Crimson Roots – Open Roads: Album Review

Progressiven Blues Rock versprechen Crimson Roots aus Nürnberg auf ihrem Debütalbum „Open Roads“. Hinter dem Albumtitel versteckt sich ein Konzeptalbum das von Aufbruch und Selbstfindung handelt. Musikalisch bleibt es dabei handwerklich solide und klassisch rockig. Tonzonen Records veröffentlicht „Open Roads“ im Mai 2026 als Vinyl und CD.

Crimson Roots scheint eine Wasauchimmer-Pflanzendings aus Minecraft zu sein. Möglicherweise haben sich die fünf Musiker:innen aus Nürnberg danach benannt. Für die Musik, die ihr Debüt-Konbzeptalbum ziert, ist der Bandname schon recht treffend. Ein bisschen Farbe und ein bisschen Erde haben schon einige Bands aus dem Blues Rock Genre populär getauft. Mensch denke da an Deep Purple oder King Crimson oder wenauchimmer.

Gegründet wurden Crimson Roots 2025 in Nürnberg und „Open Roads“ wurde auch bereits kurz darauf über ein Vierteljahr lang in Eigenregie aufgenommen und produziert. Seit September 2025 ist das Album als Digitalversion im Bandvertrieb erhältlich, nun hat sich Tonzonen Records entschlossen „Open Roads“ auf physischen Tonträgern zu veröffentlichen. Dazu kann man der noch jungen Band nur gratulieren.

Musikalisch bleibt es allerdings durchweg sehr klassisch was Songwriting, Instrumentierung und musikalische Ausrichtung angeht. Die klassische Fünfer-Besetzung mit Schlagzeug, Bass, Gitarre, Keyboard und Gesang ist genre- und zeitgerecht, nur dass der Sound von Crimson Roots durchaus etwas moderner und hochwertiger produziert ist. Der Musik tut das nicht nur gut.

Falling Through

Tatsächlich fehlt mit für diese Art von Musik, wenn sie heute noch tragfähig sein soll und nicht nur ein saturiertes, in die Jahre gekommenes Publikum ansprechen soll, etwas der Dreck und der Staub und die Dynamik. Schön wäre die Unbekümmertheit von tollenden Hunden und der Mut zum Verspielen, zum Experiment. Es wäre an dieser Stelle allerdings ungerecht, das von einer gerade erst gegründeten und seit nicht einmal 18 Monaten zusammenspielenden Band zu erwarten. Handwerklich liefern Crimson Roots absolut ab. Und die markante Stimme von Sängerin Ina ist schon von hohem Wiedererkennungswert.

Auf „Open Roads“ gibt es in rund 45 Minuten 11 Songs, die aus der öden Stadt ausbrechen und letztlich auf einen Berg ankommen. Weil die Lyrics im klaren Gesang gut verständlich sind, kann sich die geneigte Hörerschaft die Stationen dieser Reise selbst erkunden. Die Songs bewegen sich großteils im hüftschonenden Midtempo oder auch mal im Slow Blues Bereich. Meinen Motor krieg das nicht unbedingt auf Touren und auch wenn der Highway frei ist, fühlt sich das kaum einmal wild an. Aber das mag auch jede:r anders hören.

The Crossing

Vor allem aber traue ich der Band durchaus fesselnde Liveauftritte zu; was auf den anstehenden Festival-Gigs zu beweisen wäre. Im Studio mag es dem jugendlichen Hang zur Perfektion geschuldet sein, oder dem, einen soliden ersten Eindruck zu machen, doch es hatte schon geholfen gelegentlich die Handbremse zu lösen, etwas wüster zu jammen oder mehr Abwechslung in die Angelegenheit zu bringen. Das ist alles zu clean, zu brav, fühlt sich leider auch mal nach rockenden Zahnärzten an und nicht nach einer frischen Band. Ich weiß, das klingt nicht freundlich, aber ich bin sicher eine kantige Produktion kann da Abhilfe schaffen und die anstehenden Gigs mögen Zusammenspiel und Lockerheit arg verbessern.

Vielleicht war es auch ein zu verlockendes Angebot, das Debüt quasi nachträglich noch auf Tonträger zu bannen. Möglicherweise hätte es die Band anders weitergebracht, wenn das Label gesagt hätte, „Open Roads“ hat uns beeindruckt, aber zieht erstmal eure Runden. Die nächste Produktion macht ihr dann mit uns. Aber, es ist wie es ist: Eine solide Blues Rock Platte ohne Überraschungsmomente.

Reisende soll man nicht aufhalten, hat meine Großmutter immer gesagt. Daher wünsche ich an dieser Stelle: Gute Reise, sicheres Geleit und allzeit offene Straßen. Da geht noch was und ich bin sicher, Crimson Roots finden Raum für Wachstum und Neugierde um die eigene Identität zu erkunden. Bis dahin ist „Open Roads“schon mal eine Visitenkarte, die ein bisschen arg brav wirkt, aber Möglichkeiten aufzeigt. Wer auf klassischen progressiven 70er Blues Rock steht, findet möglicherweise Gefallen an der jungen und ambitionierten Band.

5/10

Crimson Roots – Open Roads
Genre: Blues Rock
Länge: 45 Minuten, D, 2025/26
Interpret: Crimson Roots
Label: Tonzopnen Records
Vertrieb: Cargo Records
Format: digital, CD, Vinyl
VÖ: 22.05.2026

Crimson Roots bei Bandcamp
Tonzonen mit Crimson Roots
offizielle Bandseite mit Tourdaten
Crimson Roots bei Instagram

Besetzung:

Ina Salaj (Gesang)
Kristi Dhimitri (Leadgitarre)
Kolja Becker (Bassgitarre)
Idris Voegli (Keyboard, Orgel)
David Vinogradov (Schlagzeug)

Konzert-Daten

DateEventLocation
Saturday, June 6 @ 8:00PMCrimson Roots @ JC Scheune Outdoor Session FestivalJC Scheune , Erlangen, Germany
Tuesday, June 9 @ 8:00PMCrimson Roots @ Jardin ModerneJardin Moderne, Rennes, France
Wednesday, June 10 @ 7:00PMCrimson Roots @ Conservatoire de RennesConservatoire de Rennes, Rennes, France
Friday, June 19 @ 7:00PMCrimson Roots + Smokemasters @ Odonien Cologne Open AirOdonien Cologne Open Air, Cologne, Germany
Saturday, June 20 @ 8:30PMCrimson Roots @ OnCampus Festival Open Air IngolstadtOnCampus Festival Ingolstadt, Ingolstadt, Germany
Friday, June 26 @ 9:00PMCrimson Roots @ Fairtrade Festival FreystadtFairtrade Festival Freystadt, Freystadt, Germany
Friday, July 10 @ 7:00PMCrimson Roots @ BismarckstraßenfestBismarckstraßenfest Erlangen, Erlangen
Sunday, July 12 @ 5:00PMCrimson Roots @ Fürth FestvialFürth City Festvial, Fürth
Saturday, July 18 @ 8:00PMCrimson Roots @ Bright Mountain FestivalHellberg in Weigendorf, Weigendorf
Saturday, August 1 @ 7:10PMCrimson Roots @ Bardentreffen MUZ-BühneMUZ-Bühne Lorenzer Platz, Nürnberg
Saturday, August 8 @ 8:00PMCrimson Roots @ Mahagoni FestivalMahagoni Festival, Teutschenthal
Saturday, September 5 @ 11:00PMCrimson Roots @ Eber-Hart Festival Open AirEber-Hart Festival, Treuchtlingen
Saturday, September 26 @ 8:00PMCrimson Roots @ Bobble Cap FestivalBobble Cap Festival Aukrug, Aukrug

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