Die aktuelle Weltlage schlägt mir nicht erst seit gestern auf den Magen. Daher präsentiert brutstatt.de in loser Folge Filmreviews aus dem Archiv, die sich unter dem Motto #WeltImKrieg mit Konflikten und ihren Folgen beschäftigen. Heute mit der Flucht aus einem sowjetischen Kriegsgefangenenlager im Zweiten Weltkrieg. „The Way Back“ von 2010 erzählt starbesetzt von einer Odyssee. Der Text entstand zum Home-Entertainment-Start 2011.
Seit Anfang der Neunziger drehte der australische Regisseur Peter Weir alle paar Jahre einen neuen Film: „The Way Back“ ist die stimmungsvoll gefilmte Geschichte eine Ausbruchs aus einem sibirischen Gulag mitten im Zweiten Weltkrieg und auch sein letzter großer Film.
Der polnische Offizier Janusz (Jim Sturgess) wird von den Sowjets der Spionage und Sabotage angeklagt und zu zehn Jahren Zwangsarbeit in einem sibirischen Gulag verurteilt. Das Leben dort ist hart und elend und in Janusz reift schnell der Plan auszubrechen. Neben einigen polnischen Armeefreunden finden sich noch andere ausbruchswillige Insassen und der Plan sich nach Süden in die Mongolei durchzuschlagen, wird greifbar.
Dann machen sich die Ausbrecher mitten in einem Schneesturm auf den Weg. Schnell wird klar, dass Janusz die zusammengewürfelte Gruppe führen muss, denn er ist der einzige, der weiß wie man sich in der wilden Natur orientiert und überlebt. Die Flüchtigen müssen sich nicht nur gegen die karge Naturgewalt Sibiriens durchsetzten, sondern auch auf der Hut vor Einheimischen sein, da auf Ausbrecher ein hohes Kopfgeld ausgesetzt ist. Mehr schlecht als recht schlägt sich die Gruppe durch, doch auch in der Mongolei gibt es keine Zuflucht vor den Russen…
Allein in Sibirien
Das Drama „The Way Back – Der lange Weg“ ist stimmungsvoll und starbesetzt inszeniert. Regisseur Weir („Truman-Show“, „Club der toten Dichter“, „Master and Commander“) gelingt es die vermeintlich autobiografische Romanvorlage von Slavomir Rawicz einfühlsam und mit einem genauen Blick auf den inneren Zusammenhalt und den Antrieb der Flüchtlingsgruppe umzusetzen.
Sein stargespicktes Ensemble aus Saoire Ronan, Ed Harris, Colin Farell, Mark Strong und Jim Sturgess macht die Geschichte sehenswert. Und der unbeugsame Gewaltmarsch, der die Überlebenden letztlich bis nach Indien führen soll, zeigt, was ein starker Überlebenswille auszurichten vermag. Auch die bedrohliche und klaustrophobische Atmosphäre im Gulag selbst ist gelungen.
Doch letztlich ist „The Way Back“ nicht mehr als der Titel schon ahnen lässt und obwohl es unterwegs auf dem 4000 Meilen langen Marsch die eine oder andere Überraschung gibt geht es im Wesentlichen um den täglichen Überlebenskampf. Das ist cineastisch nichts wirklich Neues, aber solide umgesetzt. Im Gesamtwerk Weirs ist „The Long Way kein herausragender, aber guter Film.
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The Way Back – Der lange Weg
OT: The Way Back
Genre: Drama, Biografie
Länge: 135 Minuten, USA, 2010
Regie: Peter Weir
Schauspiel: Jim Sturgess, Saoirse Ronan, Colin Farrell
FSK: ab 12 Jahren
Verleih: Splendid/ WVG Media
Kinostart: 30.06.2011
DVD-& BD-VÖ: 25.11.2010



