DC Comics hat vor einiger Zeit mal wieder alles auf neu gedreht und unter dem Motto „All In“ eine neue Superheldenwelt in Szene gesetzt: das Absolute Universum. Dazu gibt es neue Kreative und neue Origin-Stories. Bei Panini Comics ist man vor einiger Zeit zu einem neuen Veröffentlichungsrhythmus übergegangen und so erscheint die „Absolute Superman“-Heftserie alle 3 Monate mit 3 US-Ausgaben. Mal sehen, wie es so läuft, wenn Hawkman dem jungen Kal-El die Welt erklärt.
Und die Leserschaft sollte erst einmal auf den Stand der Entwicklung gebracht werden: Auf der Erde des Absoluten Universums haben große Konzerne die Macht. Menschen werden weltweit unterdrückt und nur wenige kämpfen für Gerechtigkeit. In dieser Situation gelangt Kal-El, der letzte Überlebende vom Planeten Krypton, auf die Erde. Er freundet sich mit Jimmy Olsen und Lois Lane an und beginnt als Superman ebenfalls gegen Ungerechtigkeit zu kämpfen.
Auftritt Hawkman: Der Veteran mit übernatürlichen Kräften wurde 1940 bei der Ausgrabung eines altägyptischen Grabes zu Hawkman, der Inkarnation eines Gottes. Nun, in der Gegenwart der Serie, versucht Hawkman, Superman etwas über das Heldenbusiness zu erzählen, doch Kal-El hört kaum zu, muss er doch ständig Menschen retten und Verbrechen verhindern. Der Stress ist vorprogrammiert. Denn gerade bedroht ein seltsames Monster die Stadt Metropolis.
Für die aktuelle Superman-Serie ist Star-Autor Jason Aaron zuständig, der für Marvel bereits „Doctor Strange“ und die „Avengers“ wiederbelebt beziehungsweise neu interpretiert hatte. Für die Graphics in den US-Heften 16, 17 und 18 sind Juan Ferreyra und Rafa Sandoval verantwortlich.
„Zeig ihnen dein wahres Ich.“
Das „Absolute-Universum“ zu etablieren, um neuen Leser:innen die Chance zu geben, die populären Helden und Heldinnen neu zu entdecken, ist von Verlagsseite absolut plausibel. Allerdings haben ältere Leser:innen bereits diverse Parallelerden und alternative Storylines hinter sich und so bleibt zu bezweifeln, ob das Absolute-Universum auch dort auf positive Resonanz stößt.
Tatsächlich ist es in einer fortlaufenden Heftserie immer so, dass es kleinere und größere Story-Bögen gibt. Deren Qualität stellt sich oft erst im Nachhinein heraus. So attraktiv es ist, einen jungen Kryptonier auf die Erde zu schicken, so handelsüblich sind die Händel mit dem Haudegen Hawkman auch. Der renitente Teenager Superman begehrt gegen etablierte Erwachsene auf. Immerhin kann Jason Aaron einige Figuren aus dem DC-Superhelden-Kosmos neu aufstellen und so für ein wenig Dynamik in der absoluten Welt sorgen.
Storytechnisch ist das nun nicht gerade der Überhammer. Und auch die Illustrationen sind bestenfalls solide ausgefallen. Der Prolog zu Hawkman erinnert an Abenteuergeschichten à la Indiana Jones, der Rest ist typische Superheldenaction. Die Seitengestaltung ist dabei sehr dynamisch, aber stilistisch ist Juan Ferreyra kein herausragender Entwurf gelungen.
In der US-Ausgabe 18 beginnt eine neue Geschichte: „Die Herrschaft des Superman“, und da darf die Leserschaft gespannt sein, wie denn das Zauberwort lautet. Zeichnungen von Rafa Sandoval und ein glatterer grafischer Stil mit viel moderner Farbgebung. Das „Absolute Universum“ erzählt die DC-Helden neu.
In „Absolut Superman“ 6 ist der Reiz des Neuen bereits ein bisschen verflogen und die Rückgriffe auf das Alte Ägypten sorgen für das Erscheinen überraschender Charaktere. Nicht mehr und nicht weniger.
Absolut Superman Band 6
OT: Absolue Suberman 16–18, DC Comics, 2026
Genre: Comic, Superheldenaction
Autor: Jason Aaron
Zeichnungen: Juan Ferreyra, Rafa Sandoval
Farben: Juan Ferreyra, Ulyses Aryola
Übersetzung: Christian Heiss
Verlag: Panini Comics, 80 Seiten, Softcover
VÖ: 03.11.2026

