Anlässlich des 50. Bandjubiläums kommt eine ambitionierte Doku über Iron Maiden in die Kinos. „Burning Ambition“ fasst die Karriere der britischen Vorreiter des Heavy Metal zusammen und stellt dabei das loyale Verhältnis von Fans und Band in den Vordergrund. Das ist leidlich unterhaltsam, aber tatsächlich nicht die beste Maiden Doku, sondern eher eine launige Rückschau. Zu sehen ab dm 14. Mai 2026 im Kino.
Der verstorbene Hard Rock Sänger Ronnie James Dio hat es zu Lebzeiten oft genug betont und auch vorgelebt: Es geht immer um die Fans. So auch bei Iron Maiden. Die Band entwickelte ihren prägenden harten Rock zu einer Zeit als nicht nur in Großbritannien der Punk angesagt war. Das, was später einmal die New Wave of Britisch Heavy Metal werden sollte hatte es schwer, Aufmerksamkeit zu finden. Doch Iron Maiden um die Bandgründer Steve Harris machten schnell durch furiose und mitreißende Live-Auftritte von sich reden.
Bereits das Debutalbum machte gehörig Eindruck und machte nicht nur mit großartigem – inzwischen klassischen – Heavy Metal von sich reden, sondern auch durch das auf dem Cover abgebildete Maskottchen Eddie, kreiert von Künstler Derek Riggs. Als die Bühnen großer wurden und die Band erfolgreicher, wurde Eddie zum festen Bestandteil der Live-Show und mit jedem neuen Cover verändert sich das gruselige Maskottchen.
Die Band und Heavy Metal waren auf dem Weg von der Nischenmusik zur Stadiontauglichkeit. Inzwischen hat Sänger Bruce Dickinson eine Krebserkrankung überwunden und Schlagzeuger Nicko McBrain kann aufgrund einer Erkrankung kein Schlagzeug mehr spielen. Die Bandmitglieder sind in die Jahre gekommen und immer noch unterwegs in Sachen Heavy Metal. Die Maschine läuft noch, wenn auch mit anderer Schlagzahl.
Einst die größte Band der Welt
Über die Jahrzehnte haben Iron Maiden immer wider Neuland betreten und auch an Orten gespielt, die nie zuvor eine international renommierte Rockgruppe angepeilt hat. Das wurde auch möglich, weil Iron Maiden phasenweise ihr eigenes Tourflugzeug am Start hatten. „Flight 666“ heißt auch eine Doku über die Band, die Sam Dunn und Scott MacFayden 2009 erstellten. Soweit so bekannt.
Was also kann eine neue Doku über Iron Maiden noch zutage fördern? Zumindest gelingt Regisseur und Dokumentarfilmer Malcolm Venville ein solider chronologischer Lauf durch die Karriere der Band. Da ist viel Archivmaterial eingearbeitet und fast alle ehemaligen Mitglieder kriegen an der einen oder anderen Stelle eine Erwähnung. Dennis Statton, der immerhin, aber nur auf dem Debut Gitarre spielte, wird nicht weiter erwähnt. Wohl aber Blaze Bailey, der Dickinson eine zeit lang und für zwei Alben ersetzte und ebenfalls immer noch Musik macht und Konzerte spielt.
Neben der Band kommen langjährige und prominente Fans der Band zu Wort, so wie Schauspieler Javier Bardem und andere. Alle ausgestattet mit erstaunlich neu wirkenden Band-Shirts und Jacken. Aber möglicherweise sind die alten Bandshirts einfach mitgealtert und passen nicht mehr fotogen genug. Obwohl das Material fein und kompetent editiert ist, bleibt die Doku seltsam leblos. Das liegt im Wesentlichen an zwei Aspekten.
Heute eine Heavy Metal Institution
Zum einen wissen Fans, die Iron Maiden nicht erst frisch entdeckt haben, das meiste schon und die Bandmitglieder geben sich seltsam bedeckt, was persönliche Einblicke angeht. Das ist ihre gutes Recht, denn es geht um die Musik und das Monster Iron Maiden. Zum anderen wird kein Song ausgespielt, die Konzertmitschnitte sind gerade einmal Appetithäppchen und transportieren nahezu gar nichts von jener Magie und Energie, für die Iron Maiden seit Jahrzehnten geliebt werden.
Sicherlich es gibt Konzertmitschnitte, etwa von Auftritt in Rio oder von anderen großen Festivals, aber so wie das Archivmaterial präsentiert wird, ist es eher für den Dokumentarteil im Kulturfernsehen geeignet als für die Große Leinwand, wo andere Bands derart soundgewaltig rüberkommen, dass es beinahe an einen Gig erinnert.
„Iron Maiden: Burning Ambition“ ist eine solide faktenbasierte Doku über eine der Pionierbands des Heavy Metal, deren Einfluss und Wirkmächtigkeit gar nicht genug betont werden kann. Das wird in der Doku zwar deutlich, bleibt aber seltsam abstrakt und ist keinesfalls dazu angetan Headbangend aus dem Kinosessel zu fallen. Schade eigentlich, abner es gibt genug Maiden Doku-Alternativen um sich einen netten Abend zu machen.
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Iron Maiden: Burning Ambition
OT: Iron Maiden: Burning Ambition
Genre: Doku, Biographie, Musik,
Länge: 106 Minuten, UK, 2026
Regie: Malcolm Venville
Mitwirkende: Iron Maiden et al,
FSK:
Verleih: UPI
Kinostart: 14.05.2026




