Taschengeld-Tipps #48/2010

Mary und Max 4Mal wieder Donnerstag, Zeit sich zu überlegen, womit man die anstehende Freizeit sinnvoll verbringen kann, sofern die anstehenden Weihnachtsfeiern einen nicht komplett schaffen und noch Energie übriglassen. Wem der Schnee auf den Senkel geht und der Glühwein schon aus den Ohren kommt,  der kann sich mit afrikanischen Klängen, animierten Filmen und alten Meistern trösten. Hier sind die Tipps.

LIVE: Während die Deftones Hamburg heute mit tatkräftiger Unterstützung von Coheed and Cambria erschüttern, würde ich einem andern ollen Krachmacher den Vorzug geben, sofern ich denn am Samstag (4.12., Knust) Zeit hätte: Die Jon Spencer Blues Explosion beehrt uns mal wieder mit ihrer Anwesenheit, allerdings ohne neue Scheibe. Auch Köln, Berlin und Frankfurt kommen in den Live-Genuss des außerordentlichen Trios mit Hang zum Lärm.

femi-kuti-africa-for-africaFemi Kuti kommt mit dem frisch veröffentlichten „Africa for Africa“-Album auf kurze Gastspielreise nach Europa: In Berlin, Hamburg, Köln und Bern macht der Meister des Afrobeat den Winter vergessen. Mit Saxofon und „Positiv Force“ eine Kampfansage an die Frostbeulen. Musikalisch geht es wieder in Richtung der eigenen afrikanischem Wurzeln, aber live waren die schon immer deutlich herauszuhören. Das konzertante Hightlight der Woche am Mittwoch (8. Dezember) in der Hamburger Fabrik. Da kann man der klirrenden Kälte doch entspannt entgegensehen. Wir sehen uns.

KINO: Unter den neuen Kinofilmen ist kein Überflieger auszumachen. Das 3D-Animierte Abenteuer „Megamind“ um ein verkapptes Verbrechergenie, das nicht Geringeres als die Weltherrschaft will, verspricht den größten Spaßfaktor. Dreamworks macht’s möglich.

MegaMindAuch Woody Allens neuestes Werk „Ich sehe den Mann deiner Träume“ verspricht gute Unterhaltung mit einem stargespickten Ensemble. Das Bäumchen-wechsel-dich-Spiel für Erwachsene bietet typische Woody Allen Verwirrung, aber weniger Bosheit als „Whatever Works“. Nachträglich „Alles Gute!“ zum 75.

DVD: Im Heimkino-Sektor sind verzerrte Welten das Motto der Woche: Christopher Nolans „Inception“ ist auf DVD erschienen und bietet allen, die sich im Kino die zweieinhalb Stunden verkniffen haben, jetzt die Gelegenheit, zuhause auch mal die Pausentaste zu bedienen.

Mary und MaxDas Highlight der Woche ist aber „Mary und Max: Schrumpfen Schafe wenn es regnet?“: Ein bitterböses und liebevolles, grandioses Knetfiguren-Drama nach der wahren Geschichte einer außergewöhnlichen Brieffreundschaft zwischen einer vernachlässigten, vereinsamten australischen Achtjährigen und einem misanthropen, fettleibigen New Yorker Mittvierziger mit Angstattacken. „Mary und Max“ gehört definitiv zu meinen besten Filmen des Jahres ( zur Film-Besprechung ).

MUSIK: Wie auch immer man es nennen mag, Nu Jazz oder Experimetnal-Electro, die Scheibe der Woche kommt von Igor Boxx und heißt „Breslau“.

Igor-Boxx-BreslauIgor Putlo alias Boxx, die eine Hälfte des polnischen Duos Skalpel, intoniert eine Hommage an seine Heimatstadt Breslau. Ein toller Soundtrack über den Kampf um Breslau im Zweiten Weltkrieg,  der keineswegs so trist ist, wie das Thema vermuten lässt. Das Label Ninja Tunes erweist sich mal wieder als Garant für Qualität auf dem Elektro-Sektor. Unbedingt reinhören, so wie ich, in die Scheiben von Skalpel.

Und wer in dieser Woche Augen und Ohren riskiert, sollte auch auf seine Knochen achten, ist glatt da draußen.

Kommt sicher durch die Woche.

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