben ein klasse Scheibe aufgenommen, die Beachtung verdient.

Das Sixpack aus Glasgow bezeichnet seine hyperaktive musikalische Mixture als „Fight Pop“, und die Herrschaften mögen‘s turbulent und mit mächtig Schub, aber nicht unbedingt geradlinig. Das mag daran liegen, dass Dananananakroyd nicht nur zwei Sänger dabei haben, die auch beschäftig werden wollen, sondern das „Na na na na“ schon im Namen tragen. Insofern könnte man jetzt bemängeln, dass es zu viele melodische Füllsilben in der vokalen Performance gäbe.

Stattdessen kann man sich aber auch an der überbordenden Spielfreude der Schotten freuen, die zumeist mit harten Gitarren, treibendem Rhythmus  und melodischem Gesang elf neue Songs zu Gehör bringen. Schon der Opener „Reboot“ wirft die Frage auf, was denn da überhaupt neugestartet werden muss. Aber der treibende Beat verscheucht die Frage auf der Stelle.

 

„E Numbers “ hat es mir besonders angetan, weil die Refrain-Zeile „Where do our Tantrums go?“ (Wohin sind unsere Wutanfälle verschwunden?) so melodisch über dem instrumentalen Wutausbruch thront, dass ich mich nicht entziehen kann. Beim anschließenden „Think and Feel“ ist‘s mir dann doch zu viel „Na na na na“. Was aber nicht weiter ins Gewicht fällt, weil Dananananakroyd auf ihrem 40 Minuten dauernden „There is a Way“ noch einige Hitbretter ausbacken, sofern man musikalisch und stilistisch nicht zu eingefahren ist.

Als musikalische Eckpfeiler gibt mir die Info der Plattenfirma eine Mischung Sonic Youth, Les Savy Fav Blag Flag, Billy Talent und Fucked Up an. Das kann ich zwar nur zum Teil nachvollziehen, ist aber auch gleichgültig: wer sich unter dieser Schnittmenge irgendetwas vorstellen kann und denkt, er könnte das interessant finden, wird mit „There is a Way“ immer noch überrascht sein. Denn trotz aller Verspieltheit und Hang zum Lärm bleiben Dananananakroyd doch meistens irgendwie poppig und mitsingbar. Vielleicht ist – beziehungsweise war – das ein Geheimnis ihrer oft gepriesenen, erstaunlichen Live-Performance.

Inzwischen ist auch die Abschiedstour beendet, die finale Single „Think and Feel“ in digitaler Form veröffentlicht und Dananananakroyd aus Glasgow sind Musikgeschichte. Was bleibt ist ein gnadenlos kraftvolles Album. Vielleicht eröffnet die Zukunft ja einen Weg, dass die sechs irgendwann mal wieder zusammenfinden. Wie die Band selbst am besten weiß: „There is a Way“!

Album Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

DanananakroydDananananakroyd: „There is a Way“
Genre: “Fight Pop”, Indie-Rock, Crossover, Hardcore
Label: Unter Schafen Records
Vertrieb: Alive
Album-VÖ: 07.10.2011

Weiterführende Links:
Dananananakroyd bei Wikipedia
Unter Schafen Records

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